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Kaiser Bootsmanufaktur Jürgen Kaisers gut elf Meter langes Holzboot K-1150 © Kaiser Bootsmanufaktur
Bootsmanufaktur Kaiser

Kleiner Kaiser, großes Boot

Der neue Sportcruiser K-1150 der Kaiser Bootsmanufaktur wird größer als alles, was die kleine Werft bisher gebaut hat.

Kerstin Zillmer
von in
3 Minuten

Der Holzbootbauer Jürgen Kaiser von der Kaiser Bootsmanufaktur hat uns die ersten Bilder seines neuen Sportcruisers K-1150 präsentiert. Zur Boot Tulln 2019 wird das größte Modell im Portfolio der Werft erstmals zu sehen sein. float hat mit Jürgen Kaiser über die Besonderheiten seiner Neuheit gesprochen.

Jürgen, Du hattest im letzten Jahr angekündigt, dass Du einen Weekender bauen wirst. Was ist daraus nun geworden?

Jürgen Kaiser: Wie immer habe ich quer gedacht und etwas völlig Neues entworfen. Eigentlich hatte ich einen 10-Meter-Sportcruiser geplant. In der Planungsphase stellte sich aber heraus, dass das Boot doch größer werden muss, um alles unterzubringen, was ich drin haben wollte. Dann habe ich gleich das größtmögliche trailerbare Boot konstruiert.

Herausgekommen ist jetzt die K-1150. 11,50 m lang und 3,40 m breit und inklusive Trailer 3,5 Tonnen leicht. Um die erlaubte Breite von 2,55 m einzuhalten, wird das Boot auf dem Trailer um 55 Grad via Hydraulik gekippt. So lässt es sich ohne Sondergenehmigungen kreuz und quer durch Europa ziehen.

Kaiser Bootsmanufaktur

Mit 3,40 m Breite... © Kaiser Bootsmanufaktur

Kaiser Bootsmanufaktur

... trailerbar durch Kippen © Kaiser Bootsmanufaktur

Was hat dich zu diesem Modell inspiriert?

Entstanden sind die Ideen zu diesem Boot in meinen Urlauben in Kroatien. Dort hatte ich auf meinem 6,50-m-Boot in den herrlichen Buchten oft den Wunsch, an Bord zu übernachten und am nächsten Tag zur nächsten Bucht weiter zu cruisen, anstatt jeden Tag zum Ausgangspunkt zurückzufahren. Gleichzeitig will ich nicht auf die Sportlichkeit und Flexibilität meines trailerbaren Boots verzichten, das elegant, leicht und schnell ist. Künftig kann man jetzt eben auch auf dem Boot übernachten. Nicht wie in einem Apartment, sondern eher wie in einem Bulli. Mit der gleichen Romantik.

Hat auch dein neuer Cruiser das bekannte Kaiser-Design?

Ja, das sportliche Design und die schnittigen zeitlosen Linien sind geblieben. Neu sind die Bugkabine mit Doppelbett, WC und Nasszelle fast mit Stehhöhe, dazu ein großer Cockpit-Bereich mit U-förmiger Lounge, Dinette und Grill. Und im Heck eine riesige Sonnenliege. Unter der sind der Motorraum und eine Achterkabine für zwei Personen, wie bei einem VW Bulli mit Klappdach. Durch das Hochklappen der Sonnenliege wird die Heckkabine sehr geräumig. Abschließend gibt es eine große Badeplattform mit einer ganz besonderen, noch geheimen Überraschung.

Kaiser K-1150

Jürgen Kaiser vor seinem Sportcruiser K-1150 © Kaiser Bootsmanufaktur

Welches Material verbaust Du?

Natürlich Holz! Das Boot ist in der gleichen speziellen Bauweise wie meine bisherigen Boote gebaut, aus Kiefern- und Fichtenholz in Verbindung mit Epoxidharz.

Hast Du etwas an deiner bewährten Technik verändert?

Nein. Es hat sich sogar gezeigt, dass die Vorteile unserer Bauweise bei dem großen Boot noch besser zum Tragen kommen.

Ist ein 12-Meter-Boot, das nur 2,5 Tonnen wiegt, stabil genug?

Bei der Stabilität habe ich keine Bedenken. Die Bauweise ist schon bis neun Meter erfolgreich zum Einsatz gekommen, und die Wandstärken wurden für den Schallschutz nochmals verdickt. Bei einem so leichten und dabei großen Rumpf gibt es ganz andere Herausforderungen zu meistern. Zum Beispiel die nötige Verdrängung, um stabil vor Anker zu liegen.

Das stelle ich durch einen gut zwei Kubikmeter großen Fluttank sicher, der sich beim Angleiten in Sekundenschnelle automatisch über den Stufenrumpf entleert und beim Abstoppen wieder füllt. Das kennt man aus der Rennboottechnik. Gleichzeitig werden die Gleitflächen des Rumpfs in Gleitfahrt über Air-Intakes (Lufteinlässe) belüftet, um die Reibung zu minimieren. So werden die Stufen vom Rumpf besser belüftet.

Kaiser Bootsmanufaktur

Beeindruckende Abmaße © Kaiser Bootsmanufaktur

Kaiser Bootsmanufaktur

Die Wassereinlässe des Fluttanks © Kaiser Bootsmanufaktur

Wie verhält sich der Rumpf in Fahrt? Hast Du schon Erfahrungen gemacht?

Die Rumpfform und Geometrie ist eine skalierte Version meiner K-850, die fantastisch läuft. Wie die K-1150 laufen wird, zeigen die kommenden Testfahrten. No risk, no fun!

Wie willst Du das Boot motorisieren? Auch wieder elektrisch?

Sicher lässt sich die leichte Schale hervorragend elektrisch antreiben, und ich werde es auch anbieten. Aber das Hauptaugenmerk sind moderne, leichte und sparsame Verbrenner für viel Reichweite und ein großes Einsatzgebiet. Das erste Boot bekommt zwei Aluminium-V8-Motoren mit Jet-Antrieb. Planungen für eine Außenbordversion gibt es auch schon. Da kann ich mir zwei Mercury Verado V8 ganz gut vorstellen.

Wann und wo wirst Du die Kaiser K-1150 präsentieren?

Ihre Premiere wird die K-1150 auf der boot Tulln vom 7. bis 10. März 2019 feiern, und sobald die Donau eisfrei ist, kannst Du gerne zum Testen kommen.

Herzlichen Dank für das Gespräch, Jürgen. Wir freuen uns auf die erste Fahrt!

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