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Mit neuem Rumpfdesign segelt sich die Se 33 sicherer und sportlicher als ihre Vorgängerin © Werft
Premiere Saffier Se 33 Life

Schön, schöner, Saffier 33

Auf dem neuen Daysailer Saffier Se 33 Life möchte man die Korken knallen lassen, mit Espressobar und Pod-Drive.

von
Michael Krieg
in
5 Minuten

Ein Rendering zum Träumen: Wer bei einer Bugwelle an eine Champagner-Fontäne denken möchte, sollte die Saffier Se 33 Life reiten. Der neue Daysailer der holländischen Werft Saffieryachts ist als Schönwettersegler der obersten Spitzenklasse designt. Ein Cockpit wie eine Lounge-Terrasse und ein Steuerstand wie im Cabrio – sie vereinen sich mit schnittigsten Segeleigenschaften zu einer rassigen Flunder.

Die holländische Werft der Brüder Dennis und Dean Hennevanger stellt pro Jahr etwa 60 Schiffe ihrer Classic- und Elegance-Range her, allesamt sind sie zum Niederknien schön. Ab Sommer 2021 löst die Saffier Se 33 in der Elegance-Range die Se 33 UD ab.

Saffier Se 33 Life Steuerstand
Ein Steuerstand wie bei einem Cabrio © Werft

Wie groß das Vertrauen in das glückliche Entwurfs-Händchen der Holländer ist, zeigt der Erfolg des letzten Jahres. Für die kleine Schwester Saffier SE 27 Leisure gingen alleine aufgrund des Renderings mehrere Aufträge ein. Nach der Präsentation auf der boot Düsseldorf 2020 konnte die Werft die Auftragsbücher zuklappen – die Kapazitäten sind bis weit ins Jahr 2022 hinein ausgelastet.

Performance am Peak

Mit ihrem neuen Rumpfdesign segelt sich die Saffier Se 33 nicht nur sicherer, sondern auch sportlicher als ihre Vorgängerin. Der Rumpf ist in Vakuuminfusion mit Iso-Glasfaser und 15 mm starkem Hartkernschaum gefertigt. Fünf Stringer in der Kielsektion tragen die Kräfte des Bleikiels. Der Tiefgang liegt bei 1,70 m. Ein Rennkiel mit 2,10 Metern Tiefgang ist auch im Angebot.

Für Freunde hauptsächlich flacherer Gewässer steht ein Expeditionskiel mit 1,40 m zur Verfügung, dann in Kombination mit einer Doppelruderanlage. Das Aluminium-Rigg von Seldén wird mit Dacron-Segeln von Elvström bestückt.

Die Antirutschstruktur auf Deck und im Cockpitboden soll auch bei Lage und Nässe unterwegs für Standsicherheit sorgen. Als Belag fürs Deck, den Cockpitboden und der Duchten ist auf Wunsch auch Esthec zu haben.

Das Rig des Daysailors
Das Aluminium-Rigg von Seldén wird mit Dacron-Segeln von Elvström bestückt © Werft

Die Hardware an Deck und im Cockpit besteht aus zwei selbstholenden Winschen von Harken STA 40 und jeweils fünf auf dem Süll platzierten Spinlock-Fallstoppern. Das Großsegel wird über einen Traveller kontrolliert. Vor dem Mast ist die Selbstwende-Fockschiene in den flachen Kajütaufbau integriert.

Das Furlex-Rollreffsystem der Selbstwendefock ist unter Deck platziert. Entsprechend tief liegt das Unterliek von Fock oder Genua auf dem Deck. Die aufgeräumte Optik zeigt sich auch bei der Hardware: mit versenkbaren Padeyes und Klampen. Wem die Sicherheit vor klarer Linie geht, kann eine Seereling montieren.

  • Das Deck der SaffierDie Padeyes und Klampen sind versenkbar © Werft
  • Saffier Se 33Die Selbstwende-Fockschiene ist in den flachen Kajütaufbau integriert © Werft
  • Se 33 LifeDas Furlex-Rollreffsystem der Selbstwendefock ist unter Deck platziert © Werft

Die Performance lässt sich ab Werk steigern. Saffieryachts bietet einen längeren Carbonmast und ein Rodrigg an. Statt der Standardsegel lässt sich das Segel auch in EPEX-Laminat von Elvström wählen. Für ein Code Zero oder einen Gennaker wird ein fester Carbon-Bugspriet montiert. Für eine überlappende Genua gibt es ein Paar Holepunktschienen an Deck.

Einen Espresso gefällig?

Im Cockpit könnte man Tischtennis spielen. Bis zu zehn Personen finden zwischen Niedergang und dem Liegewiesen-Heck Platz. Aber auch als Einhandsegler ist die Saffier Se 33 gut beherrschbar. Denn alle Schoten, Fallen und Trimmleinen werden unter Deck zurück zum Steuerstand geführt. Dank der „Gentleman’s Seats“ hinter den Steuerständen können sich Rudergänger, männlich wie weiblich, bequem zurücklehnen.

  • Saffier Se 33 LifeBis zu zehn Personen finden im Cockpit Platz © Werft
  • Die Schoten, Fallen und TrimmleinenAlle Schoten, Fallen und Trimmleinen werden unter Deck zurück zum Steuerstand geführt © Werft
  • Deckansicht des BootesHinter den Steuerständen kann man sich bequem zurücklehnen © Werft

Der Komfort spielt auf und unter Deck eine herausragende Rolle. Bimini-Verdeck und Kühlschrank für das Cockpit sind genauso eingeplant wie die indirekte Beleuchtung und eine Espressobar in der Kajüte. Saffieryachts preist die Kajüte als „Fünf-Sterne-Hotelzimmer“. Die Detailliebe spricht für das vollmundige Versprechen.
Für Tageslicht im Inneren sorgen die großen Rumpffenster, die versenkbare Luke im Vorschiff und eine Luke über dem Niedergang. Deckenleuchten, Leselampen und vor allem die indirekte Beleuchtung hinter allen Rückenlehnen geben dem Raum eine edle Anmutung, wenn das Tageslicht verschwindet.

  • Saffier Se 33Rumpffenster und die Luken im Vorschiff und über dem Niedergang sorgen für Tageslicht im Inneren © Werft
  • Saffier Se 33In der Doppelkoje und auf den Loungebänken können vier Personen schlafen © Werft
  • Saffier Se 33 LifeAuf Wunsch kann man sich den Luxus einer stilvollen Kaffeebar gönnen © Werft

Gegenüber der Pantry – mit Spüle, fließendem Frischwasser und Herd, auf Wunsch mit zusätzlichem Kühlschrank – gönnt die Werft ihren Boots-Eignern den Luxus einer stilvollen Kaffeebar. Ein verstellbarer Tisch ist an der Maststütze montiert.

In der Doppelkoje und auf den Loungebänken können vier Personen schlafen. Die Toilette versteckt sich unter einem der Sitze. Eine Jalousie verschafft Privatsphäre. Bei einer Deckenhöhe des schicken Daysailors von zirka 1,60 Meter sollte man sich vor Törnantritt der Schönwetterlage sicher sein.

Unter Motor

Herkömmlich oder besonders umweltfreundlich – Diesel- oder Elektromotor? Standardmäßig wird die Saffier 33 Se Life mit dem 14 PS starken Saildrive Yanmar 2YM15 ausgerüstet (ein PS unterhalb Führerscheinpflicht). Die leise Alternative ist der Einbau eines 10 kW starken Pod-Elektromotors von Torqeedo mit zwei Akkus des Typs Power 48-5000. Der Systemanbieter bringt auch den eleganten seitlichem Gashebel, Ladegerät und Landstromkabel mit – alles ist ebenfalls von Torqeedo.

Die neuen Lithium-Akkus versprechen für Boote eine 70 Prozent höhere Energiedichte und 50 Prozent längere Lebensdauer als die Lithium-LiFePO4-Akkus. Aufgeladen hat der Elektroantrieb eine Laufzeit von rund fünf Stunden – mehr als genug für einen Kaffeetörn.

Technische Daten Saffier Se 33 Life

Länge über alles: 11,00 m
Rumpflänge 9,75 m
Breite: 2,85 m
Tiefgang: 1,70 m (optional 1,40 m / 2,10 m)
Gewicht: 2.850 kg
Segelfläche: Groß 33 qm, Selbstwendefock 23,5 qm, Gennaker 95 qm
Motorisierung: Diesel-Saildrive Yanmar 2YM15 oder elektrischer Pod-Drive Torqeedo 10 kW
CE-Kategorie: C (küstennahe Gewässer) B (küstenferne Gewässer)

Als Grundpreis für die Saffier Se 33 Life ruft die Werft, in Deutschland vertreten durch Diamond Yachts, zur Markteinführung 154.105 Euro auf. Segelklar heißt dabei ausgestattet mit Groß und Fock aus Dacron von Elvström sowie Dieselmotor und Standardkiel.

Die alternative Ausstattung mit dem Elektro-Pod hebt den Preis auf 168.385 Euro. Alles, was den Daysailer zum Fünf-Sterne-Weekender macht muss zusätzlich geordert werden – viel Geld für ein elf Meter langes, dann aber mit Abstand sehr außergewöhnliches Boot.

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