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Polyvalk, ausgerüstet mit Hubkiel und Gaffelsegel © Werft
Segelboote für den Einstieg

float empfiehlt: Polyvalk Classic

Aus dem Valk wurde ein Polyvalk: Der holländische Kleinsegler vereint die Vorteile einer Jolle mit denen eines Kielboots.

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3 Minuten

Das erste Boot vergisst man nie! Und daher muss es gut sein! float stellt jede Woche ein Einsteiger-Segelboot vor, das drei Dinge vereint: Es hält etwas aus, bietet Stabilität, hat einen Kiel und eventuell sogar eine kleine Kajüte. Einige sind zudem trailerbar – das macht unabhängig vom Liegeplatz-Mangel.

Wen sprechen wir an? Keine absoluten Anfänger! Sondern alle, die das Segeln bereits in Grundzügen beherrschen. Und somit Erfahrungen besitzen – sei es durch den Erwerb eines Segelscheines in der Segelschule oder beim Mitsegeln mit Freunden.

Was kostet das? Leider immer mehr. Auf Neubauten wartet man aktuell häufig bis zu einem Jahr. Weil vielen zu lange dauert, steigen auch die Gebrauchtboot-Preise permanent. Die Kosten für den Einstieg mit dem eigenen Boot lassen sich im Übrigen drücken, wenn man viel selbst macht. Das heißt: Wer handwerkliche Fähigkeiten hat, kann viel Geld sparen.

Wichtig: Die hier getroffene Auswahl erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Zu groß ist das Angebot an Neu- und Gebrauchtbooten. Wir wollen lediglich zeigen, wohin die Reise auf See und Meer gehen kann.

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Polyvalk Classic: erprobtes Charterboot

Der Polyvalk ist ein kleines offenes Segelboot mit Gaffelsegel und festem Kiel. Es wird in großer Zahl in den Niederlanden gebaut und als Freizeit- und Regattaboot genutzt. Dank seines festen Kiels und seiner beispiellosen Stabilität eignet er sich auch als offenes Einsteigerboot. Seit rund 20 Jahren baut Ottenhome Heeg aus Holland die Standardversion, die heute unter dem Namen „Polyvalk Classic“ angeboten wird. Sie ist die würdige Nachfolgerin der legendären holländischen BM-Jolle, die es schon fast 80 Jahre gibt.

Polyfalk
In Holland auch ein beliebtes Regattaboot © Werft

Auch der Valk (niederländisch: Falke) ist schon sehr alt. Bereits 1939 entwickelte der renommierte holländische Yachtkonstrukteur E.M. van de Stadt das Boot. Es sollte nicht nur robust sein, sondern auch überzeugende Segeleigenschaften haben.

In den 1980er-Jahren begannen die Werften, den Rumpf nicht mehr aus Sperrholz, sondern aus Polyester zu bauen. So entstand der Name Polyvalk. Die Polyvalken werden gern als Schulungs- oder Charterjollen eingesetzt. Ottenhome Heeg ist heute bei unseren westlichen Nachbarn einer der größten und namhaftesten Bootsvercharterer.

Die ausgeklügelte Konstruktion bringt es mit sich, dass der Valk bis heute nicht nur als Schulungsboot und für Bootsvermietungen beliebt ist. Auch Privateigner wissen das Boot als Freizeit- und Tourenjolle mit viel Stauraum zu schätzen. Dank vieler Ausstattungsmöglichkeiten lässt sich die Polyvalk ganz nach eigenem Geschmack und Einsatzideen ausrüsten.

Slippen dank revolutionärem Liftkiel

Ungewöhnlich für den Laien ist sicher zunächst das Gaffel-Großsegel. Im Gegensatz zu einer Hochtakelung ist das obere Liek in eine sogenannte Gaffelspiere eingezogen. So wird der obere Teil des Segels hinausgestreckt. Das hat zwei Vorteile: Zum einen ist der Mast kürzer und somit beim Mastlegen und -stellen sowie Trailern zum Stauen auf dem Boot handlicher.

Die Gaffelspiere verringert die Kentergefahr für Anfänger © Werft

Zum anderen aber, besonders wichtig für Einsteiger, fällt die Gaffelspiere bei Lage nach Lee und nimmt so bei einem plötzlichen Einfall von Böen vorzeitig den Druck aus dem Großsegel. Das vermindert die Kentergefahr.

Technische Daten Polyvalk Classic

Länge: 6,65 m
Breite: 2,00 m
Tiefgang: 0,85 m
Gewicht: 650 kg
davon Ballast: 150 kg
Segelfläche: 17,50 qm (Groß 12 qm, Fock 5,50 qm)
Preis: ab 15.750 Euro

Zum Auf- und Abslippen der stabilen Polyvalk brauchte man ursprünglich stets einen Kran oder den Einsatz eines Bocks. Schließlich verhinderte der Kiel dieser Boote, dass sie sich einfach über eine Slipanlage ins Wasser bringen ließen. Mit dem revolutionären Liftkiel ist das Geschichte.

Das Boot verfügt über einen speziellen Hubkiel, der sich mittels Talje am Baum hochziehen lässt. So steht auch einem einfacheren Transport hin zu fremden Gewässern nichts mehr im Wege. Damit lässt sich die Polyvalk nun auch problemlos ohne Kran zu Wasser lassen.

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