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Gorch Fock © Michael Krieg Gorch Fock © Michael Krieg
Gorch Fock

Gorch-Fock-Prüfer belasten Ministerium

Ein geheimer Prüfbericht hält das Verteidigungsministerium für die Kostenexplosion bei der Gorch Fock für mitverantwortlich.

float Redaktion
von in
2 Minuten

Der Bundesrechnungshof macht das Verteidigungsministerium für das finanzielle Debakel bei der Instandsetzung des Segelschulschiffs „Gorch Fock“ verantwortlich – zumindest teilweise. Das meldet heute das Nachrichtenmagazin Der Spiegel prominent auf seiner Website. Was ist daran neu?

In dem nach Spiegel-Angaben vertraulichen Prüfbericht wird festgestellt, die enorm gestiegenen Kosten seien „nur durch gravierendes Missmanagement bei Marine, Beschaffungsamt und auch im Ministerium möglich“ gewesen. Die Weiterführung der immer teurer werdenden Sanierung sei mehrmals durch ranghohe Mitarbeiter des Ministeriums genehmigt worden. Von Beginn an habe „die Basis für die Planung“ gefehlt, zitiert das Magazin die behördlichen Prüfer. Bereits im April 2018 hatte das zuständige Bundeswehramt gegenüber float fehlenden Überblick bei der Sanierung des Großseglers eingeräumt.

Gorch Fock

Gorch Fock © Michael Krieg

Wäre ein Neubau inzwischen billiger?

Es ist eine Kostenexplosion mit Ansage: Nach dem Skandal um die Kostenexplosion mit Ansage und dem bereits 2017 vom zuständigen Bundeswehramt gegenüber float geäußerten Eingeständnis des fehlenden Überblicks bei der Sanierung des Großseglers folgte vor wenigen Tagen nach Bestechungsvorwürfen bei der Auftragsvergabe ein Krisentreffen im Ministerium von Ministerin Ursula von der Leyen – mit dem vorläufigen Zahlungsstopp.

Das Hauptargument, dass ein Neubau vermutlich höhere Kosten verursacht hätte, lassen die Befürworter eines klaren Schnitts nicht gelten. Die öffentliche Diskussion ist voll entbrannt. Baut man das seit 2015 in Sanierung befindliche Schiff fertig, oder ersetzt man es durch einen Neubau?

Gorch Fock

Gorch Fock 2010 in Bremerhaven © Wikimedia (Public Domain) / Tvabutzku1234

Retten, was nicht zu retten ist

Die geschätzten Kosten für die komplizierte und komplexe Sanierung sind enorm gestiegen. Von 10 Millionen Euro ging es über 35 Millionen auf 70 Millionen Euro. Im Frühjahr 2018 war man bei 135 Millionen angekommen – sehr zum Missfallen des Steuerzahlerbunds. Man hatte sich offenbar kostenmäßig völlig verschätzt, wie das zuständige Bundeswehr-Ausrüstungamt (BAAINBw) gegenüber float schon im April 2018 einräumte.

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