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Sea Ray 230 spx © Werft Sea Ray 230 spx © Werft
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Brunswick behält Sea Ray

Verkauf der Traditions-Marke wird wegen zu niedriger Bieter-Angebote abgebrochen.

Stefan Gerhard
von in
2 Minuten

Der US-Freizeitkonzern Brunswick hat den geplanten Verkauf seiner Marken Sea Ray und Meridian abgebrochen. Das hat ein Unternehmenssprecher der US-Firma vor wenigen Minuten mitgeteilt. Noch vor wenigen Tagen hieß es, ein Verkauf der Marke stehe unmittelbar bevor, und es sah gar nicht schlecht aus für die US-Traditionsmarke.

Die Produktion der Boote wird fortgesetzt, aber die Sparte der größeren, Sport Yachts genannten Modelle ab 40 Fuß Länge soll eingestellt werden. Die Marke Sea Ray solle „revitalisiert“ werden, indem man die Wachstums-Chancen in den Produktkategorien Sportboote und Cruiser nutze. Dies entspricht im Wesentlichen den Bootsklassen, die von der US-Traditionsmarke in Europa verkauft werden – und die zum erheblichen Teil auch in Europa gefertigt werden.

Das Interesse war groß, allein der Käufer fehlt

Im dritten Quartal wird Sea Ray die Produktion von Sportyachten und großen Motoryachten an den US-amerikanischen Standorten Sykes Creek und Palm Coast (beide in Florida) einstellen und dabei bis zu 825 Stellen abbauen. Auch die EU-Strafzölle auf Boote, die in den Vereinigten Staaten produziert werden, könnten den Ausschlag dafür gegeben haben, die Yacht-Baureihen in Zukunft nicht mehr zu produzieren. „US-Marken, die innerhalb der EU produziert werden, sind natürlich nicht betroffen.“ teilte Jürgen Tracht, Geschäftsführer des deutschen Branchenverbands, dazu float auf Anfrage mit. Tracht fügte hinzu: „Für Unternehmen, die US-Boote importieren und verkaufen, sind Strafzölle in dieser Höhe existenzgefährdend.“

„Das Interesse an Sea Ray war groß, aber die Angebote, die wir erhielten, entsprachen nicht unseren Erwartungen“, sagte Mark Schwabero, der CEO von Brunswick, in einer Erklärung.

„In den letzten Monaten haben wir einen umfassenden Verkaufsprozess für Sea Ray durchgeführt, von dem wir glaubten, dass er den höchsten Erlös für unsere Aktionäre generieren würde“, so Schwabero. Diese unerwartet niedrigen Gebote seien vor allem auf „die anhaltend schwache finanzielle Performance der Produktkategorie Yacht zurückzuführen“, was eine positive Bewertung des übrigen Teils von Sea Ray erschwert und überlagert habe. Zuletzt hatte Sea Ray für die Start der Modernisierung der Cruiser-Baureihe Zustimmung in der Branche erhalten.

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