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Tally Ho Alle Heckspanten stehen © Leo Sampson
Refit-Projekt

Die Heckspanten stehen!

Für Leo und sein Team beginnt die heiße Phase im letzten Bauabschnitt vor der Frühlingspause: die Frame Raising Party.

Tommy Loewe
von in
4 Minuten | 1 Kommentar

An der Tally Ho, dem 47 Fuß langen Gaffelkutter von 1910, den Leo vor zwei Jahren für den symbolischen Preis von einem Britischen Pfund erworben hat und seitdem als Refit-Projekt wieder neu aufbaut, werden die letzten Spanten des Heckbereichs gebaut und eingesetzt. In zwei Jahren soll der Holzboot-Klassiker seinen zweiten Stapellauf haben.

Leo und sein internationales Bootsbauer-Team aus sechs Volunteers gehen hochmotiviert den letzten Bauabschnitt vor ihrer Frühjahrspause an. Versorgt werden sie von Glenda und Bill, die sie bekochen. Es wird gesägt, gehobelt, gefräst, gehämmert – und viel gelacht. Zwischendurch wechselt Leo noch das Bandsägeblatt der großen Schiffssäge, und man sieht: Es ist nicht einfach, so ein störrisches Sägeblatt zu entrollen und aufzurollen. Die Zähne sind scharf.

Tally Ho

Das störrische Sägeblatt © Leo Sampson

Mit alten und modernen Maschinen

Was das Team hier macht, ist hohe Bootsbaukunst – wie in alten Zeiten, allerdings mit alten und modernen Maschinen. Jeder weiß inzwischen, was er zu tun hat, und die Arbeit geht schnell voran. Die aus mehreren Krummholzteilen bestehenden Spanten (die Frames), werden erst versetzt zusammengebaut, dann mit roter Bleimennige versiegelt und mit Holznägeln fest gefügt.

Die genauen Maße dafür kommen vom Schnürboden, den Leo sehr akribisch angefertigt hat. Dann werden die unteren Absätze (die Heels) an die Spanten geschnitten und die entsprechenden Ausschnitte (die Pockets) in das Achtersteven-Holz gefräst.

Tally Ho

Die alten Ausparungen für die Spanten © Leo Sampson

Diese Methode hat ihr Für und Wider. Leo erklärt anhand des alten Original-Stevens, dass so ein besserer Halt gewährleistet ist. Das Holz kann an den unteren Spanten-Enden nicht auffächern. Außerdem ist dies die Originalmethode, nach der das Boot vor 109 Jahren gebaut wurde, Die Pockets sind nur einen halben Zoll tief und mit Wasserablauf versehen.

In diese Ausschnitte werden die Spanten genau eingepasst. Das Holz wird an beiden Passflächen mit Bleimennige versiegelt, mit dickem Leim eingestrichen und jeweils mit zwei dicken Bronze-Schrauben festgezogen, bis der Leim quillt.

Tally Ho

Die Spanten werden... © Leo Sampson

Tally Ho

... in die Passflächen eingesetzt © Leo Sampson

Jubel, als der letzte Spant sitzt

Und dann ist es schließlich soweit: Unter allgemeinem Jubel sitzt der letzte Spant an seinem Platz, und der letzte Haken kann auf der To-Do-Liste gemacht werden. Jetzt ist es endlich Zeit für die echte Party. Am Abend spielen die Freunde von der „Sweater Weather String Band“ zum Tanz auf, und die Bootswerkstatt bevölkert sich mit Partyvolk.

Tally Ho

Der letzte Haken © Leo Sampson

Ein Kommentar

Sebastian Krüger /

Bleimennige ist sehr gesundheitsschädlich.
Siehe z.B. Kommentare dazu auf antifouling-shop.com.

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