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Alle Fotos © Sami Tirkkonen
Bootstest

Sargo 33: Reiseboot aus Kokkola

Seitdem die Kinder von Edy Sarin bei Minor das Ruder in die Hand genommen haben, heißt die Werft Sargo. An der Lust, perfekte Boote zu bauen, hat das nichts geändert.

Uwe G. Meiling
von in
4 Minuten

Die Boote aus dem westfinnischen Kokkola stellen ihre Vorzüge als Reiseschiffe nicht nur im Hafen unter Beweis, sondern vor allem auf See – besonders dann, wenn es dort mal ungemütlich wird. Die im vergangenen Jahr vorgestellte und dieses Jahr beim Finnboat-Event von uns gefahrene Sargo 33 macht da keine Ausnahme.

42 Knoten oder 1.600 Seemeilen

Die Deckshausyacht bringt jeglichen Komfort mit, den man sich für die Ausfahrt wünscht. Der Kompaktkreuzer ist sicher, solide – und schnell, wenn es sein muss. Das versetzt die Crew in die Lage, den Törnplan jederzeit einzuhalten. 30 Knoten Höchstfahrt sind schon mit der Standardmotorisierung drin.
Man sieht es der Konstruktion nicht an, aber mein Testboot schüttelt lässig fast 42 Knoten aus dem Maschinenraum und ist dabei so leichtfüßig unterwegs wie ein Sportboot. Leistung haben die beiden Reihensechszylinder genug für den leichten Kreuzer. Dank des 800 Liter fassenden Dieseltanks könnten wir bei Marschfahrt zwischen 24 und 32 Knoten mindestens 285 nautische Meilen zurücklegen.
Bevorzugt man Kanalfahrttempo um die fünf Knoten, liegt die Reichweite bei satten 1.600 nautischen Meilen. Dann fließen nur zweieinhalb Liter Diesel pro Stunde durch die Leitungen.

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Keine Lust auf IPS

Mit dieser Motoryacht kannst Du gemütlich wasserwandern auf Kanälen und Seen. Du kannst mit der Sargo – das ist übrigens der Name eines Fischs, der Geißbrasse – genauso gut mal eben durch den Kanal nach England fahren. Oder zum Fischen rausfahren. Oder sie fürs Wasserskifahren einsetzen. Das nenne ich Allroundqualitäten.
Sargos Universaltalent hat sich herumgesprochen in der Welt und bei Behörden, die die finnischen Boote als Arbeitsschiffe einsetzen. Die Kundschaft verteilt sich über den gesamten Globus, von den USA bis nach Japan und zurück. Es ist nicht einfach, eine vergleichbare Yacht zu finden, die diese Bauqualität und mit sicheren und, sagen wir, seidigen Laufeigenschaften verbindet.

Modern, weil traditionell

Unverständlich erscheint es dagegen, dass es die Sargo 33 wie alle anderen Modelle der Werft nur mit starrer Welle oder Z-Antrieb zu kaufen gibt. Thomas Sarin, der die Werft 1967 gegründet hat, meinte mal dazu: „Wir hatten Anfragen, ob wir nicht den IPS-Antrieb einbauen könnten, doch dazu hätten wir den Rumpf verändern müssen. Der ist jedoch so ausgreift und überragend, das wir genau das nicht wollten.“
Auch deshalb ist die Sargo 33 für mich die modernste Serienyacht ihrer Klasse: Weil das Schiff zeitgemäß ausgerüstet ist, die verwendeten Materialien pflegeleicht und ohne hölzerne Folklore schiffig sind, aber das Beste und Wichtigste bewahrt bleibt: der Rumpf.

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Das beste Familienschiff beim Best of Boats Award

Beim Best of Boats Award 2016 machte die Sargo 33 das Rennen als bestes Boot des Jahres in der Kategorie Best for Family. Neale Byart, einer der 17 Juroren des BOB-Awards und Chefredakteur der britischen Zeitschrift Motorboat Owner, erklärte das Votum der Jury: „Ein Boot für Familien sollte praktisch sein, Spaß machen und – speziell wenn Kinder mit an Bord sind – sicher sein“, sagte er. Die Sargo 33 erfüllt alle diese Ansprüche.
Werftchef Thomas Sarin, der bei der Verleihung der Auszeichnung in Berlin anwesend war, sparte bei der Annahme der Trophäe nicht an Selbstbewusstsein: „Natürlich wäre dieses Boot meine erste Wahl für einen Ausflug mit der Familie. Wir haben 50 Jahre Erfahrung mit dem Bauen von Booten und versuchen bei allen – und besonders bei der Sargo 33 – Sicherheit, Stabilität und ein gewisses Maß an Sportlichkeit zu vereinen. Diese drei Dinge zusammen machen die Besonderheit des Modells aus.“
Für Frank van Delden, Geschäftsführer des Importeurs Harle Yachtbau, liegt das wichtigste Verkaufsargument für Sargo in der Sicherheit. „Bei diesem Modell haben sie ein ganz klassisches Walkaround-Boot. Da können Kinder rumrennen, da kann auch mal ein Hund rumrennen, da kann keiner runterfallen. Ein absolut sicheres Konzept mit einem ganz, ganz tollen Interieur, also absolut perfekt.“

Gewinner des Best of Boats Award 2016

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Frank van Velden, Geschäftsführender Gesellschafter, Harle Yachtbau (l.) und Thomas Sarin, Managing Director, Sarins Batar, beim Best of Boats Award 2016

Länge über alles:10,99 m
Breite:3,45 m
Tiefgang:1,10 m
Motorisierung:Volvo Penta D6-400 mit 400 PS oder Doppelanlage D6-370 mit 2 x 370 PS)
Gewicht:ab 6,5 t
CE Kategorie:B (küstenferne Gewässer)
Preis für die Basisversion:296.172 Euro (mit D6-Single-Motor)
Preis für das Testboot:456.169 Euro (mit 2 D6-370-Motoren)

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