float Magazine

Bei der dritten Testfahrt der Candela C-8 war auch der Fotograf dabei © Werft
Premiere Candela C-8

Nummer 8 ist aufgewacht

Jungfernfahrt für die Candela C-8, das neue foilende Powerboot aus Schweden. Die Serienproduktion für 100 Boote läuft diesen Sommer an.

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2 Minuten

Firmengründer Gustav Hasselskog hatte es für dieses Frühjahr angekündigt – und er hielt Wort. Nicht mit einem lauten Knall, sondern mit fast geräuschlosem Floaten begann das nächste Kapitel für die motorisierte Schifffahrt. Das foilende Powerboat Candela C-8 hob sich, mit Gustav Hasselskog am Steuer, souverän aus dem Wasser und glitt auf Kufen mit 20 Knoten über die Ostsee vor Stockholm.

Seit 2015 entwickelte der Maschinenbau-Ingenieur mit seinem internationalen Team das erste foilende Motorboot. Angetrieben mit einem Elektromotor und kontrolliert durch eine Vielzahl digitaler Sensoren, fährt es dank minimierter Wasserreibung den konventionellen Motorbooten davon.

Die Candela C-7 feierte 2019 die Marktreife, gewann den Best of Boats Award und neue Tech-Investoren. Der große Bruder Candela C-8 legt bei Technik und Komfort nach.

Klare Fakten

Die Zahlen fürs Electric Boating sind beeindruckend: Im Vergleich zu einem Verbrenner-Powerboot spart die Candela C-8 80 Prozent Energie ein. Bei 20 Knoten Reisegeschwindigkeit kann sie 50 Seemeilen zurücklegen. Andere elektrische Speedboote schaffen nur ein Drittel der Strecke bei dreimal so großen Batterien.

  • alternativetextDer eigens entwickelte C-POD © Candela
  • alternativetextElektromotoren ohne Getriebe © Candela
  • alternativetextSchlank wie ein Torpedo ist der Motor konstruiert © Candela

Auch das Foilsystem der Candela C-8 ist effizienter im Vergleich zu dem der Candela Seven. Das drückt sich in Zahlen so aus: Hat ein Gleitboot ein Verhältnis von Auftrieb zu Widerstand von 4, liegt es bei einer Möwe bei 10 und einem Albatros bei 20. Das Verhältnis von Auftrieb zu Widerstand bei der Candela C-8 liegt bei 17, bei der Candela C-7 bei 15.

Candela
Die Candela C-8 hat noch bessere Fahreigenschaften als Nummer 7 © Candela

Der elektrische Direktantrieb und die Foil-Kontrollsoftware sind aus hausinterner Entwicklung. Damit liegen die wichtigsten Bausteine in der Hand von Gustav Hasselskog. Candela hat das Zeug dazu, im industriellen Maßstab zu skalieren.

Skalieren in Schweden

Mit einer echten Serienproduktion bauten die Schweden dann wirklich den „Tesla auf dem Wasser“. Diesen Titel beanspruchen viele E-Boot-Hersteller für sich, doch nicht immer aus gutem Grund.

Den öffentlichen Nahverkehr in Stockholm will Candela mit seinem Fährprojekt C-30 revolutionieren, das im Frühjahr 2021 angekündigt wurde. Für den Freizeitrenner Candela C-8 sind bereits mehr als 100 Vorbestellungen eingegangen. Electric Boating ist also ein Markt. Auf der Website der Schweden darf ausführlich konfiguriert und reserviert werden.

Erste Boote für 290.000 Euro plus Steuern sollen im Sommer 2022 auslieferungsfertig sein. Damit dürften – über den Importeur VMG Marine in Altenholz bei Kiel – auch einige C-8 den Weg nach Deutschland finden. Davor werden float und Gustav Hasselskog aufs Wasser gehen – und schwebend Candela Nummer 8 testen.

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