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Ein Tender, der auch Rettungsboot sein kann © Beiderbeck Designs
Design

Luxus-Tender als Rettungsboot

Halb Rettungsboot, halb Tender: Beiderbeck kombiniert zwei Boots-Typen für Megayachten

float Redaktion
von in
2 Minuten

Man muss ja nicht gleich eine Megayacht kaufen, wenn man sie auch chartern kann. Wer mit der ganzen Familie Urlaub machen möchte mit Eltern und Großeltern, eventuell sogar noch Tanten und Onkel mitnimmt und sich so richtig etwas gönnen möchte, kann eine Superyacht mieten. Damit die eigene Dutzendschaft ein bisschen mehr von der Umgebung sieht, wird sie überlicherweise mit einem Tender von der Reede zum Yachtclub  transportiert.

Hier stoßen Megayachten leider an ihre Kapazitätsgrenzen. Will man für mehr als zwölf Gäste chartern, ergibt sich ein Unterbringungsproblem mit den Beibooten. Denn ab dieser Personenzahl müssen Megayachten nach den SOLAS-Vorschriften nicht nur eins, sondern zwei Rettungsboote vorweisen. Die internationale Vorschrift steht für „International Convention for the Safety of Life at Sea“. Gleichzeitig sollen die zahlenden Gäste natürlich auch in den Genuss eines komfortablen Tenders kommen, der sie von der Ankerbucht in den Hafen bringt, zur Cocktailbar der Marina oder in die nächste Bucht zum Baden.

Beiderbeck Tender

Das Layout des neuen Tenders © Beiderbeck designs

Niedrige Höhe macht das Boot schnittig

Beiderbeck designs aus Bremen-Vegesack hat deshalb nun beide Bootskonzepte in einem Limousinen-Tender zusammengebracht und zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Das elf Meter lange und 3,25 Meter breite Boot ist mit 2,40 Meter besonders flach und passt gut in eine Tendergarage. Und es entspricht den internationalen Sicherheitsbestimmungen als Rettungsboot. Bei der Kieler Werft Knierim Yachtbau sind bereits zwei Exemplare davon im Bau.

Schon die äußere Form hat so gar nichts mit einem klassischen Rettungsboot gemeinsam. Die Yachtdesigner von Beiderbecks design um Tim Ulrich und Immo Lüdeling haben einen modernen Tender mit weißem Aufbau und dunkel getönten, scheinbar rahmenlosen Fenstern entwickelt, exklusiv mit Cocktailbar und bequemer Toilette unter Deck. Die niedrige Höhe betont den schnittigen Eindruck und erleichtert das Einparken im Bauch des luxuriösen Mutterschiffs.

Selbst die größte Segelyacht der Welt, die beeindruckende Sailing Yacht A, könnte einen solchen Tender aufnehmen. Durch die kompakten Maße eignet sich der Tender auch für andere gängige Superyachten und kann ohne nennenswerte Umbauten alte Rettungsboote ersetzen.

Tender-Modus und Notfall-Modus

Im Tender-Modus nehmen 15 Personen an Bord Platz, im Seenotfall können bis zu 38 Personen an Bord gehen. Das geben die strengen SOLAS-Sicherheitsvorgaben vor, die vom Germanischen Lloyd mit GL-Marke zertifiziert wurden. Dazu zählt unter anderen die Feuerfestigkeit bei einem Großbrand auf dem Schiff. Für größere Yachten ist ein 13-Meter-Rettungstender in Planung, der 50 Personen in Sicherheit bringen kann. Es soll ebenfalls bei Knierim gebaut werden.

Zwei D4-300-Inborder von Volvo Penta, ebenfalls SOLAS-zertifiziert, beschleunigen die Limousine auf über 30 Knoten Maximaltempo. Wer mag, fährt auf der Heckwelle Wasserski oder Wakeboard. Der Diesel reicht für etwa 200 Seemeilen, je nach Fahrgeschwindigkeit.

Ein solcher Tender hat natürlich seinen Preis. Verglichen mit dem Charterpreis von 750.000 Euro pro Woche, die auf den einschlägigen Websites für eine Yacht der deutschen Werft Abeking & Rasmussen von 2016 aufgerufen werden, wird der aber sicherlich nicht ins Gewicht fallen.

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