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In bester Lage residierte die Peking schon in New York © Renato Agostini (CC BY-SA 3.0)
Klassiker P-Liner Peking

Parkplatz für den P-Liner gefunden

Das Museumsschiff Peking und das Hamburger Hafenmuseum ziehen auf eine Elbinsel – für insgesamt 120 Millionen Euro.

Michael Krieg
von in
3 Minuten

Lange hat die Hansestadt Hamburg nach einem geeigneten Platz für das neue Hafenmuseum gesucht. Jetzt ist man fündig geworden. Vier Jahre brauchte der Senat der Stadt, um sich auf das Gelände des bisherigen Überseezentrums auf dem Kleinen Grasbrook festzulegen. Damit hat auch die Viermastbark „Peking“ einen dauerhaften Liegeplatz gefunden.

Der bei Blohm + Voss gebaute P-Liner war nach langer Odyssee nach Hamburg zurückgekehrt und wird seitdem als Museumsschiff saniert. Im August 2016 hatte das South Street Seaport Museum den Großsegler an die Stiftung Hamburg Maritim verkauft. Bezahlt wurde ein symbolischer Verkaufspreis von 100 Dollar. Ein Jahr später kam sie, nun nicht mehr schleppfähig, in einem Dockschiff in Brunsbüttel an.

Sobald das Schiff nach der Sanierung in Hamburg ankommt, wird die Stiftung Historische Museen Hamburg die Peking als Eigentümer übernehmen. Der Ort am Grasbrook scheint die besten Voraussetzungen zu bieten, um ein „zeitgemäßes, innovatives Museum zu errichten“, so Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda, „und vor allem der Viermastbark Peking einen attraktiven und weithin sichtbaren Liegeplatz einzurichten“.

Viermastbark Peking

Masten setzen... © Stiftung Hamburg Maritim

Viermastbark Peking

...auf der Peking © ARGE D. Loell/Technolog

In Sichtweite der Elbphilharmonie

Das schon existierende kleinere Hafenmuseum rund um die 50er-Schuppen südlich dem Grasbrook wird dann eine Außenstelle des neuen großen Hauses werden. Auf dem Kleinen Grasbrook soll in den nächsten 20 Jahren außerdem ein komplett neuer Stadtteil mit 3.000 Wohnungen entstehen.

Pläne, die Peking den Landungsbrücken oder am Baakenhöft dauerhaft ankern zu lassen, sind damit vom Tisch. Beide Standorte waren zu klein für den Plan der Hansestadt, mit dem Ensemble die deutsche Hafen- und Seefahrtsgeschichte einem breiten Publikum zu präsentieren. Mit dem privaten Internationalen Maritimen Museum in der Speicherstadt hat Hamburg bereits eine schifffahrtsgeschichtliche Sammlung, die öffentlich zugänglich ist.

Viermastbark Peking P-Liner

Viermastbark Peking unterwegs © Public Domain

Noch wird es allerdings ein bisschen dauern, bis der Neubau am Südufer der Norderelbe stehen wird. Für das Projekt gegenüber der Hafencity und in Sichtweite der Elbphilharmonie sollen internationale Architekturbüros ihre Entwürfe einreichen. Die Bauarbeiten werden vermutlich nicht vor 2023 beginnen. Direkt vor dem Museumsneubau soll die „Peking“ einen zur Elbe hin geschützten Liegeplatz bekommen.

Werftarbeiten gehen gut voran

Noch liegt der „Flying P-Liner“ in der Peters Werft in Wewelsfleth. Dort wird das Schiff grundlegend saniert. Die Arbeiten der Werft gingen gut voran und seien vollständig im Zeitplan. Das erfuhr float auf Nachfrage von Mathias Kahl, dem Vorsitzenden des federführenden Vereins Freunde der Viermastbark Peking e.V.

„Die Außenhaut des Schiffes ist in den Originalfarben im Endanstrich fertig“, berichtet Mathias Kahl. „Der neue Bugspriet ist gesteckt, die vier jeweils unteren Masten sind gesetzt, und die jeweiligen Stengen der Masten werden in den nächsten Tagen montiert. Außerdem laufen die Arbeiten auf den verschiedenen Decks planmäßig weiter.“

  • Viermastbark Peking P-Liner © Freunde der Viermastbark Peking e.V.
  • Viermastbark Peking P-LinerTakelarbeiten im Hafenmuseum © Dr. Karl-Heinz Hochhaus (CC BY 3.0)
  • Viermastbark Peking P-Liner © Freunde der Viermastbark Peking e.V.

Ausdocken am 24. Juni

Kahl ist sich sicher, dass die „Peking“ das Trockendock noch im Juni endgültig verlassen wird. Angestrebt war der 21. Juni. Dann wurde es doch der Montag drauf, der 24. Juni (hier der Live-Stream des NDR). Dann soll das Schiff an der Werftpier weiter restauriert werden. Geplant ist, das Schiff bis Mai 2020 fertigzustellen. Schon im nächsten Jahr, so jedenfalls ist der Plan, soll es wieder in seine Heimatstadt Hamburg zurückkehren.

Ein Termin für das Einlaufen in Hamburg steht allerdings noch nicht fest. Ehe die „Peking“ ihren endgültigen Liegeplatz einnehmen wird, soll die Bark ab Herbst 2020 zur weiteren Vorbereitung auf die Nutzung als Museumsschiff an eine Pontonanlage im Hansahafen beim Hamburger Hafenmuseum gelegt werden. Für den Sommer böte sich auch ein Liegeplatz im Sandtorhafen direkt vor der Elbphilharmie an, was zurzeit ebenfalls in der Diskussion ist.

120 Millionen Euro, inklusive Museum

Alles hat natürlich seinen Preis. So lässt sich der Bund den Bau des deutschen Hafenmuseums 120 Millionen Euro kosten – einschließlich der Sanierung der Viermastbark. Die Umsetzung übernimmt die Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH).

Die Gorch Fock, wie peinlich, lässt grüßen. Die Sanierung des Segelschulschiffs der Deutschen Marine kostet inzwischen 132 Millionen Euro. Und noch ist nicht klar, ob sie überhaupt je wieder in Fahrt kommen wird oder zum Museumsschiff umfunktioniert wird. In Hamburg braucht man jedenfalls keinen weiteren Windjammer.

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