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Silent Yachts Ein Tag im Leben einer Silent-Yacht © Silent Yachts
Innovation

Silent, Tag und Nacht

Silent Yachts fahren solar-elektrisch. Hinter den Kulissen fließt der Strom in alle Richtungen – ein geniales Konstruktionsprinzip.

Kerstin Zillmer
von in
4 Minuten

Solar-elektrische Antriebe auf dem Wasser sind noch etwas ganz Neues. Wer es einmal erlebt und ausprobiert hat, ist buchstäblich elektrisiert. Und möchte vielleicht mehr wissen: Wie funktioniert so ein emissionsfrei fahrendes Boot? Wie ist der Energiekreislauf – 24 Stunden, Tag und Nacht – an Bord einer Silent Yacht?

Strom fließt an Bord einer Silent-Yacht in alle Richtungen. Dabei wird ein Teil des Energiebedarfs aus den Solarzellen auf dem Dach des Kajüthauses produziert. Das Ergebnis: Lautlose Weiten, die wir beim Test der Silent 55 vor Mallorca erlebten. Die Werft hat jetzt ein Video vorgestellt, in dem die Reise der Elektronen an Bord erklärt wird.

Die Reise der Elektronen im Video

Ein Tag an Bord einer Silent Yacht – Energieversorgung

Produktion startet bei Sonnenaufgang

Die Silent Yacht ist nämlich ein kleines, schwimmendes Solarkraftwerk. float erklärt, wie viel Sonne scheinen muss, damit Strom produziert wird. Und wie lange der regenerativ erzeugte Energievorrat ausreicht, bis Kurs auf die nächste Steckdose genommen werden muss. Hier ist der fiktive Tagesablauf einer Silent-Yacht.

3:00 Uhr: Dämmerzustand. Die Silent Yacht der Familie Heimlich-Stillundleise hängt in der Marina an einer Hafenstrom-Steckdose, die Akkus wurden bereits in der Nacht vollgeladen. Einzige aktive Verbraucher sind der Kühlschrank und ein paar LEDs – der Rest liegt ebenso wie die Besatzung in tiefem Schlaf…

Viele Kontrollen können entfallen

Silent Yachts

© Silent Yachts

7:00 Uhr: Sonnenaufgang. Mittlerweile ist es hell und der Eigner erwacht – aber nicht an Bord, sondern in seiner Wohnung an Land. Ein Törn ist geplant, also zückt der Skipper sein Smartphone und startet noch beim Frühstück aus der Ferne die Klimaanlage, damit der Salon bei Ankunft der Familie bereits vorgekühlt ist – so wie es auch bei Elektroautos von Tesla, VW und anderen Marken funktioniert.

9:00 Uhr: Einschiffung. Die Familie geht an Bord. Kühlwasserstand prüfen? Ölstand prüfen? Das war mal – die meisten Routine-Kontrollen, die der Eigner noch von seinem alten Motorboot kennt, entfallen bei einer Elektroyacht, man ist also viel schneller startklar. Einzig der Energievorrat – analog zur Tankanzeige – muss geprüft werden.

Status-Abfrage wie beim Elektroauto

Der Bordcomputer zeigt vollgeladene Batterien – auch das konnte der Skip bereits per Smartphone-App von fern überprüfen. Da die Sonne bereits seit zwei Stunden scheint, sind auch die minimalen Energieverluste aus der Nacht vom Kühlschrank längst wieder aufgeladen. Dann schaut der Eigner, wie viel Energie er in den vergangen fünf Tagen in das Stromnetz eingespeist hat.

Silent 55

Silent 55: Hochseegängig mit autarker Energieversorgung © Silent Yachts

9:15 Uhr: Ausfahrt. Die Yacht verlässt geräuschlos die Marina. Die Familie hat einen ruhigen Badetag in stillen Buchten geplant. Die Silent gleitet mit neun Knoten in die rund 15 Seemeilen entfernte Bucht. Der Generator wird nicht benötigt.

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