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Sun Fast 3300 als Modell auf der Paris Boat Show © Jeanneau Sun Fast 3300 als Modell auf der Paris Boat Show © Jeanneau
Jeanneau Sun Fast 3300

Jeanneau präsentiert neues Regattaboot

Mit der Sun Fast 3300 stellt Jeanneau sein neues Regattaboot als Modell vor. Das erste echte Boot kommt im Frühjahr.

von
Michael Krieg
in
3 Minuten

Nahezu 400 Einheiten der Renn- und Fahrtenyachten Sun Fast 3200 und 3600 von Jeanneau gibt es inzwischen weltweit. Bei derartigen Zahlen scheint es nur zu verständlich, dass die Franzosen, die schon bei wichtigsten Rennen als Sieger hervorgingen, nun im kommenden Jahr eine zusätzliche internationale Rennserie für diese Segelyachten planen. Aber noch ist das Boot gar nicht da. Auf der Bootsmesse in Paris wurde erst einmal ein Modell vorgestellt – allerdings von hochkarätigen Segelexperten. Und mit Blick auf Olympia 2024.

Nun kommt also die Konkurrenz aus dem eigenen Haus. denn vor kurzem bestätigte Jeanneau die Markteinführung einer neuen Sun Fast 3300 für das Frühjahr 2019 und hat – sehr vorausschauend – mit ihrer neuen Segelyacht sicher auch die Entscheidung des Welt-Seglerverbands im Hinterkopf. Die Organisation hat gerade ein „Mixed Offshore Keelboat“ ins olympische Segelprogramm aufgenommen.

Perfekt fürs neue olympische Format konzipiert

Die World Sailing (früher ISAF genannt) ist der Weltverband aller Segelsportarten. Auf der Mitgliederversammlung Anfang November hat man sich auf die Segeldisziplinen für die Olympischen Spiele Paris 2024 geeinigt. Das olympische Segelrevier wird dann vor Marseille sein. Nach langen Debatten hat man sich eben auch für ein Mixed-Offshore-Kielboot entschieden. Da bietet sich eine Bewerbung mit der neuen Jeanneau Sun Fast 3300 geradezu an.

Beim Mixed Offshore Kielboot lauten die Vorgaben: Einrümpfer, nicht-foilend und mit einem Deckslayout für Minimalcrew („shorthanded“). Das Boot soll zwischen sechs und zehn Meter lang sein, in einer Windrange von 4 bis 40 Knoten segelbar sein und über ein Slup-Rigg mit Spinnaker verfügen.

Die Sun Fast 3300 soll neben Einhandseglern auch Crews ansprechen. Verantwortliche Konstrukteure sind Daniel Andrieu und Guillaume Verdier. Andrieu gilt als ausgewiesener Experte für die Optimierung von Segelbooten nach IRC im Inshore- und Offshore-Bereich. Der für seine Arbeit zum America’s Cup und für die Vendee Globe bekannt gewordene Verdier ist für die Rumpflinien und die Rumpfanhänge der Yacht zuständig. Was genau haben sie konzeptionell gemacht, um das Boot schnell zu machen?

Sun Fast 3300
Präsentation zum Start der Paris Boat Show © Jeanneau

Das Sun-Fast-Team im Bild (v. l.): Antoine Chancelier (Jeanneau), Daniel Andrieu (Andrieu Design), Véronique Soulé-Guillaume (Verdier Naval-Architekten), Hervé Piveteau und Basile Mayet (beide Jeanneau)

Doppelte Ruderblätter – und nur Pinnensteuerung

Der Rumpf der neuen Jeanneau Sun Fast 3300 wird – vorne im voluminösen Bugbereich und hinten unterhalb des breiten Hecks – konkav ausgeführt. Die Vorgabe war, so eine ausgeglichenere Verteilung der auftretenden Druckkräfte beim Segeln zu erwirken. Das wiederum sorgt für mehr Auftrieb. Und es verringert damit die vom Wasser benetzte Fläche des Unterwasserschiffs.

Man verspricht sich auch aufgrund leichter Komposit-Materialien beim Bau eine noch gewichtsreduziertere, schnellere und agilere Yacht. Ein offenes und vor allem breites Heck verlangt doppelte Ruderblätter, angeboten wird das Segelboot nur mit Pinnensteuerung, dazu gibt es einen Bugspriet.

Ein großer, schlanker und leistungsstarker Segelplan mit ausgestelltem Top, der zudem einfach zu handhaben sein soll, sorgt für den nötigen Vortrieb. Dabei rückte das Rigg weiter nach hinten, sodass eine kurz überlappende Genua größer ausfallen kann. Dank langem und effektiv einzusetzenden Traveller und zwei einstellbare Backstagen soll die Neue auch auf Vorwind-Kursen besser zu kontrollieren sein.

Der Sun Fast 3300 soll im Frühjahr 2019 auf den Markt kommen. Wenn sie denn da ist, darf man gespannt sein, wie sie sich gegen die angebotenen kleinen Hochsee-Racer ihrer Mitbewerber, ob nun Pogo oder JPK, behaupten wird.

In den folgenden Wochen und Monaten wird die Sun-Fast-Website der Heimathafen des neuen Modells sein. Hier kann man sich, solange das Boot noch im werden ist, über den neusten Stand der Dinge informieren.

Technische Daten Sun Fast 3300

Rumpflänge: 9,99 m
Länge über alles: 10,49 m
Breite: 3,40 m
Gewicht: 3.500 kg
Tiefgang: 1,95 m
Segelfläche: 60 qm (luvwärts), leewärts (128 qm)
Kajüten: 2
Motorisierung: 15 PS
IRC-Rating: ca. 1.015 TCC

Mehr auf der Werft-Website von Jeanneau

Sun Fast 3300
Das Schwestermodell Sun Fast 3200 © Jean-Marie Liot

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