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Tally Ho © Leo Sampson
Refit-Projekt

Verbolzt und geteert

Löcher bohren, Bolzen setzen – und endlich steht der neue Achtersteven der Tally Ho.

Tommy Loewe
von in
3 Minuten

Seit zwei Monaten ist Leo mit Aussägen, Formen und Aufstellen des großen Achterstevens beschäftigt. Auf seinem Bauplatz in Sequim im US-Bndesstaat Washington, wo er den 1910er Gaffelkutter „Tally Ho“ neu aufbaut, kommt keine Langeweile auf. Seit Mitte März montiert das Team jetzt den Achtersteven, an dem sie solange gebaut haben. Denn die große Spanten-Aufstell-Party steht kurz bevor.

Tally Ho

Leo benutzt eine stählerne Bohrlehre © Leo Sampson

So läuft der Bohrer nicht weg

Vorher müssen exakte Löcher in das störrische Purple Heart Holz gebohrt werden – bis zu 1,20 m lang, knapp 20 mm stark und möglichst gerade. Leo hat zusammen mit Schlosser Bardy extra eine stählerne Bohrlehre dafür gebaut. Die Gefahr beim Bohren dieser Langlöcher ist, dass der Bohrer wegläuft und nicht dort herauskommt, wo er soll. Der Bohrer selbst ist ein Dreiviertel Zoll starker Stahlbohrer, der an eine 1,80 m lange Stahlstange geschweißt ist. Es wäre eine Katastrophe, wenn er mitten im Holz abbräche. Aber mit der Leo typischen Ruhe und dank der klugen Vorbereitung läuft alles gut.

Tally Ho

Tally Ho in der Flasche © Leo Sampson

Zwischendurch kommt Kumpel Dan mit einem besonderen Geschenk vorbei. Er ist so inspiriert von dem Projekt, dass er eine „Tally Ho in der Flasche“ gebaut hat, das bringt Glück. Als Leo sich bedanken will, dankt der alte Mann gerührt dem Team für ihren Enthusiasmus.

Dann wird weiter gebohrt und angepasst und es werden Schraubenlöcher versenkt – im Zeitraffer gefilmt, was in Wirklichkeit Arbeit endloser Stunden ist. Irgendwann bricht Leo dann doch noch der Bohrer ab. Zum Glück passiert das erst zum Ende der Arbeiten und an einer zugänglichen Stelle. Mit einem Schlangenbohrer bohrt Leo die restlichen Löcher – und sogar noch das Pilotloch (Führungsloch) für die Schraubenwelle. Es ist immer wieder erstaunlich, wo er die vielen Werkzeuge und Maschinen herzaubert.

Tally Ho

Das Bohren des Pilotlochs © Leo Sampson

Am Freitag war es soweit

Am Freitag war es dann soweit: Nachdem die Crew mit Wagenhebern und Flaschenzügen die großen Holzklötze noch einmal auseinander genommen hat, füllen sie die Zwischenräume mit Teer und Filz aus. Jetzt werden endlich die Bolzen aus Silikon-Bronze gesetzt. Diese Legierung ist so zäh-elastisch, dass sie das Arbeiten des Holzes viel besser aufnimmt als zum Beispiel Alu-Bronze, wie Leo erklärt.

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