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Die Grand Banks 60 mit geschlossener Skylounge © Werft Die Grand Banks 60 mit geschlossener Skylounge © Werft
Grand Banks 60 Skylounge

Schloss mit Dachgeschoss

Grand Banks und Palm Beach melden sich mit vielen Premieren zurück – wie die GB 60 Skylounge mit kompletter zweiter Etage.

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7 Minuten

Die Trawler-Yachten von Grand Banks waren immer stilprägend: Bis Anfang der 1970er-Jahre baute das US-Unternehmen sie auf massivem Holzkiel, „Woodies“ genannt. Diese Schiffe sind, soweit noch existent, bis heute legendär. Heute geht Grand Banks technologisch neue Wege: Dass die in Südostasien und Australien produzierende Werft bis heute innovativ ist, zeigt die neue Grand Banks 60.

Super-solide Langstrecken-Cruiser

Das im vergangenen Herbst als GB 60 Skylounge vorgestellte Schiff ist eine gut 20 Meter lange Festung zu Wasser. Durch den Einsatz von Carbon hat die Werft es auf die wildesten Weltmeere gut vorbereitet. Drei unterschiedliche Oberdecks zeigen, wie wandelbar das Boot ist: Für warme Fahrgebiete wird man das Modell mit offener Fly wählen (die GB 60 Fly). In gemäßigten Regionen, dann mit geschlossenem Obergeschoss, ist die Skylounge das Schiff der Wahl.

Einzig der Käpt’n und seine Crew sollten sich beizeiten – also bevor es auf offene küstennahe Gewässer geht – vergewissern, dass sie den Elementen gewachsen sind, mit denen das Boot jedenfalls spielend fertig wird. 2 x 900 PS in einem Rumpf, der mit einer Lage Carbon armiert ist, könnten einer plötzlich rauen See mit 36 Knoten Maximaltempo sogar davonfahren. Zähmen kann die Elemente auch diese ziemlich große Grand Banks natürlich nicht, aber sie gut auf Respektabstand halten. Das ist gut für die großen See- und Küstenreviere der Welt.

Ein schwimmendes Heim

Zugleich ist die Grand Banks 60 ein schwimmendes Heim, auf dem eine Eignerfamilie sich präsentieren und repräsentieren kann. Edle Hölzer, dicke Teppiche und bequeme Polster sorgen an Bord der Grand Banks 60 für einen ausgeprägten Wohlfühleffekt. Klassik und Moderne halten sich bei der Gestaltung auf angenehme Weise die Waage. Wo mancher zeitgenössische Entwurf sich in Schnickschnack verliert, herrscht bei Grand Banks das klare Bekenntnis zu Luxus.

Der Rumpf der neuen Trawler-Yacht GB 60 ist mit einer Carbonauflage verstärkt
Der Rumpf der neuen Trawler-Yacht GB 60 ist mit einer Carbonauflage verstärkt © Grand Banks

„Unsere 60er definiert den Begriff Long Distance Cruising völlig neu“, erklärt Mark Richards, CEO von Grand Banks, gegenüber float. Neu beim aktuellen Modell sind die Rumpf-Fertigung im Vakuum-Infusions-Verfahren und die schon erwähnte Verarbeitung von Carbon im Rumpf.

Außer mit starrem Wellenantrieb ist das Motorschiff auch mit dem deutlich beweglicheren IPS-1200-Podantrieb von Volvo Penta mit 2 x 900 PS zu haben. Das 30 Tonnen verdrängende Langstreckenschiff scheint auf diese Antriebseinheit gut abgestimmt zu sein.

Großer Motor verbraucht weniger

Angetrieben wird die Grand Banks 60 durch einen Reihensechszylinder-Dieselmotor D13 mit 12,8 Liter Hubraum, Common-Rail-Einspritzung, Twin-Entry-Turbolader und Kompressor. Da sorgt für ein gutes Ansprechverhalten auch bei niedrigen Drehzahlen. In Kombination mit dem IPS-3-Pod, gegenläufig drehenden Doppelpropellern und dem elektronischen Steuersystem von Volvo Penta bietet da Boot gute Manövrierbarkeit und bei eher niedrigen Emissionen. Eine Alternative dazu ist auch der kleinere D11 mit 670 PS – im Doppelpack.

Der Käufer hat beim neuen Boot die Wahl zwischen drei verschiedenen Kabinen-Layouts
Der Käufer hat beim neuen Boot die Wahl zwischen drei verschiedenen Kabinen-Layouts © Grand Banks

Der große Motor ist aber eindeutig der bessere Antrieb für das Schiff. Denn im Vergleich zur kleineren Maschine mit nur 10,8 Litern Hubraum verbraucht er sogar weniger Diesel und bietet dabei mehr Reichweite. Ein Blick aufs Zahlenwerk der Messwerte zeigt, dass bei einer Drehzahl von 920 Umdrehungen pro Minute für die kleine Maschine und 820 U/min für die große der Verbrauch beim Großen sieben Liter pro Stunde günstiger ausfällt.

Bei der Reichweite ist der Unterschied noch deutlicher: Die große Variante bietet über 500 nautische Meilen mehr als der Benjamin, gerechnet jeweils für zehn Knoten Marschfahrt.

Skylounge ist klimatisiert

Bei der Raumaufteilung lässt Grand Banks dem Käufer ziemlich freie Wahl. Es gibt drei verschiedene Layout-Versionen – mit und ohne Achterkajüte. Keine Wahl gibt es bei dem, was Grand Banks ausmacht: Die traditionelle Form, eine solide Konstruktion und die erstklassige Verarbeitung sind serienmäßig.

Das Flybridge-Modell hat neben der großen Sitzgruppe mit Tisch auch eine große Sonnenliege auf der Brücke. Der achterliche Bereich kann auch als Dinghi-Garage genutzt werden, da ein Deckskran zur Verfügung steht.

Die Grand Banks 60 als Skylounge-Modell bietet ebenfalls ein Obergeschoss, aber als geschlossene Kabine auf der Brücke. Dieser Hochsitz bietet zusätzlichen Wohnraum – und die Skylounge ist vollständig klimatisiert. Eine Innentreppe ermöglicht den trockenen Zugang zum Hauptdeck, unabhängig von der Witterung.

Grand Banks 60: Blick auf den Steuerstand im großzügig dimensionierten Cockpit
Grand Banks 60: Blick auf den Steuerstand im großzügig dimensionierten Cockpit © Grand Banks

Das Hauptdeck bietet hinter dem großzügig dimensionierten Cockpit mit Sitzgruppe und Wetbar eine große Badeplattform. Über die Plicht ist der Salonbereich zugänglich. Mit edlen Hölzern versehen und im klassischen angelsächsischen Design gehalten, bietet auch die Zentrale ein hervorragendes Sitzangebot. Die große, offene und vollausgestattete Pantry in U-Form schließt den Wohn- und Essbereich nach vorne hin ab.

Auf Zuruf kann die Grand Banks 60 auch mit großer Achterkabine, separatem Bad und großem Doppelbett auf dem Hauptdeck ausgestattet werden. Das geht, wenn man einen Antrieb mit normaler Wellenanlage einbauen lässt.

Maximal sechs Personen an Bord

Mit edlen, auf Hochglanz polierten Hölzern ist auch das Unterdeck versehen, hier bietet die Grand Banks 60 zum Schlafen Kojen für bis zu sechs Personen. Eine große Doppelkabine mit eigenem Badezimmer dient als Eignersuite. Sie befindet sich mitschiffs an Steuerbord. Im Vorschiff ist Doppelkabine Nummer 2 untergebracht. Ebenfalls mit einem großen Doppelbett ausgestattet, steht der Eignersuite bei der Größe in nichts nach. Dieser Bereich hat allerdings kein privates Bad. Das zweite Badezimmer teilen sich die Vorschiffkabine und die Bewohner der beiden Einzelkabinen. Diese sind an Backbord und achterlich vor dem Maschinenraum platziert.

Das Design orientiert sich an klassischen Vorbildern, an vielen Stellen wurden edle Hölzer verbaut
Das Design orientiert sich an klassischen Vorbildern, an vielen Stellen wurden edle Hölzer verbaut © Grand Banks

Insgesamt hat das Boot ein hervorragendes Layout, um mit der Familie oder Freunden auf Törn zu gehen. Dabei lässt sich das Schiff auch einhand manövrieren. Unser ausführlicher Test folgt. Die Grand Banks Eastbay 44, die float im letzten Jahr in den Niederlanden fuhr, überzeugte uns in Sachen Seetüchtigkeit und einfachem Handling.

Viele, viele Boote in der Pipeline

Grand Banks hat weitere Produkte in Vorbereitung: Neben der Grand Banks 60 mit Skylounge oder Fly hat in diesem Jahr eine 52-Fuß-Sedan-Version Premiere. Im kommenden Jahr folgt eine gleich lange Version mit Achterkajüte – und schließlich die 85 Fuß lange Version einer Grand Banks mit Flybridge.

Der Vierjahresplan sieht vor, 2021 einen 43-Füßer als Sedan und mit Flybridge zu präsentieren, dazu die GB 60 mit Achterkajüte, das AC-Modell. Das ist eine enorme Modelloffensive für eine Werft, die es in Europa in den vergangenen Jahren noch relativ ruhig hat angehen lassen.

Grand Banks 60 Skylounge
Aufstieg zur Skylounge © Grand Banks
Grand Banks 60 Skylounge
Breite Gangborde © Grand Banks

Die Werft mit Hauptsitz in Malaysia baut seit 60 Jahren seegängige Cruiser. Bekannt ist Grand Banks als Edelmarke mit traditionell starker Präsenz in den USA, Großbritannien und Australien. Zum Jubiläum wurde die Produktionsfläche mit der Übernahme eines zusätzlichen Werftstandorts vergrößert.

Kleine Schwester: Grand Banks 54 kommt im Herbst

Bei der kleineren Schwester Grand Banks 54, ein Halbgleiter mit wahlweise zwei oder drei Kabinen, ist die Entwicklung ebenfalls angelaufen. Die Werft betont, dass die Yacht aus „nachhaltigen Rohstoffquellen“ gefertigt wird. Für das Deck und die Aufbauten wird ebenfalls Carbon verwendet, um einen tieferen Schwerpunkt durch weniger Gewicht im oberen Teil der Konstruktion zu erhalten.

Das Innendesign orientiert sich an der Grand Banks 60, die Motorisierung ist abgestimmt auf eine maximale Reichweite von mehr als tausend Seemeilen – bei zehn Knoten Marschfahrt. Im September 2019 sehen wir das Familienschiff erstmals beim Cannes Yachting Festival.

Palm Beach GT 50: Daycruiser mit modernsten Zutaten

Die australische Partnerfirma Palm Beach stellte ihre neueste Schöpfung schon auf der Miami Yacht Show im Februar vor: Die Palm Beach GT 50 Open ist ein Daycruiser ganz im Stil großer sportlicher US-Vorbilder. Gemacht ist das Boot für den Abend- oder Wochenendausflug zum nächsten unberührten Strand oder in die nächste Marina.

Palm Beach GT 50: ein Day Cruiser im Stil der sportlichen US-Vorbilder
Palm Beach GT 50: ein Daycruiser im Stil sportlicher US-Vorbilder © Grand Banks

Auch bei Palm Beach wird gezielt Carbon zur Gewichtsreduzierung eingesetzt. Den Auftakt für die neue Modellreihe machte die Palm Beach GT 50 Salon Express mit geschlossenem Aufbau. Jetzt folgt der nächste Streich: „Die GT 50 Open ist für Spaßfahrten auf den sonnigeren Revieren gedacht“, ordnet der Werftchef das brandneue Produkt ein.

Die komfortable, kräftig motorisierte Gentlemen’s-Motoracht ist eher ein Kurzstrecken-Cabriolet. Anders als die Grand Banks 60, mit der sich bis zu 2.500 nautische Meilen am Stück zurücklegen lassen. Nach Werftangaben ist das Boot dafür bis zu 42,5 Knoten schnell. Besonders hervor hebt man bei Palm Beach die Bedienfreundlichkeit: Mit einem Schlüsseldreher seien alle Systeme aktiv, erklärte der Werftchef beim Journalisten-Briefing während der boot Düsseldorf.

Palm Beach 70
Palm Beach GT 70: der neue Halbgleiter wurde soeben vorgestellt © Grand Banks

Die weitere Spreizung der Modellpalette ist bereits geplant: Vor wenigen Tagen wurde die Palm Beach 70 vorgestellt. Die Flybridge-Motoryacht baut auf der Palm Beach 65 auf, dessen Halbgleiterrumpf leicht ins Gleiten kommt. Die Rumpfform ist so gestaltet, heißt es von der Werft, dass der Bug beim Beschleunigen nicht nach oben geht. So wird der buchstäbliche „Huppel“ vermeiden, über den man typischerweise bei tiefen oder modifizierten V-Rumpfformen gehen muss.
Die Palm Beach 70 bietet mit IPS eine Reisegeschwindigkeit von 32 Knoten und ein Höchsttempo von 38 Knoten. Bis 2021 soll die unter dem Namen Palm Beach laufende Flotte mit vier weiteren Modellen ergänzt werden.

Technische Daten Grand Banks 60 Skylounge

Länge über alles19,90 m
Breite5,85 m
Tiefgang1,20
Motorisierung2x Volvo Penta D13 mit 2 x 900 PS (maximal 2 x 1.200 PS)
Gewicht29 t
Maximaltempo36 Knoten
Reisegeschwindigkeit27 Knoten

Mehr Informationen zum Boot bei der Werft

Deckmontage einer Grand Banks 60

direkt zum Video

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