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Der von Weltumseglerin Laura Dekker mitentwickelte MiniCat Guppy © Hersteller Der von Weltumseglerin Laura Dekker mitentwickelte MiniCat Guppy © Hersteller
Schlauchboot-Kat MiniCat Guppy

Lauras Segelboot aus der Tasche

Halb Schlauchboot, ganz Kat: Den drei Meter kurzen MiniCat Guppy hat die junge Weltumseglerin Laura Dekker konzipiert.

von
Michael Krieg
in
3 Minuten

Das eigene Segelboot soll per Flugzeug mit an den Urlaubsort reisen? Nach dem Segeln am Wochenende soll sich das Boot so klein machen, dass kein Liegeplatz nötig ist? Mit einem ultraleichten Katamaranen ist das dank aufblasbarer Schlauchrümpfe möglich. Nur auf den ersten Blick wirkt es eigentümlich, dass ausgerechnet die junge Weltumseglerin Laura Dekker den neuen MiniCat Guppy konzipiert hat. Die heute 23-jährige partnert schon seit langem mit dem Hersteller

Laura Dekker MiniCat Guppy
Für die Stabilität des MiniCat Guppy sorgen zwei Kielfinnen © Hersteller

Mit 14 auf Weltreise

Wir erinnern uns: Laura Dekker machte das erste Mal von sich reden, als sie sich mit gerade mal 13 Jahren ihren Traum erfüllen wollte, mit einer Hurley 800 allein um die Welt zu segeln. Das war 2009. Damals durfte die gebürtige Neuseeländerin – Tochter eines niederländischen Vaters und einer deutschen Mutter – mit Wohnsitz in den Niederlanden zunächst nicht los. Weltweit an den Segler-Stammtischen diskutiert wurde der Entscheid des Jugendamts und der Justiz in den Niederlanden, dem Kind die Weltreise zu versagen. Den Eltern schränkte man für einige Zeit das Sorgerecht ein.

Knapp ein Jahr stach Laura Dekker dann doch in See. Mit einem neuen Boot, einer Jeanneau Gin Fizz – diesen Bootstyp bauten die Franzosen von 1940 bis 1980 – ging es los. Mit der elfeinhalb Meter langen Ketsch namens Guppy startete sie am 21. August 2010 allein von Gibraltar aus zur Weltumrundung. Nach 27.000 Seemeilen und diversen Zwischenstopps erreichte sie am 21. Januar 2012 die Simpson Bay auf der niederländischen Karibikinsel St. Maarten. Inzwischen 16 Jahre alt, war sie damit die jüngste Solo-Weltumseglerin – und ist das bis heute.

Laura Dekker MiniCat Guppy
Laura Dekker bei einem Zwischenstopp auf ihrer Weltreise © Savyasachi (CC BY-SA 3.0) Wikimedia

Größer könnte der Gegensatz nicht sein

Unser Autor Michael Krieg traf die niederländisch-deutsch-neuseeländische Seglerin vor drei Jahren auf der boot Düsseldorf am Stand von Minicat Deutschland. Dort stellte sie den von ihr selbst konzipierten Schlauchboot-Katamaran MiniCat 420 Laura Dekker vor. Größer konnte der Gegensatz zu der 2,7 Tonnen schweren und 3,76 m breiten Kielyacht nicht sein, mit der das „Zeilmeisje“ um die Welt gesegelt ist.

Wir baten Laura Dekker zu einem kurzen Interview. Auf unsere Frage, was sie an diesen kleinen Multihull-Booten fasziniere, antwortete die sympathische junge Frau: „Einen aufblasbaren und schnell zu verstauenden MiniCat hatte ich schon auf meiner Yacht mit dabei. Für Zwischendurch ist das eine viel Spaß bringende seglerische Abwechslung.“

Maidentrip Official Trailer 1 (2013) - Documentary HD

direkt zum Video Kinotrailer der Dokumentation über Laura Dekkers Weltumsegelung

Der MiniCat 420 ist schwachwindtauglich. Auch bei nur 1 bis 2 Beaufort Wind macht das Boot Fahrt und lässt sich gut manövrieren. Bei einem Test auf dem Gardasee rauscht der mit zwei Personen besetzte 420er – mit einem Schrick in den Schoten – mit rund zehn Knoten über den See.

Der Sitz wird einfach eingerollt

Mit dem MiniCat Guppy hat nun ein neues Modell der MiniCat-Flotte in Düsseldorf Premiere. Wieder ist es in Zusammenarbeit von MiniCat Deutschland und Laura Dekker entstanden. Vermutlich trägt das Bötchen deshalb den Namen des Schiffs, mit dem die Seglerin den Globus umrundet hat. Lediglich 26 Kilogramm schwer, soll der neue Kompakt-Kat als kleinster Vertreter dieser Katamaran-Serie in nur zehn Minuten segelfertig aufzubauen sein.

Laura Dekker MiniCat Guppy
Die Sitzfläche wird nach Nutzung nicht abgebaut, sondern eingerollt © Hersteller

Neu im Aufbaukonzept ist, dass die gesamte Trampolin-Sitzfläche immer fest an den zwei Rümpfen montiert bleibt. Beim Abbau wird die Sitzfläche einfach zusammen mit den Rümpfen wie ein Teppich eingerollt. Das Boot passt, genauso wie der MiniCat 310, in eine einizge Packtasche. Mit 165 x 30 x 30 cm ist die Hülle zwar ziemlich groß. Dank schlanker 26 Kilogramm Gewicht geht das Boot aber gut noch als Urlaubsgepäck durch.

Angelboot to go

Beim Aufbau werden zunächst Trampolin und die Rümpfe ausgerollt. Dann werden die beiden Kielfinnen eingesteckt und die Rümpfe aufgeblasen. Zuletzt bringt man das Mittelrohr und das Ruder an, steckt den dreiteiligen Mast zusammen und zieht das Segel ein. Eine Motorhalterung kann schnell an alle Modelle geschraubt werden. Ein Verbrennungs- oder ein Elektro-Außenbordmotor macht aus dem MiniCat ein Bade- oder Angelboot.

Alle MiniCats fahren auch Kurse hoch am Wind und können gut gegen den Wind kreuzen. Erreicht wird das durch zwei große Kielfinnen unter den beiden Rümpfen – ähnlich wie bei Festrumpf-Katamaranen. Nur viel leichter.

Laura Dekker ist selbst auf der boot Düsseldorf, um ein weiteres Projekt vorzustellen. Mit der nach ihr benannten World Sailing Foundation will sie Kinder und Jugendliche fürs Hochseesegeln fit machen. Ein 24 Meter langer Zweimaster aus GFK, die „Guppy XL“, soll die Basis dafür bilden. Noch ist das Projekt eine Vision und das Boot nicht gebaut. Aber die Umsetzung scheint, wie stets bei Laura Dekker, nur eine Frage der Zeit zu sein.


direkt zum Video Mini-Cat Guppy auf dem Wasser

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Minicat Deutschland image
Minicat Deutschland Leberstraße 13 44287 Dortmund Tel. +49 174 6885139 [email protected]
www.mini-cat.de

MINICAT produziert seit 2006 aufblasbare und zerlegbare Segelkatamarane in vier Größen. Die in Tschechien gefertigten, bei Seglern in aller Welt beliebten Boote passen in nur 1 bis 3 Packtaschen – Liegeplatz und Trailer sind überflüssig. boot Düsseldorf: Halle 15, G60

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