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Privilège Series 5 © Werft
Neuheit

Hanses erste Privilège

Dem ersten Kat nach Übernahme folgt bald ein Torqeedo-Boot.

Michael Krieg
von in
3 Minuten

Letztes Jahr im Mai wurde der französische Katamaranhersteller Privilège Marine von der Muttergesellschaft der HanseYachts AG, der Münchner Investorengruppe Aurelius, übernommen. Sie ist damit in den stark wachsenden Markt der Multihull-Boote eingestiegen, ähnlich wie zuvor schon Bavaria Yachtbau mit der Übernahme der Nautitech-Werft. Beide „deutschen“ Werften fertigen an der französischen Atlantikküste.

Jetzt lief in Les Sables-d’Olonne der erste Katamaran vom Stapel, der komplett nach der Übernahme durch HanseYachts gebaut wurde – ein nach Kundenwunsch individualisiertes Schiff des Typs Series 5. Der Stapellauf bestätigte den neuen Kurs von Privilège Marine, französisches Design mit deutscher Ingenieurskunst zu verbinden.

Individualisiert wird immer

Das Schiff besticht einerseits durch Eleganz, bietet zugleich höchstes Sicherheits- und Komfortniveau und zeigt sich in vielen Parametern äußerst leistungsstark. Hier kommen die Qualitäten des Konstrukteur Marc Lombards und des Designers Franck Darnet zum Tragen.

Privilège

Die neue Privilège á la Hanse © Werft

Seit 1985 gibt es die Privilège-Cruising-Katamarane auf dem Multihull-Markt. Die erste Serie wurde noch von Philippe Jeantot, dem Begründer der Vendée Globe, entworfen. Seine Erfahrung als Hochseesegler steckt in den Privilège-Konstruktionen. Die Grundkriterien, die er bei seinen Schiffen realisiert sehen wollte, waren klar: Komfort, Zuverlässigkeit, Sicherheit und Fahrvergnügen. Das von Jeantot überlieferte Know-how, gepaart mit modernen Fertigungstechniken, findet sich heute in der Privilège Series 5.

Die Qualität der Materialien und deren Bearbeitung sind de facto kompromisslos – beispielsweise bei den feinen Oberflächen aus Marmor, Wildkirsche und Walnuss. Nur das Beste findet bei diesen Semi-Custom-Booten beim Innenausbau, der Einrichtung und den Polstern Verwendung, wenn der Kunde es sich leisten kann.

  • Privilege PS5
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Alles an Bord ist mit Blick auf gute Ergonomie und Funktionalität konzipiert – von der technischen Ausstattung über die Schall- und Wärmeisolierung bis zu den Stromanschlüssen. So ist jede Yacht auf die individuellen Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten – egal ob er oder sie ein zusätzliches Bücherregal wünscht, ein größeres Bett, einen speziellen Ofen oder eine besondere Raumaufteilung.

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© Werft

Privilege PS5

Privilège Marine wird elektrisch

Privilège Marine macht neben seiner Entwicklungsgeschichte zusätzlich die Verwendung „intelligenter“ Hybrid-Antriebstechnik von Torqeedo interessant. Dieser Schritt kommt folgerichtig in einer Zeit, in der das Thema E-Mobilität verstärkt auch im Wassersport Einzug gehalten hat.

Der erste Hybrid-Katamaran der Series 5 von Privilège wird zurzeit mit zwei je 50 kW starken Innenbord-Motorensystemen von Torqeedo ausgestattet. Diese erweiterte Variante des Deep-Blue-Systems verbindet elektrische Antriebstechnologie mit integriertem Energiemanagement. Seine Energie bezieht das aus BMWi-Batterien gespeiste System aus verschiedenen Quellen: Per Landstrom, aus mit an Bord gewonnener Solarenergie, durch Hydrogeneration (der Propeller dreht während des Segelns mit) und für lange Strecken über einen speziellen Generator, der in etwa gleich große Reichweiten bieten soll wie eine mit Diesel-Saildrive ausgestattete Yacht. Jetzt findet dieses System erstmals bei einem Multihull aus Serienfertigung Anwendung.

Privilège

Privilège-CEO Gilles Wagner, das künftige Eignerpaar, Ulf Kanne (Torqeedo) © Torqeedo

Stromerzeugung per Schraube

Voraussichtlich im Frühjahr soll der erste Katamaran mit dem Hybrid-System vom Stapel laufen. Gilles Wagner, bis 2017 Eigner und heutiger CEO von Privilège Marine, erklärte, dass die bemerkenswerte industrielle Entwicklung von Torqeedo den Ausschlag dafür gegeben habe, sich als Werft für das Deep Blue System zu entscheiden. Peter Went, der künftige Eigner des Hybrid-Katamarans, schätzt das Torqeedo-System wegen der Stromerzeugung per Schiffschraube. „Für mich entscheidend war die Möglichkeit der Hydrogeneration, als ich das integrierte Energiemanagement betrachtete.“

Mit den Greifswaldern von HanseYachts verbindet Torqeedo bereits eine Zusammenarbeit: Im Herbst 2016 führten der Motorenbauer, die Werft und der dänische Ruderproduzent Jefa gemeinsam den Rudder Drive ein. Dieses Antriebssystem besitzt einen ins Ruderblatt selbst integrierten Elektromotor. Das ersetzt bei Segelbooten bis 40 Fuß Länge den Diesel, Heckstrahlruder und Saildrive.

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