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Frisch aus der Form gepellt: der Prototyp der Saffier Se 27 Leisure © Werft
Premiere Saffier Se 27 Leisure

Acht-Meter-Juwel aus der Form gehoben

Der neue Daycruiser der niederländischen Saffier-Werft ist voll einhandtauglich – und im Standard elektrisch motorisiert.

Michael Krieg
von in
4 Minuten

Formvollendet: Saffiers neues Küken ist aus dem Ei geschlüpft. Vor wenigen Tagen postete die niederländische Yachtwerft stolz auf Facebook: Das erste Exemplar der Saffier 27 Se Leisure ist aus der Form gehoben worden. Auf dem dazugehörigen Foto sind die beiden Teile der großen Form zu sehen, aus dem der fast schon zierliche Rumpf herausgelöst wurde.

Im selben Post geloben die holländischen Bootsbauer, dass sie nunmehr alles daran setzen wollen, damit das Baby bis zur kommenden Saison auch das Schwimmen lernt. Der erste Auftritt der Saffier Se 27 Leisure ist für die Hiswa Amsterdam Boat Show Mitte März 2020 geplant. Mit Glück ist das Boot aber bereits auf der Boot Düsseldorf ab 18. Januar 2020 in der Segelhalle 17 zu sehen.

Die Werft arbeitet mit Hochdruck in der Fertigstellung des Prototyps.

Gute Marktchancen unter 30 Fuß

Bei Saffier Yachts im niederländischen IJmuiden läuft es rund. Das Modell Saffier Sc 8m Open, ehemals Saffier Se 26 genannt, wurde insgesamt 160-mal verkauft. Ein großer Erfolg. „Wir haben uns für 2020 entschieden, neue Formen herzustellen“, sagt Kay Heemskerk, der Senior Sales Manager der Werft, zu float. Nach der rekordverdächtigen Stückzahl seien die Formen einfach am Ende gewesen.

Heemskerks Optimismus ist es dagegen nicht: Er glaubt, dass sein Unternehmen mittelfristig gute Marktchancen hat. Für kleine Boote mit klassischen Linien wie die Saffier Sc 8m sieht er innerhalb der kommenden zehn Jahre großes Potenzial: „Wir glauben, dass sie zeitlos ist.“ Und das ist sie: Beim ersten Blick auf diese Saffier ist man unwillkürlich an das Folkeboot erinnert – mit ausgeprägtem positive Decksprung, Löffelbug und tiefliegendem Cockpit.

Doch die Bootsbauer haben einen Klassiker über dem Wasser mit einem modernen Unterwasserschiff kombiniert, um so möglichst viel Agilität und Segelspaß auch für kleine Crews zu erreichen. Und prinzipiell genauso ist es auch bei der neuen Saffier Se 27 Leisure.

Saffier Se 27 Leisure

Neuer Rumpf, neue Größe: Saffier Se 27 Leisure © Copyright

Natürlich setzen die Bootsbauer auch in das neue 27-Fuß-Modell große Hoffnungen. Der deutschen Vertriebspartner von Saffier ist – namentlich passend – Diamond Yachts aus Laboe. Diamond-Geschäftsführer Dines Pontoppidan ist sicher, dass die neue Saffier 27 „das neue Brot-und-Butter-Modell“ der Holländer werden wird. So nennen Werften ihre Bestseller keck.

Acht Varianten zwischen 23 und 27 Fuß

Leisure, also Freizeit, ist die zusätzliche Typenbezeichnung für die frisch angekündigte Saffier 27 Se. Ganz gleich, wie man den Namenszusatz interpretiert: Durch die Kombination des Se-Typs – der „Elegance range“ – und den Sc-Modellen – der „Classic range“, hat die Werft nun acht moderne Tages- und Wochenend-Segler im Programm.

Mit der Saffier Se 27 Leisure vervollständigen die Niederländer die Modellpalette in der Elegance-Serie zwischen 23 und 37 Fuß. Wie es nach dem Formenbau weitergeht, beschreibt Heemskerk gegenüber float: „Die Werft arbeitet mit Hochdruck in der Fertigstellung des Prototyps. Die ersten Serienboote werden wohl im Spätsommer 2020 ausgeliefert werden.“ Wann genau, teilt die Werft dann rechtzeitig mit.

Vielseitige Ausrüstung

Was wird die Neue bieten? Auf den ersten Blick, so verraten es die kürzlich veröffentlichten Renderings des neuen Modells, kommt sie im gleichen Design wie ihre große Schwester daher. Den fein geschliffenen Daysailer Saffier Se 37 Lounge hat float im März 2018 vorgestellt hat. Das gleiche Design, aber eben in einer handlichen Daysailer-Größe von rund acht Metern Länge.

Saffier Se 27 Leisure

Die Sandwich-Konstruktion wird im Vakuum-Infusionsverfahren gebaut © Copyright

Die Lütte wird im Vergleich zur 37er mit ihrem modernen Rumpf, einem steilen Steven und der breit auslaufenden Hecksektion deutlich innovativer und spektakulärer sein. Das Profil des Aufbaus ist flach und kantig. Rumpf und Deck werden als Sandwich-Konstruktion im Vakuum-Infusionsverfahren gebaut. Die verbauten Materialien und Ausrüstungsgegenstände – ob Harken, Selden oder Elvström – kommen von den besten Anbietern.

Die Saffier Se 27 Leisure lässt sich ausgesprochen vielseitig ausrüsten. Eigner können zwischen drei Kiel-Varianten wählen, und als Alternative zum Elektromotor mit Lithium-Batterie und Faltpropeller lässt sich auch ein Dieselantrieb einbauen. Richtig gelesen: Der Diesel, mit dem der Motorkasten etwas höher wird, ist nur eine Option. Die Saffier Se 27 Leisure ist eines der wenigen Serienboote, die mit E-Motor als Standardausstattung ausgeliefert werden.

Zum Einsatz kommt der von Torqeedo gelieferte Pod-Motor mit 48-Volt-System und der neuen, 48-5000 genannten Lithium-Batterie mit einer Energiedichte von 145 Wh/kg. Dieses Antriebssystem soll um 70 Prozent leichter als der Verbrenner sein.

Voll einhandtauglich

Auch bei der Steuerung sind mit Pinne oder Rad zwei Varianten möglich. Ein paar Varianten mehr gibt es bei der Rumpffarbe, im Angebot ist beispielsweise auch das traditionelle holländische Orange. Das große Cockpit bietet reichlich Platz für Gäste und Crew. Achtern ist ein einladendes Sonnendeck.

Saffier Se 27 Leisure

Die Saffier Se 27 ist voll einhandtauglich © Copyright

Die Saffier Se 27 Leisure kommt mit einem Kohlefaser-Bugspriet, einem hohen und leistungsfähigen Rigg mit serienmäßiger Selbstwendefock samt schlanken Anhängen. Alle Fallen, Schoten und Strecker des einhandtauglichen Schiffs werden auf die zwei Winschpodeste am Steuerstand geführt.

Der Rumpf und der hohe Ballastanteil werden für ein starkes aufrichtendes Moment sorgen, versichert die Werft. Die Segeleigenschaften sollen entsprechend gutmütig sein.

Daysailer und Weekender

Ein Blick unter Deck zeigt, dass die als Daysailer konzipierte Segelyacht auch als Weekender einsetzbar ist. Maximal vier Personen bietet das kompakte Schiff neben den vier Kojen auch reichlich Stauraum fürs Wochenendgepäck.

Eine Toilette und eine kleine Pantry können zusätzlich eingebaut werden. Wem es im eigenen Revier zu langweilig wird, der packt die Saffier Se 27 Leisure auf den Trailer und sucht sich per PKW neue Urlaubsziele.

Saffier Se 27 Leisure

Genug Platz unter Deck ein Wochenende zu viert © Copyright

Auch die Verkaufspreise hat die Werft bereits genannt: Eine Saffier Se 27 Leisure, ausgerüstet komplett mit Harken-Hardware, vier Schlafplätzen, Pinnensteuerung, Elvström-Großsegel und Selbstwendefock sowie dem Torqeedo-Elektromotor mit 4 kW Leistung soll 92.300 Euro kosten. Mit Blick auf die Mitbewerber in dieser Kategorie ist das ein angemessener Preis.

Technische Daten Saffier Se 27 Leisure

Länge: 8,20 m
Breite: 2,60 m
Tiefgang: 1,05 m (Kurzkiel) / 1,40 m (Standardkiel) / 1,65 m (Racing-Kiel)
Gewicht: 1.900 kg
davon Ballast: 750 kg / 1000 kg (Racing-Kiel)
Segelfläche: 49,0 qm (am Wind) – Groß 24 qm, Selbstwendefock 15 qm, Fock (108 %): 18 qm, Gennaker 66 qm, Code Zero: 51 qm
Motorisierung: Pod-Elektromotor Torqeedo Cruise Pod 4.0 oder Diesel Yanmar 2YM15
CE-Kategorie: C (küstennahe Gewässer)
Preis: ab 92.300 Euro

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