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Vision mit vier Masten: das neue Frachtschiff fährt mit Wasserstoff © Energy Observer
Frachtsegeln

Energy Observer plant grünes Frachtschiff

Nach ihren Forschungs-Kat entwickeln die Franzosen das erste Frachtschiff mit Brennstoffzelle unter Segeln.

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2 Minuten

Fängt beides mit W an: Wollmilchsau und Wasserstoffzelle. Und die Erwartungen an die Wasserstoffzelle sind genauso hoch wie die an die eierlegende Wollmilchsau.

Im Bootsbau tun sich die Franzosen von EODev energisch hervor. Mit ihrem Wasserstoffzellen-Katamaran „Energy Observer“ sind sie seit zwei Jahren auf allen Weltmeeren auf Forschungs- und Bekehrungstour. Die interdisziplinäre Crew kombiniert die nachhaltigen Antriebsmöglichkeiten von Wind, Sonne, Wasserstoff und Wasser, um einem Perpetuum Mobile möglichst nahe zu kommen.

Energy Observer Brennstoffzelle
Der Energy Observer vor Spitzbergen © Energy Observer

Anteilseigner Toyota nutzt den Katamaran, um seine Wasserstoffzellen aus der Massenproduktion unter den harten Ozeanbedingungen zu testen. Immerhin haben die Japaner einen Robustheitsmythos zu füttern: Ihr Pick-Up Hilux überstand unbeschadet einen Acht-Meter-Sturz von einem Kran…

Im Blick der Politprominenz

Mit dem Schiffs-Konzept Energy Observer 2 will EODev dahin gehen, wo die meisten Emissionen auf See verbrochen werden: in der Frachtschifffahrt. Ihr Frachtschiff wird 120 Meter lang sein und 240 Einheits-Container fassen können. Neben dem Wasserstoff nutzt es Windenergie mit den Oceanwing-Segeln, die auch schon auf dem Katamaran zum Einsatz kommen.

Energy Observer Brennstoffzelle
Windenergie soll mit Oceanwing-Segeln genutzt werden © Energy Observer

Mit der Segelunterstützung soll aufgefangen werden, dass flüssiger Wasserstoff zwar dreimal so effektiv wie Diesel ist, aber mehr als viermal so viel Speicherplatz benötigt.

Aber sonst sehen die EODev-Strategen die größten Vorteile für die Schifffahrt beim Wasserstoff – solange er ohne CO2-Emissionen gewonnen wird, was noch die Ausnahme ist. Grüner Wasserstoff erreicht die beste Energie-Balance, wenn man Naturschutz, Leistungsfähigkeit und Speicheranforderungen berücksichtigt.

Energy Observer 2
240 TEU Containerkapazität soll der Frachter haben © Energy Observer

Vorgestellt wurde das Konzept auf dem One Ocean Summit Anfang Februar. Auf dem Politgipfel in Brest diskutierten internationale Regierungsvertreter über den Schutz der Meere. Neben der Bekämpfung des Plastikabfalls und der Überfischung stand auch der Bereich „Wasserstoff und Erneuerbare Energien“ auf dem Programm.

Technische Daten Energy Observer 2

Länge120 m
Breite22 m
Tiefgang5,50 m
Gewicht5.000 t
Segelfläche1.450 qm
Marschgeschwindigkeit12 Knoten
Reichweitebis zu 4.000 nautische Meilen
Motorisierungelektrischer Antrieb mit 4 Megawatt Leistung
Brennstoffzelle (RexH2 EODev)2,5 Megawatt
Wasserstofftanks (LH2)70 Tonnen (1.000 Kubikmeter)
Containerkapazität240 TEU

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