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Hallberg-Rassy 57 © Magnus Rassy Hallberg-Rassy 57: Performance für Langfahrten © Magnus Rassy
Hallberg-Rassy 57

Luxuskreuzer zum 75. Geburtstag

Die skandinavische Edelwerft wurde 75 Jahre alt. Zum Jubiläum präsentieren die Schweden ihre Hallberg-Rassy 57.

von
Michael Krieg
in
4 Minuten

Mit fast 18 Metern Länge ist die neue Hallberg-Rassy 57 deutlich größer als die zuletzt neu aufgelegte HR 340. Wer bei diesem Schiff nach dem Preis fragt, so unkte mancher, wird es sich sowieso kaum leisten können. Aber der Preis der neuen Mittelcockpit-Segelyacht von Hallberg-Rassy ist korrekt und ehrlich kalkuliert. Denn er beinhaltet bis auf den Autopiloten schon vieles, was man für die weltweite Fahrt braucht. Keine Augenwischerei mit einem Lockvogel-Grundpreis, zu dem man von der Zubehörliste das Notwendige hinzubestellt, um mehr Performance oder den gewünschten Komfort an Bord zu holen.

Hallberg-Rassy 57
Ehrlicher Luxus mit den bekannten blauen Streifen © Magnus Rassy

Was ist im Standard der 28 Tonnen verdrängenden Hallberg-Rassy 57 enthalten? Der hydraulische Rollmast, die unter Deck verbaute elektrische Vorsegelrollanlage, elektrische Schotwinschen und das Bugstrahlruder erlauben einfachstes Segeln auf Knopfdruck bei 18,44 Metern Rumpflänge. Immerhin müssen die Fallen noch über Winschen am Mast bedient werden, zumindest in der Standardversion. Wer es einfacher haben will, kann die mittels Fernbedienung ansprechbare hydraulische Fallenspannung dazuordern.

Hallberg-Rassy 57
Solide 57 Fuß, geeignet für eine Weltumsegelung © Hallberg-Rassy

Gezeichnet vom Hauskonstrukteur Germán Frers präsentiert sich eine wuchtige, aber doch typische HR-Yacht mit den unverwechselbaren blauen Streifen und einer festen Windschutzscheibe. Das Boot ist mehr als fünf Meter breit, das Heck schnürt kaum ein. Im großen Mittelcockpit sitzt man, wie beim kleineren Schwestermodell HR 44, dank des hohen Sülls sehr gut geschützt.

Zum Sonnenbaden und für die sieben Weltmeere

Im hinteren Cockpitbereich wurde erstmals auf einer Yacht mit Mittelcockpit eine frei zugängliche Doppelsteueranlage installiert. Sie spricht die selbstausrichtende Doppelruder-Anlage an und soll die Hallberg-Rassy 57 in jeder Lage leicht handhabbar machen.

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Hallberg-Rassy 57
Unverbautes Vorschiff als Liegefläche, Heck mit Badeplattform © Magnus Rassy

Sehr einladend wirkend, komfortabel zum Sonnenliegen geeignet ist das Vordeck. Dank bündig eingelassener Oberlichter und Decksluken ist das Vorschiff, anders als beim Vorgänger HR 55, unverbaut. Wem es vorn zu zugig wird, kann sich nach hinten aufs Deck oberhalb der Achterkabine verziehen. Oder nah ans Wasser auf die große, zwei Meter breite Badeplattform. Diese gibt, wenn abgesenkt, den Blick und den Zugang auf die recht große Heckgarage frei.

Gerade für weltweite Fahrt unerlässlich sind weitere, ausreichend groß dimensionierte Stauräume an Deck. Besonders praktisch platziert sind die im hinteren Laufdeck eingelassenen Schapps als leicht zu erreichende Aufnahmefächer für Festmacherleinen und Fender.

Kolossale Raumwirkung unter Deck

Da die Yacht mehr als fünf Meter breit ist, empfängt die Gäste unter Deck ein überaus heller und voluminöser Salon. Kolossale Raumwirkung entfaltet der Salon vor allem dann, wenn unter Deck alles in Eiche ausgebaut ist. Standard beim Holzausbau ist das übliche dunklere Mahagoni .

  • Hallberg-Rassy 57Heller Salon, ganz in Eiche © Magnus Rassy
  • Hallberg-Rassy 57Kabine mit Doppelbett © Magnus Rassy

Der Salon mit großem Essbereich verfügt über einen zusätzlichen Ruhesessel und eine separate Navigationsecke. Wahlmöglichkeiten hat der Kunde bei der Einrichtung der beiden Kabinen vorn und achtern. Entweder mit freistehenden zentralen Doppelbetten oder, dann optional, mit seitlich eingebauten getrennten Liegeplätzen. Auch die Lage der Pantry, reichhaltig mit Induktionsherd, Geschirrspüler, Mikrowelle und bis zu vier Kühl- und Gefrierschränken ausgestattet, kann gewählt werden.

Entweder liegt die Küche lang – und beidseitig nutzbar – auf dem Weg zur Achterkabine auf der Backbordseite der Yacht. Oder sie liegt in L-Form gegenüber am Niedergang. Eine Gästekabine und zwei Bäder gibt es ebenfalls. Der Motorraum ist gut begehbar.

Hallberg-Rassy 57
Hallberg-Rassy 57: Performance für Langfahrten © Magnus Rassy

Dass dieses schwedische Erzeugnis seit Jahrzehnten in gewohnt bester Bauqualität hergestellt wird, muss nicht extra erwähnt werden. Mit 75 Jahren, die die Werft jetzt existiert, ist Hallberg-Rassy moderner denn je. Und der Preis? Der Grundpreis wird ab Werft mit 1.762.575 Euro angegeben. Da muss man allerdings noch selbst steuern, denn der Autopilot muss extra geordert werden.

  • Hallberg-Rassy 57HR 57 mit Doppelkoje vorn © Werft
  • Hallberg-Rassy 57HR 57 mit mehr Salonkojen © Werft
  • Hallberg-Rassy 57HR 57 mit Einzelkoje vorn © Werft

Hallberg und Rassy haben nie gemeinsam Boote gebaut

Die Wurzeln von Hallberg-Rassy gehen auf 1943 im Herzen des schwedischen Archipels zurück. Harry Hallberg startete mit seiner eigenen kleinen Werft 1943. Daraus entspringt die spätere Segelyachtwerft Hallberg-Rassy. Viele vermuten, dass Hallberg und Rassy eine Zusammenarbeit hatten – das war aber nicht der Fall. Der Schwede Harry Hallberg und der Deutsche Christoph Rassy haben niemals gemeinsam gearbeitet.

Harry Hallberg verstand es zeitig, den Vorteil von GFK, dem Serienbau und Export zu nutzen. 1963 war er einer der Pioniere, die Serienfertigung von seiner P28 mit GFK-Rumpf anzubieten. Christoph Rassy ist 1934 geboren. Aufgewachsen in Bayern, fing er als Lehrling auf einer kleinen Werft mit Holzbooten an. Schnell wollte er größere Boote bauen, sie selbst segeln und am Meer leben. Er packte 1960 seine Habseligkeiten und zog nach Nötesund in Schweden, um Boote zu bauen.

Harry Hallberg ging 1972 in Rente, und Christoph Rassy suchte nach größeren Gebäuden. 1972 kaufte er Hallbergs Werft in Ellös. Weil der Name Hallberg auf dem Markt weit bekannt war, wurde die Firma dann Hallberg-Rassy genannt.

Technische Daten Hallberg Rassy 57

Länge über alles: 17,44 m
Breite: 5,11 m
Tiefgang: 2,43 m
Verdrängung: 28 t
Segelfläche mit Genuafock: 163 qm
Motorisierung: Volvo Penta D4-180 (132 kW / 180 PS)
CE-Kategorie: A (Hochsee)

Mehr Informationen zum Boot
auf der Werft-Website

Hallberg-Rassy 57
Heimeliger Luxus – viel Platz überall © Magnus Rassy

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