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© Glastron Classic
Klassiker

Wie 007 auf der Weser

Einmal pro Jahr sind bei den Glastron Classics die schönsten Modelle der US-Bootsmarke zu sehen.

float Redaktion
von in
5 Minuten

Es ist heiß an diesem Wochenende, wie an allen letzten Wochenenden auch. Die Sonne reflektiert das goldene Glitzern einer Hammond V 1725 im Wasser. Ihre Nachbarin, eine Glastron Futura, ist fünf Jahre älter. Neben der Zukunft liegt das Abenteuer – in Form einer Aventura V 235. Und mit von der Boots-Partie sind auch die Carlsons, davon sind gleich fünf Stück zum Klassiker-Meeting der US-Marke Glastron gekommen. Insgesamt sind es 14 Boots-Oldtimer, die sanft im Wasser der Weser schaukeln, viele aus der goldenen Zeit des US-Motorboote.

Auch das hat wieder mit der Sonne zu tun: Wegen Niedrigwassers auf der Elbe musste das Jahrestreffen des Fanclubs, der Classic Glastron Owners Association Europe, dieses Jahr auf die Weser umziehen. Da war es auch sehr schön, weil der Hafenmeister der Marina Wieltsee sich so viel Mühe gegeben hat.

  • Classic GlastronBildbeschreibung
  • Classic GlastronFahrerlager
  • Classic GlastronFunkelnde Schätze in der Marina Wieltsee

Schmuckstücke aus der goldenen Zeit

Alle 14 Besitzer, ausnahmslos Männer, die im heißen Sommer mit ihren Booten anreisten, sind echte Fans. Ihr Ziel: sich gemeinsam an den schicken Schmuckstücken von Glastron zu erfreuen. Die Marke ist legendär – wegen der Eleganz der Bootsmodelle aus der klassischen Ära der 1960er- bis 1980er-Jahre, aber auch wegen ihrer besonderen Performance. 1973 wurde die Glastron GT 150 durch die spektakulären Verfolgungsjagden im James-Bond-007-Film „Live and let Die“ berühmt.

Classic Glastron

Glastron GT 150 im James Bond-Film 'Live and let Die' © Classic Glastron

Die Boote am Steg, teils aus den 1970er-Jahren, sind originalgetreu hergerichtet und restauriert. Manche sind aufgemotzt mit Jetantrieb, mit größeren Motoren und speziellen Auspuffanlagen, um die Geschwindigkeit zu erhöhen und den Sound zu verbessern.

Man plaudert bei Bratwurst und Bier in der schmucken Marina, knüpft neue Kontakte und fachsimpelt – wie es nur Oldtimer-Fans können – über die gelungensten Refits und die besten Bezugsquellen für Ersatzteile. Die Typennamen der betagten Sportboote – wie V 154 Futura, Glastron SSV 167, Carlson CV 16, 21 oder 23, aber auch CSS 23, SSV 194 oder CVX 16 SS – lassen den Eingeweihten wohlige Schauer über den Rücken laufen. Sie können den Modellen anstandslos das Herstellungsjahr zuordnen. Einer von ihnen ist Hendrik. Es ist seine Hammond V 1725, die golden im Licht des Nachmittags strahlt.

Glastron-Klassiker

Glastron CVX 18 und 74er CV 16 © Classic Glastron

Jäger und Sammler

Hendrik Schwarten, gelernter Fischwirtschaftsmeister aus dem schleswig-holsteinischen Eutin, ist begeisterter Besitzer von zwei Glastron-Booten und hier schon seit zehn Jahren dabei. Der ehemalige Segler entdeckte die Marke Glastron 2006 für sich. Besonders gut gefiel ihm die Glastron Carlson. „Meine Suche führte mich nach Belgien, wo ein Boot aus Erstfamilienbesitz angeboten wurde. Es war eine CV 16 mit einem 150-PS-Mercury-Außenborder von 1973.“ erinnert Hendrik sich. Wegen seiner üppigen Höhe wird der Motor in Fachkreisen auch Tower of Power genannt.

Classic Glastron

Hammond Cordoba 1725 © Classic Glastron

Hendrik musste nur den Motor überholen, mehr war nicht notwendig für das Vergnügen, einen Bootsklassiker zu fahren. „Und dann stieß ich 2010 auf eine Hammond Cordoba 1725.“ 17 steht für die Länge in Fuß und 25 für die Ausstattungsvariante. Hendrik musste einfach zuschlagen. Im Heck seiner goldenen Glastron steckt ein Chevrolet-Motor mit Mercruiser-Antrieb, ein Reihen-Sechszylinder mit 4,1 Liter Hubraum und 165 PS.

Sie ist wie die Glastron Carlson in Metalflake gehalten, in diesem Fall in Gold. Das Cockpit ausgekleidet mit goldenem Kunstleder, hat Holzimitat und einen braunen Teppich. „Diese alte Lady fahre ich nicht höher als 3.000 Touren, um Motor und Antrieb zu schonen.“ sagt Hendrik. Denn es ist noch die erste Maschine.

Über die Website Classic Glastron, die ihren Ursprung in den USA  hat, fand Hendrik zum deutschen Chapter. Er lernte Aaron Schreiber, seines Zeichens der Präsident, kennen, der auch die Treffen organisiert. 2011, so erinnert er sich, kamen mehr als 30 Boote. Sogar Eigner aus Dänemark und Holland waren dabei. Der Zusammenhalt bei den Glastron-Fans ist klasse, findet Hendrik.

alternativetext

Kleine Abkühlung in der Weser © Classic Glastron

Meertauglich, wenn keine Welle steht

Sie, die sich hier an der Weser treffen, sind nicht die einzigen in Deutschland. Auch in Berlin, am Rhein und der Donau trifft sich die Glastron-Classic-Community. Und in Zukunft soll auch ein Treffen auf der Mosel stattfinden. Und wo fährt Hendrik seine Hammond am liebsten aus? „Meistens auf der Ostsee – je nachdem, wieviel Welle steht.“ Bei viel Wind zieht er um auf die Teerhofinsel zur Hansawerft in Lübeck. „Dann geht es da zu Wasser, und wir fahren um Lübeck oder die Trave entlang Richtung Travemünde.“

  • Classic GlastronAusfahrt der Hobbyisten
  • Classic GlastronGlastron GT 160
  • Classic GlastronGlastron Carlson CV 27
  • Classic GlastronGlastron GT 160

An diesem Wochenende macht die illustre Glastron-Gemeinde noch eine Ausfahrt auf der Weser. Manche cruisen bei der großen Wärme gemächlich auf der Weser, andere lassen ihren Bootsmotoren freien Lauf und sich selbst vom Fahrtwind kühlen. Am Sonntag fahren die Glastroner nach Bremen und präsentierten sich mit ihren schicken Klassikern bei einer Tour durch Bremens Altstadt. Dann geht es schon wieder nach Hause. Aber Mann hat schon verabredet, dass im September ein Treffen am altbekannten Ort auf der Elbe stattfindet.

Wie man eine Legende baut

Die Geschichte der US-amerikanischen Marke Glastron beginnt um 1953. Glastron-Gründer Bob Hammond und seine damalige rechte Hand, Bill Gaston, beginnen kurz nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Bau von Fiberglasbooten. Damals war es bahnbrechend, dem neuen Werkstoff den Vorzug gegenüber dem traditionellen Rumpfbaumaterial Holz zu geben. Mit einer Einlage von 25.000 US-Dollar Startkapital von Investoren wurde das Unternehmen offiziell am 14. Oktober 1956 gegründet.

Classic Glastron

Bill Gaston und seine Frau © Classic Glastron

Es fehlte nur noch ein einprägsamer Firmenname. Da kam Bob Hammonds Frau Bettye auf die Idee, die Begriffe „Glas“, für das neue Material Fiberglas mit dem technisch klingenden „tron“ zu kombinieren – der Name „Glastron“ war geboren. Heute gehört die Marke zur größten Werftgruppe für Freizeitboote, dem französischen Beneteau-Konzern. In Deutschland werden die Boote über das Jeanneau-Händlernetz angeboten.

Zwischenzeitlich war Glaston die erfolgreichste Bootsmarke der Welt. Aber das ist eine andere Geschichte, die wir demnächst auf float erzählen.

Teilnehmerliste

Martin72er Glastron Futura V 153 AB V4
Marius73er Glastron V 212 IB V8
Frank74er Glastron Carlson CV 16 AB V4
Achim74er Glastron Laraya GT 160 AB V4
Hendrik78er Hammond V 1725 IB R6
Detlef79er Glastron Carlson CV 27 IB 2 x V8
K. J.79er Glastron Bal Habour V 225 IB V8
Peter79er Glastron Aventura V 235 IB V8
Ralf79er Glastron Carlson CV 23 IB V8
Oliver80er Glastron SSV 164 IB R4
Peter S.80er Glastron SSV 173 IB R6
Matthias82er Glastron Carlson CVX 16 AB V4
Daniel84er Glastron SSV 174 IB R4
Mario86er Glastron Carlson CVX 18 IB V8

Mehr über die Glastroner findet ihr hier.

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