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Dehler 38 SQ Die Dehler 38 SQ ist das erste Boot, dass nach dem Umzug der Marke nach Greifswald entstand. © Werft
Premiere Dehler 38 SQ

Mehr Licht

Die Dehler 38 war die erste Yacht der Marke, die nicht im Sauerland entstand. Jetzt gibt’s eine Schönheitskur und den neuen Namen Dehler 38 SQ.

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4 Minuten

Der Ausdruck „Facelift“ trifft es: Die Dehler 38 wird einer kleinen Schönheitskur unterzogen. Sie ist eben nicht mehr die jüngste: Vor sieben Jahren begann in Greifswald die Produktion. Jetzt werden oberflächlich ein paar Falten geglättet, mehr Licht gelangt unter Deck. Als Tüpfelchen auf dem „i“ erhält die Yacht im Namen als Zusatz die zwei Buchstaben S und Q. Das steht für „Speed“ und „Quality“. So greift der Hersteller Hanse Yachts mit der Dehler 38 SQ eine alte Werft-Tradition wieder auf.

In ihrem Innersten bleibt die Dehler 38 so, wie sie ist: Weder Unter- noch Überwasserschiff werden hinsichtlich ihrer Dynamik verändert. Sichtbar neu sind allenfalls etwas vergrößerte Fenster im Rumpf, ein angesetzter Bugspriet aus GFK und eine veränderte Badeplattform.

  • Facelift nach sieben Jahren: die neue alte Dehler 38 SQAus eins mach' zwei: Ein zweites Oberlicht verstärkt den Lichteinfall in den Salon beträchtlich. © Werft
  • Facelift nach sieben Jahren: die neue alte Dehler 38 SQDas Deck ist wie schon beim Vorgängermodell Dehler 38 großzügig mit Teak belegt. © Werft
  • Facelift nach sieben Jahren: die neue alte Dehler 38 SQDie Badeplattform ist jetzt leichter und somit einfacher zu bedienen; eine Badeleiter wurde darin integriert © Werft

Epochenwechsel der Marke Dehler

Die Überarbeitung soll die Vielseitigkeit des Produkts – von Dehler als „agile Familienyacht“ vermarktet – betonen und weiter verbessern. Übrigens ändert sich auch der Preis ein wenig: Das Basismodell wird rund 6.000 Euro teurer.

Das 11,64 Meter lange Boot ist für die Markengeschichte bedeutsam, denn es stellt einen Epochenwechsel dar: Die Dehler 38 war 2013 die erste Dehler, die nicht in Freienohl im Sauerland entstand – sondern an der Ostseeküste.

Als die Hanse Yachts AG 2009 die insolvente Werft kaufte, war der ursprüngliche Standort mit 85 Mitarbeitern noch übernommen worden. Drei Jahre später verlagerte Hanse die gesamte Produktion an den Greifswalder Standort und schloss das alte Werk im Sauerland.

Schlanke Linien, flacher Aufbau

Das hatte auch technische Hintergründe: In Dehlers Werfthallen war Mitarbeitern zufolge der Bootsbau in den 1980er-Jahren stehen geblieben, Greifswald bot dagegen modernste Fließband-Produktion. Von den Schiffen der Schwestermarken Hanse und Moody unterschied – und unterscheidet – sich der Performance-Cruiser durch sichtbar schlankere Linien und einen flacheren Aufbau.

Der Erfolg kam schnell: Es gab mehrere Preise für das gelungene Design von Judel, Vrolijk und Co., dem langjährigen Partner von Hanse Yachts, und das Schiff verkaufte sich dem Vernehmen nach sehr gut. Die später eingeführte Dehler 34 wurde vom US-amerikanischen Cruising World Magazine zum Boot des Jahres 2017 gewählt worden. float segelte das Boot in der Competition-Version. Letztes Jahr kam mit der Dehler 30 OD ein richtiger Renner als One Design Class dazu. Doch zurück zur neuen 38-Fuß-Dehler.

Facelift nach sieben Jahren: die neue alte Dehler 38 SQ
Als auffälligste Neuerung der Dehler 38 SQ ragt der Bugspriet aus GFK wie ein Stoßzahl aus dem Bug © Werft

Ausrüstung wird aufgewertet

Die meisten Änderungen betreffen die Ausrüstung. Einiges hat die Werft erkennbar aufgewertet. So bietet Dehler nun serienmäßig Segel von Quantum, darunter das neu entwickelte Triradial-Segel AC5 und das ebenfalls neu entwickelte Membran-Segel TP6. Dieser Hersteller wurde vor knapp 25 Jahren in den USA gegründet. Quantum unterhält ein Netzwerk von inzwischen 60 Partnern weltweit, darunter drei an der Ostsee.

Außerdem gibt es nun größere Auswahlmöglichkeiten bei der Gestaltung des Bootsinterieurs: Für die Ablagen und Arbeitsplatten in Küche und Navigationsecke stehen neue Farben zur Verfügung. Die Duschkabine ist dank neuen Oberflächenmaterials jetzt leichter zu reinigen. Im Aufbau gibt es nun zwei zusätzliche Fenster. Zusammen mit vergrößerten Fensterflächen im Rumpf sorgt dies für sichtlich mehr Helligkeit unter Deck. Und was gibt es Neues an Deck?

Neues an Deck

Die beiden Steuerstände sind jetzt serienmäßig mit ausklappbare Fußstützen ausgestattet, das soll bei Amwind- und Halbwindkursen die Standfestigkeit des Rudergängers verbessern. Eine neue Badeplattform am Heck lässt sich aufgrund ihres geringeren Gewichts einfacher bedienen. Darin ist eine Badeleiter mit ausklappbarem Handlauf und großen Trittflächen integriert.

  • Facelift nach sieben Jahren: die neue alte Dehler 38 SQAuch die Fenster in den Bordwänden hat die Werft vergrößert, so dass ... © Werft
  • Facelift nach sieben Jahren: die neue alte Dehler 38 SQ... es insgesamt unter Deck heller wird. Ein übriges tun die ebenfalls neuen, hellen Oberflächen. © Werft
  • Facelift nach sieben Jahren: die neue alte Dehler 38 SQEs gibt mehr Möglichkeiten zur Kabinen-Gestaltung – im Vorschiff ist z.B. ein Inselbett möglich. © Werft

Zusätzlich kann die 38 SQ einem werksseitigen „Tuning“ unterzogen werden: Zu den aufpreispflichtigen Accessoires gehören zum Beispiel Designer-Steuerräder, selbstholende Race-Winschen und ein abnehmbarer Gashebel.

Regatta-Rigg

Neu ist auch der feste Bugspriet mit integriertem Ankerarm. Ein einfaches Mittel, um den Anschlagpunkt für Gennaker und Code Zero fast einen halben Meter weiter vorn zu positionieren. Für mehr Sicherheit beim Auf- und Absteigen am Steg hat die Werft ihn mit einer rutschfesten Oberfläche versehen.

Als Option bietet Dehler das Squarehead-Großsegel an, das auf allen Hightech-Regattayachten zum Einsatz kommt. Das Profisegel sorgt für mehr Effizienz und besserem Trimm. Das reduziert die Krängung, was das Squarehead auch für Fahrtensegler interessant macht.

Die Backstagen für dieses spezielle Rigg lassen sich mit Hilfe von Flip-Flop-Blöcken einfach über die Winschen trimmen. Der bündig montierte Traveller über die gesamte Breite des Cockpits verbessert die Trimm-Möglichkeiten des Großsegels zusätzlich.

Facelift nach sieben Jahren: die neue alte Dehler 38 SQ
Ihre Segel erhält die Dehler 38 SQ nun komplett vom Hersteller Quantum © Werft

Trinkwasser-Filter

Gegen Aufpreis gibt es die Dehler 38 SQ mit neuen Filtersystemen für Trinkwasser und Grauwasser. Der Trinkwasserfilter garantiert höchste Wasserqualität und macht damit Plastikflaschen an Bord überflüssig. Das Grauwasserfiltersystem seinerseits bereitet Spül- und andere Abwasser so wirksam auf, dass sie nahezu sauber von Bord gehen.

Beide Filtersysteme fangen sogar Mikroplastik ab und lassen sich mit Hilfe der MyDehler Safety Cloud übers Internet überwachen. Auf dem Cannes Yachting Festival vom 8. bis 13. September 2020 wird die neue alte Dehler 38 SQ erstmals öffentlich zu sehen sein.

Technische Daten Dehler 38 SQ

Länge über alles: 11,64 m (Rumpflänge 11,30 m, Wasserlinie 10,40 m)
Breite: 3,75 m
Tiefgang: 2,03 m / 2,24 m (Competition), 1,60 m (Kurzkiel)
Gewicht: 7,5 t (Standard), 7,0 t (Competition), 7,6 t (Kurzkiel)
davon Ballast: 2,38 t (Standard), 2,05 t (Competition), 2,75 t (Kurzkiel)
Masthöhe: 17,70 m (Standard und Alu) / 17,80 (Carbon) m
Segelfläche: 78,6 qm (Standard), 83,6 qm (Competition Alu), 84,6 qm (Competition Carbon)
Motorisierung: Diesel-Innenborder mit 29 PS

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