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Greenline NEO Open Greenline Neo wird demnächst eine Bavaria-Serie © Kerstin Zillmer
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Bavaria baut Neo-Daycruiser, Greenline setzt auf Hybrid

Neo-Daycruiser werden in Zukunft von Bavaria gebaut. Greenline setzt nach Verkauf auf große Motoryachten.

Stefan Gerhard
von in
3 Minuten

Es ist ein Paukenschlag: Bavaria Yachts baut in Zukunft Motoryachten mit Außenborder. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Greenline Neo der slowenischen Werft SVP. Damit steigt die Giebelstädter Werft in den wachsenden Markt Motorbootmarkt für Daycruiser ein. Das gab die Werft heute bekannt, nachdem auf der boot Düsseldorf die ersten neuen Segel- und Motorboot-Modelle nach dem Neustart der Werft als Premieren präsentiert wurden.

Und die Umstände sind ebenso ungewöhnlich: Die fränkische Werft übernimmt eine bereits existierende und sehr erfolgreiche Modellreihe einer anderen Werft. Die technische Grundlage für das erste Motorboot mit Außenborder von Bavaria Yachts ist die Neo-Serie der slowenischen Werft Greenline Yachts, die beim Best of Boats Award 2018 einer der Finalisten war. Ab September soll das erste Modell der neuen Linie in der Werft in Giebelstadt produziert werden.

Bavaria Yachts Greenline
Bavaria-Chef Michael Müller (l.) und Greenline-CEO Vladimir Zinchenko © Bavaria Yachts

Am Rande der boot Düsseldorf haben sich die Bavaria Yachtbau GmbH und SVP Yachts aus Slowenien vertraglich über die Übernahme aller Rechte an dem Neo-Konzept geeinigt. Alle Rechte an der Konstruktion der Neo – dazu die Formen und Produktionswerkzeuge – wurden dazu von Bavaria Yachts gekauft. Damit befreit sich Bavaria Yachts von den extrem hohen Erwartungen der Branche, nur ein Jahr nach dem Neustart neue Boote und Bootsserien zu präsentieren.

Greenline setzt komplett auf Hybrid-Antriebe

Greenline setzt damit gleichzeitig auf deutlich größere Motoryachten. Auf der boot hat die slowenische Werft mit der Greenline 45 Fly eine große Familien- und Reiseyacht vorgestellt, die auch mit Hybridantrieb zu haben ist. Von der Werft heißt es heute, am Montag, man habe als „innovativste und verantwortungsbewussteste Bootsmarke der Welt“ die Neo-Reihe „gemäß der eigenen Strategie“ veräußert.

Der Verkauf an Bavaria entspreche der Entscheidung der Greenline-Mutter SVP Yachts, sich auf hybride Antriebe und Nachhaltigkeit zu konzentrieren. „Im letzten Jahr haben wir unsere Strategie geschärft, um uns auf alternative Antriebssysteme und grüne Technologien zu konzentrieren“, erklärt SVP-Marketingchef Luca Meffle. Das letzte Neo-Modell aus slowenischer Fertigung wird im März produziert.

Der Hintergrund: Die Neo ist das einzige Modell in der aktuellen Greenline-Palette, das nicht als Hybrid erhältlich ist. Zudem verkaufte sich die durchaus erfolgreiche Neo vor allem in der Verbrenner-Variante, wie die Werft heute bekanntgab. „Leider hatte die Greenline-Klientel den optionalen Elektroantrieb der Neo nicht in dem Umfang angenommen, wie sich die Werft das erhofft hatte.“ Damit verlässt die Werft den umkämpften Markt stark motorisierter Daycruiser um zehn Meter Länge.

Mit den Hybrid-Antrieben punktet Greenline nach eigenen Angaben im Markt am meisten. Obgleich die komplette Flotte auch mit Verbrennungsmotor zu haben ist, hätten sich auf der gerade beendeten boot Düsseldorf 80 Prozent der Käufer für einen Hybrid-Antrieb entschieden.

Greenline neo
Auch eine elektrische Motorisierung mit Deep-Blue-Außenbordmotoren bietet die Neo © Greenline

Anpassung an die „Bavaria-DNA“ erwartet

Bis zum Serienanlauf im September wird das Entwicklungsteam von Bavaria Yachts den neuen Daycruiser „auf Bavaria trimmen“, wie es in der Pressemeldung heißt. Deck und Interieur sollen nach Angaben der deutschen Werft „optimiert und der Bavaria-DNA angepasst werden“. Als Antriebe sind Außenborder mit 2 x 300 PS Leistung geplant. Den Markennamen für die neue Daycruiser-Serie will Bavaria im Laufe des Frühjahrs bekanntgeben.

„Durch den Kauf des Neo-Konzeptes und deren Weiterentwicklung können wir noch dieses Jahr ein neues Modell präsentieren“, erklärt Michael Müller die Strategie der Werft. „Das Marktsegment der Daycruiser mit Außenborder ist besonders in den USA und Europa in den letzten Jahren stark gewachsen“, erklärte der Bavaria-Chef. Und, so ist er überzeugt, dieser Markt „wird auch in den kommenden Jahren weiter wachsen“.

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Die Neo unterwegs mit Mercury-Außenbordern

Mit dem neuen Daycruiser will Bavaria sich neue Kundengruppen erschließen, so Müller. Die neue Werft-Strategie, die Modellpalette durch Außenborder-Boote zu ergänzen, ist der Handel zum Teil bereits gegangen. Allert Marin in Werder, Bavaria-Händler seit mehr als zwei Jahrzehnten, bietet bereits heute beide Marken an – und ist sehr angetan (VIDEO). float hat hier als erstes Magazin weltweit die Greenline Neo Open zur Markteinführung getestet. Der Titel: Greenline kommt auf Touren.

Die elektrische Neo wird eingestellt

Für die elektrische Variante der Neo, vor zwei Jahren mit prominenter Unterstützung durch den Fürsten von Monaco vorgestellt, gibt es keine Zukunft. Ein Sprecher von Bavaria erklärte heute gegenüber float, dass die Neo eDrive von Bavaria Yachts nicht weitergeführt wird. Die letzten Neo-Modelle mit dem Außenbordsystem Torqeedo Deep Blue sind nach Angaben von Insidern bereits ausverkauft.

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