float Magazine

Tricat 25 Evolution © Werft
Noch mehr Segelneuheiten

Edle, Exoten und multiple Rümpfe

Ungewöhnliches in der segelnden Mittel- und Oberklasse zeigt Teil 3 unseres Premierenberichts 2017.

von
Michael Krieg
in
5 Minuten

Ungewöhnliches findet man immer wieder bei französischen Herstellern. Bihan 6.50 heißt die trailerbare, mit Schwenkkiel ausgestattete und gewichtsmäßig leichte Kleinyacht der französischen Werft Marine Composites. Sie kombiniert die Merkmale eines Hochsee-Racers mit Kimmkanten und Carbon-Rigg mit denen eines Kleinkreuzers für Fahrtensegler samt Schlupfkajüte und Schwenkkiel. Gezeichnet von den Konstrukteuren von Finot/Conq ist die Bihan eine Weiterentwicklung der sportlichen Renner der Klassen Open 5.70 und 6.50. Wahrlich ungewöhnlich ist, dass das Gaffelrigg aus Carbon gebaut ist. Das hat durchaus Vorteile: Denn der dadurch leichtere Mast lässt sich bei Bedarf solo von einer Person legen und stellen.

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Bihan 6.50 © Werft
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Django 12.70 © Werft

Die Django 12.70 der französischen Werft Marée Haute in der Bretagne ist eine Langfahrtyacht, die speziell für kleine Crews gezeichnet wurde. Die Architekten legten hier offenkundig besonderen Wert auf die Stabilität, hohe Leistungsfähigkeit des Rumpfes und über ausreichend Staukapazität an Bord. Für ein gutes Maß an Sicherheit und einfaches Handling sorgt das halb geschlossene Cockpit. Ein großzügiges Deckshaus bietet bei extremen Witterungsbedingungen nicht nur sehr guten Schutz, sondern dank großer Fenster auch eine optimale Rundumsicht.
Wer auf der Django mit mehreren Personen unterwegs sein möchte, hat die Option, sich den Technikraum als zusätzliche Kabine mit Extrakojen umbauen zu lassen. Zudem sind zwei Kielversionen erhältlich – natürlich die Festkielvariante, aber auch ein Schwenkkiel, der das Aufsuchen flacher Gewässer bis hin zum Trockenfallen erlaubt.
Nebenbei bemerkt: Diese Variante mit einem aufholbaren Kielschwert bietet nun auch Delphia bei der Delphia 47 an, was das Flaggschiff der polnischen Werft ebenfalls trockenfalltauglich machen soll.

Die stille Favoritin

Atemberaubend schick und eine meiner stillen Favoritinnen ist die bereits 2016 eingeführte Tofinou 10 der französischen Edelschmiede Latitude 46. Die Werft baut ihre Boote auf der Insel de Ré, gelegen vor der Atlantikküste im Südwesten Frankreichs. Die schöne, optisch klassische Yacht hat vom Designbüro Joubert-Nivelt ein modernes Unterwasserschiff und neues Rigg bekommen, um so schnell und komfortabel zu segeln. Da jede Tofinou ein Einzelstück ist, kann die Werft auf individuelle Eignerwünsche eingehen. Konzipiert ist die 10-m-Yacht, die als Auftakt einer neuen Produktlinie entwickelt wurde, als Daysailer oder fürs küstennahe Fahrtensegeln. Dem entsprechend ist sie aus- und eingerichtet und kann wahlweise mit Fest- oder Schwenkkiel geordert werden.

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Tofinou 10 © Werft
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Najad 450 CC © Werft

Die Schweden-Verbindung

Solidität, feinen Bootsbau und Langlebigkeit bieten mit ihren Yachten immer wieder zwei Vertreter von der schwedischen Insel Orust nahe Göteborg an: Hallberg Rassy und Najad. Beide Werften stellten als Premiere ihre neuen Mittelcockpityachten vor.
Die neue Najad 450 CC tritt die Nachfolge der 440er an. Auch mit der Neuen bleibt man bei der schwedischen Werft der Markenidee treu, die eigene Bootsbautradition und mit einem sehr guten Händchen und besonderen Gefühl für Details zu verbinden und so beste Segeleigenschaften, Sicherheit und Komfort zu erreichen. Eine Optimierung erfuhren das Rigg und der Segelplan der Najad: Für das Segeln an der Kreuz wurde das Handling durch eine 108%-Genua erleichtert und die Sicht nach Lee verbessert.
Gezeichnet wurde die Najad von Judel, Vrolijk & Co in Bremerhaven. Die wesentlichen Rumpfmerkmale sind nach wie vor die steilen Schiffsenden. Innen ist die Segelyacht geräumiger geworden. Rumpffenster gewähren Ausblicke nach draußen, und der Decksaufbau wirkt durch die nun größeren und durchlaufenden Fensterzeilen gestreckter und moderner. Wie bei Hallberg Rassy wird die Crew im Cockpit durch eine Windscheibe geschützt. Praktisch ist außerdem die leicht zugängliche Staubox im Heck.

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Hallberg-Rassy 44 © Werft

Gewachsene Heckbreite

Die neue Hallberg-Rassy 44, die nun die HR 43 Mk III ablöst, besitzt aufgrund der deutlich gewachsenen Heckbreite erstmals eine Doppelruderanlage. So reduziert sich die Belastung auf jedem Ruderblatt, was zu mehr Sicherheit und besserer Kontrollierbarkeit in seglerischen Grenzbereichen führen wird.
Das nochmals leicht verlängerte Cockpit ist, wie für die Werft typisch, großzügig gestaltet und umlaufend geschützt. Als Option zu haben ist die am Heck installierte, automatisch absenkbare große Badeplattform.
Unter Deck kann die Kundschaft wählen. Entweder man ordert in der Achterkabine zwei separate Kojen oder eine zusätzliche Sitzecke nebst Schminktisch. Vorn wird im Standard eine große V-Kabine mit Nasszelle angeboten, als optionale Variante gibt es zusätzliche getrennte Etagenkojen. Diese Variante vorn bietet auch Najad.
Dass sowohl Hallberg-Rassy als auch Najad im Innenausbau immer wieder Maßstäbe setzen, bedarf keiner besonderen Erwähnung. Es reicht der Hinweis „klassisch edel“.

Ferner Nordosten unter deutscher Direktion

Eine weitere neue Mittelcockpityacht, die das Zeug dazu hat, den Platzhirschen aus Schweden Konkurrenz zu machen, ist die Saare 46 aus Estland. Als CC wurde die Saare im Herbst vorgestellt, die brandneue Version ist die Semi-Custom-Variante Saare 46 SC.
Der neue Inhaber der Werft, Thomas Nielsen von Yachtsport Eckernförde, will die Produktion dieser hochwertigen und zeitlosen Fahrtenyachten vorantreiben. Zu den Maßnahmen, um die Marke weiter zu etablieren, gehört neben der maximal variablen Konfigurierbarkeit unter Deck auch die Möglichkeit, das Cockpit und die Heckform zu verändern.

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Tricat 25 Evolution © Werft

Doppelt und dreifach

Düsseldorf hatte natürlich auf dem Gebiet der Mehrrumpfboote, seien es nun Katamarane oder Trimarane, auch viel Neues zu bieten. Ein kleiner Vertreter dieses Segments ist der Tricat 25 Evolution, ein faltbarer und somit auch trailerbarer Trimaran, der seine Schwimmer auf dem Wasser wie auf dem Trailer liegend an den Rumpf falten kann. Vor allem auch in den Häfen ist das eine platzsparende Angelegenheit. Dank Profilflügelmast und Selbstwendefock – den Solosegler wird es freuen – dürfte der Spaß am Segeln in Gleitfahrt garantiert sein. In der Kabine ist Platz für vier Personen, und allen werden auch entsprechende Schlafplätze geboten. So bieten sich nicht nur kurze Tagesausflüge, sondern auch etwas länger gestaltete sommerliche Segeltörns in Küstennähe mit dem Tricat an.

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Corsair 760 © Werft

Ähnlich groß ist die überarbeitete Version des Corsair 750, die nun von der Corsair Marine in Vietnam als Corsair 760 vorgestellt wurde. Auch dieser Trimaran ist dank des bewährten Klappmechanismus der Schwimmer, die nun noch mehr Volumen als die Vorgängermodelle haben, und in Verbindung mit der einfachen Maststellvorrichtung trailerbar. Verbessert wurde die Inneneinrichtung mit Pantry und Hubdach. Wem der Tri in seiner Grundform nicht schnell genug ist, kann ihn auch als Sportversion mit Karbonmast- und -baum und einem kompletten Performance-Paket ordern.

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Nautitech 46 Fly © Werft

Natürlich war in Düsseldorf auch alles im Zweirümpfer-Segment vertreten, was der internationale Markt zu bieten hat. Stellvertretend möchten wir hier den Nautitech 46 Open vorstellen, dem Flaggschiff der Bavaria Kat-Linie, die in Rochefort an der französischen Atlantikküste gefertigt wird. 46 Fuß auf zwei Rümpfen, das bedeutet zunächst einmal ein großzügiges Raumangebot vom Cockpit über den geräumigen Salon mit Loungebereich und Pantry bis zu den Kabinen, die wirklich entspanntes Reisen zulassen.
Mit dem Nautitech 46 Fly bietet Bavaria auch eine Flybridge-Version. Mit Marc Lombard hat Bavaria für den Entwurf der Nautitec-Katamarane einen der renommiertesten Yachtdesigner Frankreichs gewinnen können.

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