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Rumpf und Rigg identisch: die Arcona 385 setzt auf der bewährten Arcona 380 auf © Werft
Premiere Arcona 385

Schönes Update aus Schweden

Die Baunummer 1 der aktualisierten Arcona 385 ist fertig. Was hat die schnelle Fahrtenyacht ihrer Vorgängerin voraus?

von
Michael Krieg
in
6 Minuten

Arcona-Yachten sehen zeitlos schön aus, mit ihren gelungenen Proportionen bei Länge und Breite. Schon für die seit 2013 gebaute Vorgängerin, die Arcona 380, attestierten viele der schwedischen Werft, eine rundum gelungene Segelyacht entworfen zu haben. Sie macht bei Regatten eine gute Figur. Als schnelle Fahrtenyacht sind aber auch Familien komfortabel und sicher unterwegs. Und das gilt auch für die jetzt im Bau befindliche Arcona 385.

Einen „spaßigen kleinen Cruiser-Racer“ nennt die Werft ihre Neuheit, die ein Update ist. Was macht bei der Arcona 385 das Spaßige aus? Klar erkennbar ist die Ambition von Arcona Yachts, ein Schiff zu erschaffen, das Freude beim Handling macht. Und zwar noch ein bisschen mehr als beim Vorgängermodell.

Arcona 385
Die Arcona 385 basiert auf demselben Rumpf wie ihre Vorgängerin © Werft

Einen Family-Performance-Cruiser könnte man das Schiff nennen. Der gegenüber der Arcona 380 unverändert lange Rumpf lässt mindestens ebenso gute Eigenschaften fürs Segeln erwarten, denn die Form wurde beibehalten. Ansonsten liegt der Fokus des Konstrukteurs beim Crew-Komfort – auf und unter Deck.

Das Bessere ist des Guten Feind

Was also hat der Hersteller, der seit knapp drei Jahren im Eigentum der Najad-Werft ist, bei der Arcona 385 konkret im Vergleich zur Vorgängerin verbessert? Da ist zum einen das offene Heck, mit dem die neue Arcona jetzt serienmäßig ausgestattet ist. Das erleichtert den Zugang zur Badeplattform und zu den hinteren Stauräumen im Cockitboden.

Der versenkbare Cockpittisch lässt sich leicht aufstellen. Den Mitseglern dient er, eingeklappt am Cockpitboden, als sichere Abstützung bei Lage. Das offene Heck bietet außerdem mehr Platz im Cockpit. Standardmäßig ist die Arcona 385 mit doppelter Radsteuerung ausgerüstet. Die Zwillingsräder können auf Wunsch auch aus Carbon sein.

Arcona-Yachten mit offenem Heck
Neu ist das offene Heck des Cruiser-Racers © Werft

Das umgestaltete Heck schafft Platz

Wie bei den Verbesserungen der jüngsten Arcona 465 – hier ein 360-Grad-Bordrundgang – hat die neue Arcona 385, von der es noch keine Fotos unter Segeln gibt, nun größere Fenster im Kajütdach. Dazu kommen auch größere Rumpffenster, die für mehr natürliches Licht unter Deck gegenüber der Vorgängerin sorgen.

Die Umgestaltung des Hecks sorgt dafür, dass nun auch mehr Licht in die Achterkabinen fällt. Auf Wunsch sind auch hier Rumpffenster möglich: Das bringt in der Eignerkabine zusätzlich Tageslicht und Durchblick nach draußen.

Im Cockpit sind zwei große Fächer ins Süll integriert. Hier lassen sich Leinen verstauen, die ansonsten im Arbeitsbereich herumgelegen hätten. Außerdem gibt es jetzt eine größere Instrumententafel über dem Niedergang. Die Anzeigen sind vom Steuerstand nun deutlich besser abzulesen. Neuerdings haben die Steuerpodeste einen Edelstahlschutz. Der dient gleichzeitig als Konsole für Instrumente und Kartenplotter. Gut geschützt ist auch das Bedienpaneel für den Motor.

Instrumente und Kartenplotter der Arcona 385
Die Anzeigen sind vom Steuerstand aus besser ablesbar © Werft

Der Cockpit-Süllrand, das Achterdeck und der Cockpitboden sind mit Teak belegt. Wer das komplettieren möchte, bekommt auf Wunsch Teakholz auch für das Seitendeck. Im Standard gibt es hier den bewährten rutschfesten Decksbelag von Arcona. Eine hölzerne Fußleiste sorgt an Deck für sicheren Stand bei Lage.

Die Arcona 385 ist auch ein Familienboot: Bei den Details erwähnenswert ist daher auch die stabile Niro-Badeleiter. Im ausgeklappten Zustand reicht sie tief genug ins Wasser, sodass alle ohne Verrenkung wieder an Bord gelangen können. Wer das mal ausprobieren möchte: Beim deutschen Importeur AP Yachting in Laboe liegt die geringfügig kürzere Arcona 345 als Demoboot bereit.

Leistungsfähiges Rigg

Das bewährte Rigg der Arcona 385 blieb unverändert, es stammt wie bei der 380er von Seldén. Ihr Mast verjüngt sich im Topp. Für Sicherheit im Dunkeln sorgen neben Lauflicht auch eine Decksbeleuchtung. Die Spinnakerbaumschiene ist vormontiert, die Rollreffanlage unter Deck verlegt. Das Achterstag zum Trimmen des Riggs erfolgt mit einem mechanischen oder hydraulischen Achterstagspanner. Ansonsten ist der Mast vorbereitet für die Doppelung aller Fallen mit den entsprechenden Blöcken an den Ausgängen.

Der Kiel besteht aus einer antimongehärteten Bleibombe, die mit einer gusseisernen Flosse verschraubt ist. So wird ein möglichst niedriger Schwerpunkt erreicht. Eine Glasfaserschicht schützt das Stahlblatt vor Rost.

Der Kiel der Arcona 385, aus Blei und einer gusseisernen Flosse
Der leistungsfähige Rigg ist wie bei der abgebildeten Arcona 380 geblieben © Werft

Bei dem mit Polyurethanschaum gefüllten Ruder aus GFK kommt multiaxial verarbeitetes Rovinggewebe zum Einsatz. Der ins Ruder einlaminierte Ruderschaft ist aus massivem eloxiertem Aluminium gefertigt.

Gebaut für die Ewigkeit?

Nirgends wird gespart bei diesem Schiff. Schon gar nicht bei der Rumpfkonstruktion. Rumpf und Deck werden in GFK-Sandwich mit einem 20 Millimeter Divinycell-Schaumkern unter Einsatz von Vinylesterharz im Vakuum-Infusionsverfahren hergestellt. Alle Schotten sind für zusätzliche Festigkeit mit dem Rumpf und dem Deck verklebt.

Das Herzstück des Boots ist der verzinkte Stahlrahmen. Er nimmt alle Lasten von Rigg, Mast und Kiel auf. Zusätzlich sorgt er dafür, dass die Arcona 385 unter Last steif bleibt und der Rumpf sich selbst bei starkem Wind nicht verzieht.

Die Wahl: zwei oder drei Kabinen

Die Arcona 385 verfügt standardmäßig über drei Kabinen. Eine Einteilung mit zwei Kabinen ist aber auch möglich. Der überzählige Raum ist dann zu einer separaten Nasszelle ausgebaut, mit offener Unterbringung für nasses Ölzeug. Alternativ ist auch ein zusätzlicher großer Stauraum möglich – falls man mal etwas richtig Großes an Bord unterbringen will.

Mittschiffs gibt es viel Platz am Salontisch: Die volle Breite der Yacht von 3,80 m wird ausgefüllt von einer u-förmigen Sitzgruppe an Backbord. Gegenüber an Steuerbord befindet sich eine lange gerade Sitzgruppe. Die ließe sich auch als Seekoje während der Fahrt nutzen. Im Hafen oder vor Anker haben dort jedenfalls sechs Personen bequem Platz. Lediglich der durchgesteckte Mast beeinträchtigt etwas die Tischfläche.

  • Der durchgesteckte Mast bei Arcona YachtenGenau wie bei der Arcona 380 gibt es im Salon viel Platz © Werft
  • verschiebbarer NavigationstischDer Navigationstisch ist wie bei der 380 verschiebbar © Werft
  • Vorschiffkabine der Arcona 385Die Arcona 385 verfügt wie die 380 standardmäßig über drei Kabinen © Werft

Eine Ideallösung ist der Navigationstisch, denn der ist verschiebbar. Bei Nichtgebrauch wird er an die Wand der Duschkabine geschoben. So kann die volle Länge des Sofas zum Sitzen genutzt werden. Wird der Kartentisch gebraucht, schieben wir ihn zum Navigieren unterwegs von der Wand weg, die uns dann als Rückenlehne dient.

Stauraum, Innenverkleidung, Tiefkühler …

In den Kabinen vorn und achtern nehmen große Kleiderschränke sowie langgestreckte Borde alles auf, was eine Crew auf Reisen zum Wohlfühlen so braucht. Sehr gut zugänglich sind auch die beiden großen ausziehbaren Schubfächer unter der Doppelkoje im Vorschiff.

Arcona-Yacht von außen
Ein Blick auf die Baunummer 1 in der Arcona-Werft © Werft

Wo in vielen Schiffskabinen die Außenwände ihren unverkleideten, nackten Kunststoff zeigen, hat die Arcona 385 mehr zu bieten. Das Boot bietet eine Innenverkleidung aus Latten-Wegerung. Das sieht nicht nur schön aus, sondern hilft auch bei der Belüftung. Schwitzwasser entsteht gar nicht erst.

Die Arcona 385 hat eine L-förmige Pantry auf der Backbordseite, direkt neben dem Niedergang. Voll ausgestattet bietet sie reichlich sinnvoll strukturierten Stauraum in großen Fächern. Natürlich gibt es auch einen Zweiflammen-Gasherd mit Backofen. Dazu kommt eine großzügige Doppelspüle und ein Kühlschrank. Selbst eine große Tiefkühlbox kann eingebaut werden.

Die technischen Daten des Daycruiser
Der Fokus liegt auf Komfort und Segelleistung © Werft

Sowohl die Deckenbeleuchtung im Salon als auch in den Kabinen besteht aus Einbaustrahlern. Weitere Spotlights mit Dimmer, vor allem im Navigationsbereich, sollen für eine stimmungsvolle Beleuchtung des Salons sorgen. Und das ist nicht alles. „Alle Kabinen sind mit integrierten USB-Steckdosen zum Aufladen technischer Geräte ausgestattet“, erklärt Kate Porteous, die sich für Arcona um das Marketing kümmert, float auf Anfrage.

… und die freie Farb-Wahl

Im Standard wird die Inneneinrichtung in Khaya-Mahagoni ausgeführt. Wer es heller mag, könnte sich für die Option eines skandinavisch-hellen Eicheausbaus interessieren. Die Leisten, Türrahmen sowie die Niedergangstreppe sind sogar in Massivbauweise ausgeführt. Außerdem stehen den Kunden eine breite Palette von Polsterstoffen und Farben zur Auswahl.

Arcona 385 Layout
Raumaufteilung der Arcona 385 © Werft

Technische Daten Arcona 385

Länge: 11,28 m
Breite: 3.80 m
Tiefgang: 1,90 m
Gewicht: 6.850 kg
Segelfläche: 52 qm (Groß), 36 qm (Fock)
Motorisierung: Innenborder Yanmar 3YM30AE mit 30 PS
CE-Kategorie: A (Hochsee)

Alle Hölzer werden mit einem schönen Satin-Finish lackiert. Schön ist auch, wie es bei Arcona mit dem Arbeitsethos der Bootsbauer steht. „Wenn wir unser Team fragen, wie viele Lackschichten sie normalerweise auftragen“, heißt es seitens der Werft, dann antworten sie immer dies: „Wir lackieren so lange, bis wir zufrieden sind.“ Und so gut sieht die schnelle, leichte und einfach zu handhabende 38-Fuß-Yacht aus Schweden auch aus.

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