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Rekordfahrt durch die dänische Südsee mit einer einzigen Batterieladung © Danfoss
Südsee-Elektrofähre

Ellens Reichweiten-Rekord

Seit drei Jahren stromert die Elektrofähre Ellen über die dänische Südsee. Jetzt hat sie einen besonderen Rekord aufgestellt.

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2 Minuten

Ellen hat Ausdauer. Die Elektrofähre, die zwischen den dänischen Inseln Alsen und Aerø pendelt, ist so sparsam wie noch nie über den Alsenbelt gefahren. Bei der Rekordfahrt durch die dänische Südsee reichte eine einzige Batterieladung für eine Distanz von 50 Seemeilen – rund 92 Kilometer.

Damit hat die Elektrofähre weit mehr zurückgelegt als ihr gewöhnliches Pensum. Ellen muss für eine Passage 22 Seemeilen zurücklegen und tut das seit Jahren ohne Pannen. Die Fähre entstand 2019 als Projekt „E-Ferry“ mit EU-Hilfen, um die Möglichkeiten des Elektroantriebs auf See zu testen.

21,3 Millionen Euro hat sie gekostet. Zwar ist diese Summe rund 40 Prozent höher als bei gewöhnlich angetriebenen Fähren dieser Größe. Doch die Betriebskosten liegen um drei Viertel niedriger. Zwischen fünf und acht Jahren dauert es, bis die Investition in die neue Technik sich amortisiert hat, rechnet Projektpartner Danfoss vor. Das dänische Unternehmen hat Teile des Antriebs beigesteuert.

Elektrofähre Ellen
Ellen ist so sparsam wie keine andere Fähre © Danfoss

Die 60 Meter lange Fähre kann bis zu 30 Fahrzeuge und 200 Passagiere befördern. Im Design ähnelt sie eher einem Segler als einem Motorschiff. Der Rumpf ist lang und schlank, um Energie zu sparen, und das Autodeck offen, um Gewicht zu sparen.

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Auch gibt es keine Rampen, sie wurden an Land verlagert. Das Passagierdeck liegt auf Höhe der Wasserlinie. Bei der Konstruktion hat Leichtbau dominiert. So ist nur der Rumpf aus Stahl, der Aufbau dagegen besteht aus Aluminium. Sitze sind nicht aus Holz, sondern aus Altpapier.

Energie aus der Windkraftanlage

Mit einer Kapazität von 4,3 Megawattstunden (MWh) ist der Akku einer der größten, die bisher in ein Schiff eingebaut wurden. Er stammt vom Hersteller Léclanche aus der Schweiz. Die Nutzung der Fähre spart 2.520 Tonnen CO2 im Jahr ein. Im Vergleich zu einer alten Fähre, die sie ersetzen würde, sogar gut 4.000 Tonnen. Der elektrische Antrieb kommt auf einen Wirkungsgrad von 87,4 Prozent. Dieselfähren schaffen allenfalls die Hälfte.

Elektrofähre Ellen
Der Strom kommt von der Insel Aero aus Windkraftanlagen © Danfoss

Der Strom für Ellens Riesenakku wird auf der Insel Aerø vollständig mit Windkraftanlagen produziert. Der Ladevorgang wird während des 20 Minuten dauernden Aufenthalts in Gang gesetzt, dabei lädt Ellen Strom für elf Seemeilen. Auch auf anderen Fährverbindungen wird mit Elektroantrieb experimentiert. Zuletzt kündigte die Reederei Scandlines den Bau eines solchen Schiffs für die Vogelfluglinie an.

Danfoss schätzt, dass allein in Europa 696 Elektrofähren vom Typ Ellen statt Fähren mit Dieselantrieb eingesetzt werden könnten. Weltweit sind es ungleich mehr. 2019 wurden rund um den Globus, mehrheitlich in Asien, rund 4,27 Milliarden Passagiere und 373 Millionen Fahrzeuge von Fähren transportiert. Danfoss hat angekündigt, Ellens Rekordfahrt ins Guinness-Buch der Rekorde eintragen zu lassen.

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