float Magazine

Jeanneau Testevent 2019 © Kerstin Zillmer
Premieren

Jeanneau will Sun Loft bauen

Beim Test-Event in Cannes kündigt Jeanneau den Monocat an. Auch die übrigen Premieren glänzen, wie unser Video zeigt.

Stefan Gerhard
von in
5 Minuten

Es regnet Bindfäden in Cannes. Die Frühlings-Pressekonferenz von Jeanneau am Rande des internationalen Bootstest-Events (direkt zum Video) ist Schauplatz eines Scoops. Die Überraschung für die Presse verkündet Antoine Chancelier. Vor dem dramatischen Hintergrund eines heftigen Frühlingssturms kündigt der Marketingdirektor den zahlreich anwesenden Journalisten das Bootsprojekt Sun Loft an, einen Monocat.

Strategischer Auftrag für Philippe Briand

Unter einem Monocat wird üblicherweise die Variante eines Multihull-Boots verstanden, das im Bugbereich als Einrumpfkonstruktion beginnt und achtern wie ein Katamaran mit zwei Rümpfen endet. Noch lässt sich Jeanneau sich keine Details entlocken. Außer diesem: Mit dem Projekt Sun Loft hat die französische Werft Philippe Briand beauftragt. Insider der Bootspresse vermuten, das Boot könnte von der Dufour Atoll 43 inspiriert worden sein. Dieses 1998 eingeführte und mit nur 40 verkauften Einheiten bietet extrem viel Lebensraum im breiten Pilothouse – und es war ebenfalls von Philippe Briand gezeichnet worden. Es ist allerdings ein Monohull.

Jeanneau Prestige

Philippe Briand © Werft

Der langjährige Jeanneau-Chef Jean-Paul Chapeleau und der Entwickler präsentieren das Konzept am 25. April während der International Multihull Boat Show im südfranzösischen La Grande-Motte erstmals gemeinsam der Öffentlichkeit.

Jeanneau lässt Neuheiten testen

Die Boots-Neuheiten der Werft für die Saison 2019 hatten die Journalisten in zwei Tagen schon getestet, darunter die float-Crew und rund ein Dutzend weiterer Juroren des Best of Boats Awards – mehr dazu im Video am Ende dieses Beitrags. An Bord und am Steuer der interessantesten Boote unternehmen wir Testfahrten in der Bucht von Cannes vor der noch weitgehend leeren Promenade de la Croisette.

Jeanneau Prestige

Jeanneau ist sehr fleißig bei der Neuheiten-Entwicklung © Werft

Besonders angetan hat es uns die Jeanneau NC 37, ein richtiges Schiff mit schönem Raumkonzept auf einer Ebene. Interessant für Fluss, See und Meer sind das Familienboot Merry Fisher 895 Marlin mit vielen, vielen Kojenplätzen und die ganz kleine und sehr schnucklige Merry Fisher 605 Marlin, ein Angelboot im Pocketformat.

Unfassbar viel (Schlaf-) Platz unter Deck bietet die Leader 30 OB und ihr Pendant mit 33 Fuß Länge. Es ist erstaunlich, wie viel mehr Platz im Bootsrumpf verfügbar ist, sobald der Motor draußen bleibt. Die Cap Camarat 7.5 Cabin bringt das „nordische Konzept“ des Zugangs über den Bug wieder auf die Tagesordnung – und uns zum Aussteigen vornüber aus dem schnittigen Sportboot über den Teakholz-Laufsteg.

  • Jeanneau PrestigeTesten in Cannes 2019 © Kerstin Zillmer
  • Jeanneau PrestigeTesten in Cannes 2019 © Kerstin Zillmer
  • Jeanneau PrestigeTesten in Cannes 2019 © Kerstin Zillmer

Die neue Prestige 590 zeigt uns, dass es auch bei großen Schiffen noch Überraschungen unter Deck gibt. Mehr zu allen Booten demnächst auf float.

Elektronik hilft

An Bord einer anderen Prestige lernten wir Raymarine DockSense und deren charmante Crew aus Deutschland, den USA und vom Entwicklungsstandort im Süden Englands kennen. Das im Januar erstmals in Miami gezeigte DockSense ist die erste Lösung für die Freizeitschifffahrt, um mit einem Boot assistiert anzulegen.

Bernd Gröneveld von Raymarine Deutschland erklärt es uns: Konkret bremst DockSense dabei das per Joystick gesteuerte Boot ab, sobald es sich dem Steg oder anderen Hindernissen nähert. Dafür sorgt die Objekt- und Bewegungserkennung. Dieses System soll im Herbst auf den Markt kommen. Mehr dazu lest ihr in Kürze auf float in einem ausführlichen Beitrag.

Raymarine

Der virtuelle Abstandhalter Dock Sense © Raymarine


Wie man Drohnen über das bordeigene Display steuert, um wirklich schöne Bilder der eigenen Fahrt aufzunehmen, zeigt uns Greg Wells. Nach dem Aufspielen einer neuen Software können wir sogar den fluggeschützten Bereich verlassen, der den Radius unserer DJI Mavic auf 50 Meter begrenzt.

Ausführlich vorgestellt auf float haben wir die Flugbereitschaft von Raymarine direkt nach der US-Premiere 2018. Wir hoffen, in den kommenden Tagen ein paar schön bewegte Bilder aus Cannes nachliefern zu können.

Jeanneau Prestige

Sun Odyssey 410 © Kerstin Zillmer

Ergonomisch segeln

An Bord der Sun Odyssey 410 lernten wir die aktuelle Navigations-Software von Raymarine kennen. Auf dem Axiom-Display können wir – so wie unten wie sehen – die Performance des Boots bei einer gegebenen Windgeschwindigkeit und Richtung anfängersicher ablesen.

  • RaymarineNavigation mit Axiom © Raymarine
  • RaymarineNavigation mit Axiom © Raymarine
  • RaymarineNavigation mit Axiom © Raymarine

Vieles an Bord der SO 410 wirkt so, als hätte man es immer schon genau so machen sollen: Vom Haltegriff auf dem Weg nach vorn über den seitlich versetzten Cockpittisch bis zum Bimini, dessen Gestänge nicht im Weg ist, sondern von hinten einschwenkt. Unter Deck angekommen, denken wir: Schade, dass es keinen Best of Boats Award für Familien-Segelboote gibt. Unser Bericht folgt.

20 % der Modelle pro Jahr aktualisiert

Nebenbei bot die Pressekonferenz mit Erwin Bamps, dem neuen CEO von Prestige-Yachten, Einblicke in die aktuelle Modellentwicklung bei Jeanneau. Mit 67 aktuellen Modellen aktualisiert die zur Beneteau-Gruppe gehörende Werft nach eigenen Angaben jedes Jahr rund 20 % seiner Flotte durch Produktupdates.

Jeanneau Prestige

Ein Fünftel der Modelle werden pro Jahr verändert © Werft

Bei den großen Motoryachten von Jeanneau, so erklärte Prestige-Marketingdirektor Erik Stromberg, sei die eigene Marke führend. „Prestige ist weltweit Nummer 1 bei Flybridge-Motoryachten zwischen 40 und 60 Fuß Länge.“ Im Unterscheid zu anderen Herstellern biete Jeanneau weiterhin auch Einstiegsmodelle ab 40 Fuß Länge an.

Jeanneau wächst in den USA

Merry de la Poëze, als Produktdirektor zuständig für Motorboote, berichtete von einem insgesamt sehr gesunden Geschäftsumfeld für Motorboote in den USA. Modelle des Typs Merry Fisher produziert die Werft bereits in den Vereinigten Staaten. Gleiches sei für die Modellreihe Cap Camarat angedacht. Deren Einführung vor dann 40 Jahren soll im kommenden Jahr 2020 gefeiert werden.

Jeanneau Prestige

Zum Teil wird schon in den USA gebaut © Werft

Der Markt für Flybridge-Yachten wachse derzeit in den USA stark, erklärte Erik Stromberg in Cannes. Abseits der Pressekonferenz klang aber auch durch: Der Handelsstreit zwischen der EU und der Trump-Administration macht den Verkauf in Europa schwierig für alle US-Bootsmarken der französischen Werftgruppe. Diese werden zurzeit auf der anderen Seite des Atlantiks gefertigt.

Was wir beim Testen vor Cannes erleben, zeigt unser float-Video von Arek Rejs.

Jeanneau Testevent 2019, Cannes

direkt zum Video
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