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Tally Ho Neue Helfer fürs Refit-Projekt Tally Ho © Leo Sampson
Refit-Projekt

Neues Visum, neues Team

Leo reist nach Vancouver. Es kommen neue Helfer für sein Refit-Projekt und das Holz für die neuen Steven der Tally Ho.

Tommy Loewe
von in
3 Minuten

Das neue Jahr fängt für Leo Sampson und seine Freundin Cecca (der Kurzform von Francesca) mit einem kleinen Urlaub in Vancouver an. Per Fähre geht’s nach Kanada, um ein neues Visum zu beantragen und Ceccas Geburtstag zu feiern. Die mehrtägige Zwangspause, die ihnen die US-Botschaft von ihrem Refit-Projekt verschafft – ohne Pass keine Wiedereinreise – nutzen die beiden für einen Ausflug in die verschneiten Berge. Dann hat die Amtsmühle fertig gemahlen, und Leo darf bis zur Vollendung seines Projekts in den Staaten bleiben: an Englishman in Sequim/Washington. Dafür muss Cecca eine zeitlang zurück nach England.

Da trifft es sich gut, dass Leo neben Hunter, der die Werft während seiner Abwesenheit am Laufen hält, ein paar neue Helfer bekommt: Nicola aus Italien und Finn aus England, beide sind vom Fach. Nicola ist Ingenieur und stammt aus einer alten italienischen Familie von Holzhandwerkern, er hat’s quasi im Blut. Finn hingegen ist Landschaftsgärtner und Baumchirurg und damit ein ausgewiesener Spezialist im Umgang mit der Kettensäge. Gut für den Holzboot-Klassiker.

Die Tally Ho lässt den Dude nicht los

Dude kommt schon zum zweiten Mal mit seinem VW-Bus und Hund für einige Wochen zum Helfen vorbei. Die Tally Ho lässt ihn einfach nicht los. Sie alle sind Volunteers, also Freiwillige – jeder mit eigenen Spezialfähigkeiten. Sie helfen Leo im Team gerne dabei, den alten Rennkutter wieder zum Leben zu erwecken. Schade, dass Cecca sie nicht bekochen kann. Aber die Junggesellenbande weiß sich auch selbst zu versorgen.

Leo Sampson Tally Ho

Finn aus England © Leo Sampson

Leo Sampson Tally Ho

Nicola aus Italien © Leo Sampson

Unter den wachsamen Augen der Papageiendame Poncho, der Sicherheitsbeauftragten der Werft, schneiden sie – nach den Schablonen, die Leo vom Schnürboden abnimmt – mit der Kettensäge die Spanten aus dem Krummholz der Eiche. In Gemeinschaftsarbeit werden an der schwenkbaren Schiffsbandsäge der Feinschnitt, die Schmiege und die Kielpassungen angebracht. Im Richtschlitten werden die Spanten plan gehobelt, danach mit Mennige eingestrichen und mit den Holznägeln, den sogenannten „Trunnels“ zusammengefügt. Zwischendurch finden sie, im Eichenholz einbettet, eine uralte Pistolenkugel.

Eine Ladung Purple Heart kommt

Vom Sägewerk aus Port Townshand kommt der Truck und bringt die Ladung Purple-Heart-Holz (Amaranth) für Vor- und Achtersteven, die Leo im vorletzten Video gekauft hat. Die etwa 12 Fuß langen und 12 auf 8 Zoll (ca. 360 x 30 x 20 cm) starken Bohlen werden mit dem Gabelstapler abgeladen und sorgfältig aufgestapelt. Leo wird die Schnittlinien anreißen, und der Rest der Crew wird sie unter seiner Anleitung ausschneiden, anpassen und montieren.

Solange sie so eine starke Truppe sind, sollte das leicht fallen. Allerdings, so ganz ohne ist die Bearbeitung von Purple Heart nicht: Das südamerikanische Hartholz von violetter Farbe verklebt leicht beim Schneiden und sträubt sich beim Hobeln. Know-How, scharfes Werkzeug und der kreative Maschinenpark wird es möglich machen. Am Ende des Films werden die letzten Spanten des Mittelsektors aufgestellt. Insgesamt stehen jetzt 12 Stück, und ein wichtiger Arbeitsabschnitt ist fertig.

New team, new VISA, new timber! (Boatbuilding/Tally Ho EP41)

direkt zum Video

Es macht wie immer Spaß, das Video anzuschauen und man kann als Interessierter auf leichte Weise viel über traditionellen Bootsbau lernen. Zur Unterstützung könnt ihr die Untertitel anklicken. Übrigens: Wer sich über das gute Wetter im Januar am äußersten Nordwestzipfel Nordamerikas wundert: Sequim bei Seattle, wo Leos Werft steht, liegt auf dem 47. Breitengrad so wie München und Paris. Wer mehr über Leos Projekt erfahren will: Zurückblättern bei float oder Leos Werft-Website besuchen, wo man das Projekt unterstützen kann.

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