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Die Puma BRz trägt, in der Tradition der Silver-Z-Familie, einen Raubtiernamen © Werft
Premiere Silver Puma BRz

Schatz, ich will einen Puma

Die Raubtier-Serie von Silver Boats wächst: Auf den Tiger folgt ein Puma – ein Stück kürzer, aber ebenfalls aus GFK. Und ebenso solide.

von
Roland Wildberg
in
5 Minuten

Eine ziemlich kurze Auszeit: Der finnische Bootsproduzent Silver Boats hat seiner Z-Familie leichter Sportboote ein fünftes Geschwisterkind hinzugefügt. In alter Tradition trägt es einen Raubtiernamen: Nach Raptor, Viper und den zwei Tigern, die souverän den Best of Boats Award gewonnen haben, hört der kleinste Daycruiser im Bowrider-Format auf den Namen Puma.

Der Benjamin der Z-Klasse ist mit 5,85 Metern Rumpflänge lediglich 21 Zentimeter kürzer als der nächstgrößere Bruder. Beide sind Bowrider, das offene Vordeck bietet also zwei zusätzliche Sitzplätze. Zum Cockpit gelangen Passagiere, wie bei dieser Bauweise üblich, also nicht nur von hinten. Sondern auch direkt von vorn, durch den zentralen Durchgang in der gläsernen Frontscheibe.

Silver Puma BRz
Das fünfte Geschwisterkind der Z-Familie ist wieder ein Bowrider © Werft

Die zunächst etwas kryptisch wirkende Typenbezeichnung Silver Puma BRz lässt sich leicht erklären.  Das Kürzel am Ende des Modellnamens heißt nicht Bruttoraumzahl – die bleibt beim Daycruiser Puma in engen Grenzen – sondern steht für Bowrider (BR) und die Baureihe „z“, und zwar klein geschrieben

Das z im Namen steht für GFK

Der letzte Buchstabe des Alfabets, das Z, bezeichnet beim finnischen Brandt-Konzern die aus GFK gefertigten Boote. Die Y-Reihe steht für so genannte AluFibre-Boote, die X-Reihe umfasst Boote aus 100% Aluminium.

Denn bis vor einigen Jahren war Silver Boats als reine Aluminium-Spezialist bekannt. Dann kam der Raptor – ein Zukauf der Werft aus GFK, der als einst als Yamarin 81 in Norwegen entworfen worden war. Für die neue Z-Serie wurde eigens eine neue Produktionshalle gebaut. Es folgte der erwähnte Tiger, und nun nach einer Viper wieder ein Kätzchen namens Puma.

  • Silver Puma BRzDie Puma BRz hat ein glattes Unterwasserschiff © Werft
  • Silver Puma BRzNur 750 kg wiegt das Boot mit seinem GFK-Rumpf © Werft
  • Silver Puma BRzDer Gewichtsunterschied ist auf das kleinere Format zurückzuführen © Werft

Warum überhaupt GFK-Boote? Dabei geht es natürlich auch um neue Absatz-Möglichkeiten: In Mitteleuropa gibt es einen großen Markt für Daycruiser, und diesen Markt hat Silver Boats im Visier.

Und da der deutsche Markt nach Norwegen die zweitwichtigste Exportregion für die Werft ist, wird die Z-Reihe speziell für die mitteleuropäische Kundschaft angeboten.

Der Puma, das kleinste Raubtier in der Silver-Nomenklatur, ist als Bowrider verblüffend leicht. Nur 750 Kilogramm wiegt das schlanke Sportboot. Mit diesem Pfund am Haken kommt auch ein Mittelklasse-Pkw klar. „Der Gewichtsunterschied ist hauptsächlich auf das kleinere Format zurückzuführen“, sagt Silver-Sprecherin Marica Widell gegenüber float. Was 21 Zentimenter doch ausmachen können.

Zu zuallerst Platz

Trotz der kompakten Abmessungen bietet das jüngste Projekt Z zuallerst viel Platz. Denn es können bei der Silver Puma BRz bis zu sieben Personen mitfahren. Dazu gibt es zwei breite Sitzplätze im Vorschiff und eine sehr geräumige Bank in zweiter Reihe. So viel Beinfreiheit hat man sonst nicht auf 5,85 m Länge.

Bootsführer und Beifahrer ihrerseits nehmen in bequemen Einzelsesseln Platz. Bei einer Hafen- oder Ankerpause können die Stühle um 180 Grad gedreht werden. Sie bilden dann, zusammen mit der hinteren Bank, eine Sitzgruppe fürs Lunch. Den dazu passenden Tisch finden wir auf der Optionsliste.

Silver Puma BRz
Gut für schöne Tage auf dem Wasser mit bis zu sieben Personen © Werft

Einen Kühlschrank installiert die Werft auf Wunsch gegen Aufpreis unter der Hecksitzbank. Deren Rückenlehne lässt sich umklappen: Dann entsteht hier eine breite Sonnenliege. Den Tisch im Heck darf man selbstverständlich auch erwarten. Die Ausstattung zeigt, wofür das Boot gemacht ist: für schöne Tage auf dem Wasser, auf Wunsch in wechselnden Revieren. Und für den Sporteinsatz vorbereitet, zum Beispiel als Wasserkiboot, ist das Kätzchen auch.

Während die größeren Z-Boote mit dem patentierten Petestep-Rumpf ausgestattet sind, der Schlagen und Schallemission erheblich dämpft, hat die Puma BRz ein glattes Unterwasserschiff. Laut Aussage von Silver Boats gibt es bei einem so kleinen Schiff keine Notwendigkeit für diese Konstruktion. „Bei leichteren Booten ist der Rumpf ohnehin weicher und leiser. Außerdem reduziert der flache Teil im achteren Bereich den Bedarf an Trimmklappen“, so Marica Widell zu float.

Recycling-Teak für die Atmosphäre

Den Stauraum unter der zweiten Sitzreihe hat Silver so dimensioniert, dass sogar ein Wakeboard oder Wasserski darin Platz finden. Unter den beiden Sitzen im Vorschiff sind ebenfalls Gepäckfächer vorbereitet. Viel Stauraum im Bug gibt es auch, er ist für Anker und Leinen vorgesehen. Raffiniert: Die beiden achteren Ecken, für gewöhnlich ein ungenutzter Raum im Rumpf, hat Silver als Abstellflächen für Fender entdeckt.

  • Silver Puma BRzDer Bodenbelag aus Recycling-Teak verleiht dem Deck Flair © Werft
  • Silver Puma BRzDie Frontscheibe zieht sich an den Bordwänden weit nach achtern © Werft
  • Silver Puma BRzDer umlaufende Handlauf über der Scheibe bietet guten Halt © Werft

Eine Menge Flair schafft Silver Boats durch die Gestaltung des Bodenbelags. Das Deck ist mit Recycling-Teak ausgelegt. Das wirkt, anders als ein einfacher Kunststoffboden, hochwertiger und warm. Das Material soll nach Angaben der Werft noch pflegeleichter als Naturholz sein.

Die Frontscheibe zieht sich entlang der Bordwände weit nach achtern. Ein oberhalb der Scheibe abgesetzter Handlauf bildet den natürlichen Rahmen. Diese solide Konstrutkion bietet bessere Haltemöglichkeiten als die Scheibe selbst. Und es hat den angenehmen Nebeneffekt, dass man nicht so oft das Glas putzen muss.

Die Badeleiter ist serienmäßig

Die beiden Badeplattformen im Heck sind ein Statement für die Vielseitigkeit der Puma als Freizeitboot. „Das Boot ist die perfekte Wahl für Tagesausflüge, Wassersport oder als fest stationiertes Boot am Strandhaus“, lässt uns die Werft wissen. Man sieht’s! Die achteren Nocken sind ausreichend großzügig dimensioniert, so dass Badende hier bequem von und an Bord klettern können. Eine Badeleiter gibt es serienmäßig dazu.

Silver Puma BRz
Schwimmbad an Bord: die beiden Badeplattformen sind gut dimensioniert © Werft

Als weitere Ausstattung bietet der Importeur Boat Solutions unter anderem Persenninge für Bug und Cockpit, Armlehnen für die Sitze, Scheibenwischer und Scheinwerfer sowie eine Wasserskistange. Und Audio-Lautsprecher mit Bluetooth-Empfangsfunktion: So wird das Puma-Boot zur schwimmenden Boombox.

Der Hersteller empfiehlt einen 100 PS starken Außenborder für den Antrieb. Der bringt das leichte Boot, das in den kommenden Wochen aus der Produktion kommen soll, sehr flott in Fahrt – und es ist für den Einsatz auch auf dem Bodensee ideal. Macht aber nicht so viel Welle, dass Wasserski zur Strapaze wird. Maximal sind 115 PS möglich.

Technische Daten Silver Puma BRz

Länge: 5,85 m
Breite: 2,16 m
Gewicht: 750 kg
Maximale Passagierzahl: 7 Personen
Motorisierung: Außenborder mit maximal 115 PS
CE-Kategorie: C (küstennahe Gewässer)

Silver startet die Produktion behutsam, zum Frühjahr verlässt zunächst eine überschaubare Anzahl an Pumas die Werft. Die sind auch schon sämtlich vergeben, erfuhr float. Widell: „Sie gehen an Händler in Skandinavien, Deutschland, Frankreich und Großbritannien.“ Hier werden sie dann fachkundig ausgewildert. Patenschaften für die Silver Puma BRz sind noch möglich.

Silver Puma BRz - Kompakter Bowrider mit Platz für bis zu sieben Personen

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