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Lagoon 46 © Nicolas Claris Geräumiger Luxus an Bord: Lagoon 46 © Nicolas Claris
Fahrten-Kats Lagoon 46 und Privilege 510

Viel, viel, viel Platz

Üppige Geräumigkeit fürs Leben an Bord bieten die Fahrten-Katamarane Privilege 510 Signature und Lagoon 46.

von
Michael Krieg
in
4 Minuten | 1 Kommentar

Dass große Segel-Katamarane kein Nischendasein mehr führen, belegt ihre Präsenz auf der boot Düsseldorf. float stellt vier Fahrten-Kats in einer Doppelfolge vor. Im zweiten Teil: Der französisch-deutsche Luxus-Langstrecken-Kat Privilège 510 Signature und die extrem großzügig geschnittene Lagoon 46.

Mehrrumpf-Segelyachten haben Vorteile, die nicht zu unterschätzen sind: Auf bestimmten Kursen segeln Multihull-Boote häufig schneller und zudem immer „aufrecht“, also ohne Krängung. Im Seegang verhalten sie sich durch ihre stabile Lage wesentlich angenehmer als Boote mit nur einem Rumpf: Sie rollen und geigen kaum. Und sie bieten im Vergleich mit ähnlich langen Einrümpfer erheblich mehr Platz auf und unter Deck.

Lagoon 46
Segeln mit Überblick auf der Lagoon 46 © Nicolas Claris

Lagoon 46: Segeln mit Fly

Die zu Beneteau gehörende CNB-Werft (das steht für Construction Navale Bordeaux) aus Frankreich zeigt mit dem luxuriösen Katamaran Lagoon 46 eine Weltpremiere auf der gerade zu Ende gegangenen boot Düsseldorf 2019.

900 Einheiten sind inzwischen vom Lagoon 450 verkauft worden. Nun hat das Konstruktionsbüro VPLP design das Erfolgsrezept optimiert und auf den Lagoon 46 übertragen. Für das Interior-Design – eine fruchtbare Zusammenarbeit – zeichnet Nauta Design verantwortlich.

Lagoon 46
Lagoon 46 mit Flybridge © CNB

Viel, viel, viel Platz

Sofort augenfällig ist die großzügig gestaltete und über zwei Zugänge erreichbare Flybridge mit dem hoch gelegenen Steuerstand. Von hier aus hat man einen optimalen Überblick über das Schiff und die Umgebung. Hinter dem oberen Fahrstand ist eine Sitz- und Sonnenliegefläche. Ein großes Biminitop schützt hier vor der Sonne. Eine weitere, großzügig dimensionierte Liegefläche bietet das zusätzliche Cockpit auf dem Vordeck. Dies lässt sich auch als u-förmige Sitzgruppe nutzen.

Lagoon 46
Lagoon 46: zusätzliche Liegefläche im Bug © CNB

Im hinteren Cockpit, das von der Flybridge überdacht ist, ist der offene Sitz- und Essbereich platziert. Hier wird sich das Bordleben im Wesentlichen abspielen. Denn von hier aus man hat leicht Zugang zu den Badeplattformen und zum großen Salon. Der Salon selbst ist komplett ausgestattet mit Esstisch, Navigationsplatz und einer vollwertig ausgerüsteten Bordküche in U-Form.

Klassentypische Eigner-Version

Für die Bootsklasse typisch ist die Eignerversion. Sie bietet unter Deck drei Doppelkabinen, die jeweils über eigene Bäder mit separaten Duschkabinen verfügen. Die beiden Gästekabinen liegen im dann Backbordrumpf. Prächtig ist die Eignersuite im Steuerbordrumpf. Sie hat ein Kingsize-Inselbett, eine eigene Sitzgruppe wie in einer Suite. Dazu gehört ein großes Badezimmer mit separatem Toilettenraum im Vorschiff – und viel Stauraum.

Vercharterern bietet die Lagoon 46 anstelle der Master-Kabine zwei Doppelkabinen im Steuerbordrumpf an. Auch sie sind mit Bad und Dusche ausgestattet. So haben bis zu acht Personen Platz, um auf 2 x 13,99 m Rumpflänge großzügig unterkommen können.

New video on the 2019 Lagoon 46 catamaran

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Technische Daten Lagoon 46

Länge über alles: 13,99 m
Breite: 7,96 m
Tiefgang: 1,30 m
Verdrängung: 16.600 kg
Segelfläche: 140 m²
Motorisierung: 2 x 57 PS
www.cata-lagoon.com

Privilège 510 Signature: Mehr Luxus geht kaum

Eine der bekanntesten Katamaran-Marken für die weltweite Fahrt mit dem Anspruch einer Luxusklasse ist Privilège. Seit mehr als 30 Jahren widmet sich die Werft Privilège Marine im französischen Standort Les Sables d’Olonne der Entwicklung und Herstellung individuell gestalteter exclusiver Mehrrümpfer. Konstruiert werden die Boote seit Jahrzehnten durch das Designbüro von Marc Lombard. Seit Mai vorletzten Jahres gehört Privilège Marine zur Hanse Group.

Privilege 510 Signature
Die Privilege 510 Signature: Exklusivität ist Programm © Privilege Marine

Seit 1985 gibt es die Privilège-Cruising-Katamarane auf dem Multihull-Markt. Die erste Serie wurde noch von Philippe Jeantot, dem Begründer der Vendée Globe, entworfen. Seine Erfahrung als Hochseesegler steckt in den Privilège-Konstruktionen. Privilèges neue Signature-Reihe will Performance (für schnelles Reisen) und Luxus (für nobles Wohnen an Bord) miteinander kombinieren. So werden im Außenbereich edle Elemente auch ein Carbon-Mast und Carbon-Baum, Kevlar-Rigging und Leichtbaumaterialien eingesetzt.

Leichtgewicht mit 20 t

Alles an Bord ist mit Blick auf gute Ergonomie und Funktionalität konzipiert – von der technischen Ausstattung über die Schall- und Wärmeisolierung bis zu den Stromanschlüssen. So ist jede Yacht auf die individuellen Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten – egal ob er oder sie ein zusätzliches Bücherregal wünscht, ein größeres Bett, einen speziellen Ofen oder eine besondere Raumaufteilung.

Im Innenausbau sind die Möbel und der Fußboden durch einen Schaumkern leichter geworden. Zur Gewichtsreduzierung des Kats trägt außerdem bei, dass Kohlenstoff für alle strukturellen Elemente sowie bei Verstärkungen im Deck und in den Schotten eingesetzt wurde.

Unter Deck hat Darnet Design für ein modernes und klares auf Funktionalität ausgerichtetes Interieur gesorgt. Neben den üblichen Ausbauvarianten mit mindestens drei Doppelkabinen und vielen individuellen Optionen gibt es eine Besonderheit: eine zwischen den Rümpfen mittig platzierte separate Eignersuite.

Technische Daten Privilège 510 Signature

Länge über alles: 17,09 m
Breite: 7,98 m
Gewicht: 20.000 kg
Motor Diesel: 2x 41 kW
Maximale Passagierzahl: 12 Personen
CE-Kategorie: A (Hochsee)
www.yachts.group/de/privilege

Privilege 510 Signature
Großzügiges Layout bei der Privilege 520 Signature: Viele Luken - viel Licht unter Deck © Privilege Marine

Ein Kommentar

Die Lagoon 46 ist ein großer Abstieg zur 450F. Weniger Platz im Cockpit (auf eine Liegefläche wurde aufgrund einer Spüle und eines Kühlschranks verzichtet), kaum Überblick auf der Fly (durch Selbstwendefock und Liegefläche hinter dem Steuermann), ans Beiboot kommt man kaum ran, da jetzt eine Sitzfläche am Heck montiert wurde, zu kleine Staufläche für die Rettungsinsel (das Schiff ist für 12 Personen zugelassen, auf dem Messeschiff passte gerade einmal eine 6 Personen-Insel in den vorgesehenen Stauraum) usw. Vielleicht sollten die Konstrukteure einmal auf die Eigner der 450F hören. Es gibt sicherlich einiges zu verbessern, aber in diesem Fall wurde meiner Meinung nach einiges falsch gemacht

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