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Steeler NG52S NG 52 S Offshore © Steeler
Steeler Yachts

Yachten für die Zukunft

Die holländische Werft Steeler Yachts aus Steenwijk geht neue Wege – im Design und bei der Seetüchtigkeit seiner Boote.

von
Uwe G. Meiling
in
4 Minuten

Während der HISWA te Water in Amsterdam taten sie es, in Cannes haben sie es getan und in Genua machen sie es auch: Die Werften zeigen, was sie können. An vielen der ausgestellten Yachten klebt ein kugelroter Aufkleber. Darauf steht: Weltpremiere.

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Weltpremieren im Messetakt

In Cannes ist es das Offshore-Modell mit der Typenbezeichnung 52-S, das dort offiziell zum ersten Mal der Weltöffentlichkeit vorgestellt wurde. Eine mit der Kategorie A zertifizierte Yacht für alle Reviere, egal ob im nasskalten, frostigen Norden oder im staubtrockenen, heißen Süden – die 15,70 m lange 52 S kann beides, heiß und kalt, und sie kann sich auf Knopfdruck von einem Coupé in ein Convertible verwandeln, in dem sie einfach das Dach hoch- und nicht auffährt.

Dank einer Wasserlinie von nur 14,99 m benötigt man kein Rheinpatent für das 19-t-Design, wenn man Binnen vom Norden in den Süden verholen möchte. Vergleichbare und moderne Verdränger aus Stahl bringen fast das doppelte Gewicht auf die Waage, genietete Konstruktionen aus dem frühen vergangenen Jahrhundert gar das Dreifache.

Diese Entwicklung wird weitergehen, neue Materialien werden sich durchsetzen und auch neue Konstruktionen, aber allein durch Gewichtsersparnis gewinnt man keinen neuen Kundenkreis.

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Neue Kunden, neue Wünsche

Denken wir mal ein paar Jahre zurück: Ohne Tauwerkswieling, Holzmast auf dem Vordeck, Mahagoniausbau im Salon und Rumpf mit ausgeprägtem Löffelbug am Knickspanter mit senkrechtem Spiegel war eine holländische Vlet, ein Kotter oder ein Kruiser gar nicht vorstellbar. Das hat sich gründlich geändert. Salons sind hell, luftig und loftartig eingerichtet, das Heck meist vom Feinsten verrundet und der Steven steil, bei Steeler sogar patentiert als „Steep High-Flared“ bow, also steil und aufgeweitet.

In Sachen Design geht Steeler mit dem Trend und den Mitbewerbern Mulder, Serious, Jetten und vielen anderen mit. In Sachen völlig neuer Konstruktion, jenseits des Gewohnten, geht die holländische Werft noch einen deutlichen Schritt weiter als die Mitbewerber. Die Modellvielfalt der Flotte ist beachtlich, und auf vermehrten Kundenwunsch ist eine ganz neue Modellreihe entstanden, an deren Gestalt wir uns noch gewöhnen, die jedoch gerade auf ältere Segler und Motorbootkapitäne zugeschnitten ist.

Modellvielfalt einer Großserienwerft

31 Boote und Yachten zwischen 29 und 65 Fuß stehen zur Auswahl. Verdränger, Halbgleiter der N(ext) G(eneration)-Baureihe sowie der NG-S-Line (S für Symbiose aus Space, Performance und Komfort) werden aus Stahl gebaut, in Aluminium werden die Gleiter dieser Baureihen produziert. Zu erwähnen wären noch die Center Sleeper und die Bronson Tender, deren 36-Fuß Version als Insel zu haben ist, da kann das Cockpit des offenen Daycrusiers durch Herunterlassen sämtlichen Freibords zur Badeinsel oder strandnahen Bar erweitert werden.

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Steeler 53 © Steeler

Neue Perspektiven mit Panorama

Die Explorer werden ausschließlich in Stahl und im eher klassischen Design auf Kiel gelegt. Eine neue Perspektive eröffnete die experimentierfreudige Werft vor einigen Jahren mit der Panorama FF 46, die als Halbgleiter in Stahl reüssierte und mittlerweile als FF 53 in Aluminium und als Gleiter mit zwei bis drei Kabinen offeriert wird.

Das gewöhnungsbedürftige Design verfügt über ein komfortables Layout – zumindest im Hafen oder vor Anker – auf einem barrierefreien Niveau, als single level- oder flat floor-Version. Nur in Fahrt muss der Steuermann über eine bequem zu begehende Treppe zum Steuerstand, der zwischen Wohn- und Sonnendeck platziert worden ist und an den sich eine Sitzgruppe sowie das Sonnendeck anschließen. Das Raumangebot und die großen Rumpföffnungen sind schlicht grandios.

Auf der gesamten Breite

Ein Gangbord ist auf dem Wohndeck nicht vorhanden, ergo lässt sich die gesamte Breite von 4,58 m nutzen und trotzdem gelangt man auf das Vordeck der 16,50 m langen Panorma FF 53, denn auf dem oberen Deck gibt es ein umlaufendes Gangbord. Erfreulicherweise konnten das Sonnendeck und vor allem das Steuerhaus aufgrund des split-levels niedrig gehalten werden und so fiel die Durchfahrtshöhe mit 3,36 m sogar geringer aus als bei der klassischen Version des R(aised) P(ilothouse) Trawlers, der 10 cm mehr unter die Brücke bringt.

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Steeler 53 – Blick in den Salon © Steeler

Eine Weltneuheit ist die diesjährig präsentierte Steeler Panorama FF 53, die 2015 als Steeler FF 46 erstmals vorgestellt worden ist. Das Boot ermöglicht das Leben auf dem Wasser für Menschen, die keine steilen Niedergänge mehr heraufkommen. So baut Steeler die Yacht der Zukunft – denn älter werden wir schließlich alle.

www.steeleryachts.com

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