float Magazine

Viermastbark Peking © Freunde der Viermastbark PEKING e.V. Die Viermastbark Peking im Schlepp © Freunde der Viermastbark PEKING e.V.
Klassiker P-Liner Peking

Hamburgs P-Liner kehrt zurück

Die Viermastbark Peking kehrt nach Hamburg zurück. Was kommt auf die Stadt nach der Sanierung zu?

Michael Krieg
von in
5 Minuten | 1 Kommentar

P-Liner sind besondere Schiffe, es gibt nur noch vier von ihnen. Und einer steht zurzeit im Blickpunkt der Aufmerksamkeit: die Peking. Das Schiff, das für 45 Jahre in New York City dümpelte, ist zurück in Deutschland. Im Windschatten der Gorch Fock wird der Viermaster der legendären Reederei F. Laeisz saniert und soll dann in Hamburg liegen. Doch wer hat die Peking eigentlich nach Deutschland zurückgebracht? float hat einen der Initiatoren, Mathias Kahl, zum Gespräch getroffen.

Schon einmal war die Peking beinahe in Hamburg. Ein Journalist aus der Hansestadt hatte im September 1974 herausgefunden, dass in England meistbietend ein Schiff mit dem Namen Arethusa verkauft werden sollte. Wie sich herausstellte, handelte es sich um eine der letzten verbliebenen legendären Viermastbarken, die als die „Flying P-Liner“ der Reederei F. Laeisz berühmt geworden sind. Es war die Peking.

Viermastbark Peking P-Liner

Viermastbark Peking unterwegs © Public Domain

Man hatte schon länger nach einem Zeugnis hanseatischer Segelschiff-Geschichte gesucht. Denn die Firma Laeisz hat ihren Sitz in Hamburg und ist eng mit der maritimen Geschichte der Hansestadt verbunden. Die Zustimmung vieler Hamburger Bürgerinnen und Bürger galt als sicher, alte Fahrensmänner wollten spenden, eine Vereinigung „Rettet die Peking“ sollte gegründet werden, Privatinitiativen wurden ins Leben gerufen.

Der Hamburger Senat lehnte ab

Sogar eine Schlepperfirma bot sich an, die Bark kostenlos nach Hamburg zu schleppen. Alles umsonst. Denn die zuständige Behörde des Stadtstaats Hamburg war am Kauf des Schiffes letztendlich nicht interessiert. Man zweifelte nach eingeholten Expertisen daran, ob die in der Ferne liegende Peking überhaupt schleppfähig sei.

Viermastbark Peking P-Liner

Viermastbark Peking in New York © Renato Agostini (CC BY-SA 3.0)

Die Ironie der Geschichte: Der seinerzeit für rund 400 000 Mark von einem Geschäftsmann erworbene Windjammer kam sicher in New York an und wurde zum Museumsschiff umgebaut. Hamburg kaufte stattdessen die Rickmer Rickmers – ein schönes, aber nicht ganz so mondänes Schiff wie die nun in der neuen Welt liegende Peking. Das ist 45 Jahre her.

Günstiger als die Gorch Fock

float hat bereits mehrfach über die ausufernden Kosten bei der Sanierung der Gorch Fock berichtet. Widmen wir uns heute also der Peking. Der Viermaster ist 50 Jahre älter als die Gorch Fock. Sie hat noch einen Mast mehr als das marode Segelschulschiff der Marine – und dümpelte zuletzt als Museumsschiff im Hafen von New York am East River gleich neben der Brooklyn Bridge.

Viermastbark Peking P-Liner

Peking nach der Überfahrt auf dem Schwergutschiff Combi Dock III © Nightflyer (CC BY-SA 4.0)

Der Zahn der Zeit nagte, und im August 2016 verkaufte das South Street Seaport Museum den Großsegler an die Stiftung Hamburg Maritim. Bezahlt wurde ein symbolischer Verkaufspreis von 100 Dollar. Ein Jahr später kam sie, nun nicht mehr schleppfähig, in einem Dockschiff in Brunsbüttel an.

Zum Vergleich: Seit August 2017 liegt die Peking nun zur Sanierung in der Wewelsflether Peters-Werft an der Stör in Schleswig-Holstein. Anders als bei der Gorch Fock stiegen ihre Sanierungskosten bisher „nur“ von projektierten 26 Millionen Euro auf 35 Millionen Euro. Fairerweise muss dabei allerdings erwähnt werden, dass die Peking wie in New York nur als Museumsschiff eingesetzt werden wird. Anders als die Gorch Fock, die als Ausbildungsschiff wieder in Fahrt gehen soll – wenn sie nicht abgewrackt wird.

  • Viermastbark Peking P-Liner © Freunde der Viermastbark Peking e.V.
  • Viermastbark Peking P-LinerTakelarbeiten im Hafenmuseum © Dr. Karl-Heinz Hochhaus (CC BY 3.0)
  • Viermastbark Peking P-Liner © Freunde der Viermastbark Peking e.V.

Verein der Peking-Freunde übernimmt

Sobald das Schiff nach der Sanierung in Hamburg ankommt, wird die Stiftung Historische Museen Hamburg die Peking als Eigentümer übernehmen. Der im November 2013 gegründete Verein Freunde der Viermastbark Peking e.V. soll das zukünftige Museumsschiff in Kooperation mit der Stiftung betreuen.

float sprach mit dem Vereinsvorsitzenden Mathias Kahl über die anstehenden Aufgaben und Ziele für den Verein Freunde der Viermastbark Peking.

„Ohne uns wäre das Schiff gar nicht hier“

Zunächst gilt es ja, das Schiff fertigzustellen. Gerade ist Halbzeit. Ist man seitens der Werft mit den Arbeiten im Zeitplan und sind sie bisher zufrieden?

Mathias Kahl: Die Arbeiten gehen wie geplant voran. Die Werft liefert ausgezeichnete Arbeit ab. Das Schiff wird in den Zustand von 1926/1927 zurückgebaut. Nach dem Umbau 1927 fuhr die Peking als Frachtschulschiff wieder auf der Route Hamburg – Chile – Hamburg.

Erst kürzlich wurde uns das genaue Datum der Fertigstellung mitgeteilt: Es ist der 5. Mai 2020. Das heißt, in der ersten Jahreshälfte 2020 wird die Peking wieder in Hamburg zu sehen sein!

float friday newsletter

jetzt abonnieren

Ein Kommentar

Mein Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.