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Seafaring 34S © Matjaz Ocko / Werft Seafaring 34S bei der ersten Fotofahrt © Matjaz Ocko / Werft
Premiere Seafaring 34 S

Ziemlich bester Kompakt-Kreuzer

Die Seafaring 34 ist ein Reiseboot fürs Meer – und für Binnengewässer wie Flüsse und das Ijsselmeer.

von
Uwe G. Meiling
in
5 Minuten

Das puristisch gestaltete, 34 Fuß lange Tourenschiff aus Slowenien hat der Papierform nach das Zeug zum Bestseller – mit zwei oder drei Kabinen und einer maximalen Reisegeschwindigkeit von 24 Knoten. Als eine der ersten Redaktionen hatte float die Baunummer 1 der 44 Fuß langen Ur-Seafaring im September 2016 getestet – und wir waren von der Qualität sehr angetan.

Die Flybridge-Variante der 44er zog 2018 nach unserem Test Into the Blue ins Finale des Best of Boats Awards in der Kategorie Best for Travel (VIDEO) ein. Daher waren wir gespannt: Wie ist das Konzept eines seetüchtigen und komfortablen Reiseschiffs bei der 10,90 m langen Coupé-Version der Seafaring 34 S umgesetzt?

(Auch) auf holländische Reviere zugeschnitten

Ähnlich dem 10 Fuß längeren Schwesterschiff wird der im Januar erstmals gezeigte Kompakt-Kreuzer auch mit Flybridge angeboten. Einer, der dieses Boot zusammen mit Werftchef Michael Gregorčič geprägt hat, ist Bart van den Berg. Der niederländische Seafaring-Vertreter aus Grou zeigte sich sehr froh, endlich das Boot zu präsentieren, das er – zuständig auch für den deutschen Markt – uns schon auf der HISWA 2017 angekündigt hatte.

Seafaring 34S
Im Salon der neuen Seafaring 34S © Matjaz Ocko / Werft

Zusammen mit der slowenischen Werft hat Bart die mit fünf Tonnen sehr leichte Motoryacht nämlich auf die holländischen Reviere zugeschnitten. Und was gut ist für mitteleuropäische Binnenreviere und die teils ruppigen Bedingungen auf dem Ijsselmeer, das ist auch das Richtige für andere europäische Reviere.

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Im Pflichtenheft fanden sich ansonsten Vorgaben, die schon für die Seafaring 44 galten. Das sind der möglichst ökonomische Betrieb, ein großzügiges Raumangebot, viele Seemeilen Reichweite in einem möglichst großen Fahrgebiet. Die wichtigste Voraussetzung dafür ist eine möglichst effiziente Rumpfkonstruktion. Schlepptankversuche halfen, diesen Rumpf zu entwickeln.

Augenmerk auf optimale Verdrängerfahrt

Besonderes Augenmerk haben die Konstrukteure dabei auf eine optimale Verdrängerfahrt bei zehn Knoten mit geringem Spritverbrauch gelegt. Das leistet die Standardmotorisierung, ein Volvo Penta D3, der mit 110 PS an der Kurbelwelle dreht.

Seafaring 34S
Viel Platz in der Plicht © Matjaz Ocko / Werft

Die kräftigste Motorisierung kommt von Yanmar. Der Yanmar 8LV320 leistet 320 PS. Dann liegt die Höchstfahrt bei 24 Knoten, so lauten die Werftangaben. Wer auf redundante Systeme setzt und besondere Betriebssicherheit will, wählt die Doppelmotoranlage mit zwei D3-Motoren, die jeweils 150 PS leisten.

Know-how aus dem Wohnmobilbau

Rumpf, Motoren und der Direktantrieb über die starre Welle sind aufeinander abgestimmt und optimiert. Auch Konstruktionstechniken von Seafaring sind auf der Höhe der Zeit. Der Rumpf wird im Vakuuminfusionsverfahren hergestellt und besteht aus GFK-Sandwich mit Schaumkern. Dies sorgt zum erheblichen Teil für das geringe Gewicht des Boots.

Seafaring 34S
Zentraler Wohnraum... © Matjaz Ocko / Werft
Seafaring 34S
... mit Steuerstand © Matjaz Ocko / Werft

Diese Techniken hat sich Werftchef Michael Gregorčič, dessen G4 Group unter anderem Fenster und Türen für Wohnmobile herstellt, angeeignet und auf den Bau von Motoryachten übertragen. Unter dem Namen Seafaring hebt er seine Boote seit drei Jahren in Lesce, wenige Kilometer südlich der österreichischen Grenze, aus der Form.

Damit verfügt die slowenische Werft über einen Wettbewerbsvorteil. Es ist das aktuelle Know-how der Autoindustrie, was Gewicht, Stabilität und die Verarbeitung von Kunststoffen, Glas und Acryl betrifft.

Puristische Erscheinung

Im Ergebnis erinnern das Design und der gebotene Komfort an moderne Blauwasseryachten wie die fast autonome Solar-Elektroyacht Silent 55. Die nahezu puristische Erscheinung der Seafaring 34 verzichtet auf alles Überflüssige. Annähernd einzigartig, was aktuelle Motoryachten betrifft, ist die Rundumsicht aus dem Pilothouse-Salon. Mit über zwei Metern ist dieser zentrale Bereich an Bord relativ hoch, bietet viel Helligkeit und ein großartiges Raumgefühl.

Auf dem Hauptdeck der Seafaring 34 sitzt man bei guter Aussicht mit einem Gefühl von großer Sicherheit. Sicher fühle ich mich auch im Cockpit und auf den umlaufenden Gangborden. Das zweite Modell der Seafaring-Flotte bietet einen so hohen Sicherheitsstandard, dass die Fahrt im „Familienbetrieb“ mit Kleinkindern an Bord gut möglich ist.

Seafaring 34S
Sonnenschutz hinten © Matjaz Ocko / Werft
Sonnenbadeplatz vorn
Seafaring 34S © Matjaz Ocko / Werft

Gut geschützt sitzt man unterm Dach des Salons, das weit nach achtern gezogen ist. Bei Manövern wie beim Anlegen arbeitet man hinter dem hohen Schanzkleid mit viel Platz – und wiederum sicher.

Für küstenferne Gewässer gemacht

Als Tourenyacht für die Familie, als Hauptwohnsitz für Globetrotter und für den Chartermarkt bietet sich der kompakte Kreuzer geradezu an. Gut, dass die Seafaring 34 S nach der CE-Norm B für küstenferne Gewässer zertifiziert ist.

Seafaring 34S
Eine Dachpartie mit Wiedererkenn-Effekt © Matjaz Ocko / Werft

Das Leichtgewicht verfügt über einen 600 Liter großen Treibstoffvorrat. Das lässt bei Marschfahrt Reichweiten zu, die in dieser Größenklasse außergewöhnlich groß sind. Ich vermute einen stündlichen Verbrauch bei Standardmotorisierung keinesfalls über fünf Liter – und das ist schon sehr konservativ geschätzt. Folglich liegt der Aktionsradius bei 1.200 nautischen Meilen ohne Reserve. Respekt!

Sollte man auf Langtörn gehen, lässt sich sicher noch ein weiterer Wassertank einbauen, denn 300 Liter sind knapp bemessen. Außerdem sind – merkwürdigerweise – Anker und Kette nachzurüsten. Obwohl die Optionsliste lang ist, kann das Boot ansonsten getrost in der Standardversion sicher betrieben werden.

  • Seafaring 34S © Werft
  • Seafaring 34S © Werft
  • Seafaring 34S © Werft

Mit Extras zum Luxus

Wer auf Luxus nicht verzichten möchte, kann die Seafaring 34 S mit allen erdenklichen Extras ausrüsten. Aus diversen Paketen können wir wählen: Dazu gehört das Navigationspaket mit Radaranlage und Autopilot. Oder: das Solarpaket mit Wechselrichter, Keramikkochfeld und 220V-Auslässen. Bug- und Heckstrahlruder finden sich ebenfalls im Navigationspaket. Daneben können wir einen 6,5 KW leistenden Generator, die Klimaanlage oder eine hydraulische Gangway sowie die Badeplattform bestellen.

Im Kern bleibt: Die nur 70 cm tief gehende Seafaring 34 ist eine ziemlich beste Yacht für flache und enge Reviere oder auch für viel befahrene Regionen. Und damit ist die Neuheit ein besonders heißer Kandidat für den Best of Boats Award 2019 in der Kategorie der Reise- und Familienboote.

Die Eignerkajüte im Vorschiff
Seafaring 34S © Matjaz Ocko / Werft

Technische Daten Seafaring 34 Coupé S

Länge: 10,80 m
Breite: 3,70 m
Tiefgang: 0,70 m
Gewicht: 6.000 kg
Motorisierung: 110 bis 320 PS
CE-Kategorie: B (küstenferne Gewässer)

Mehr Informationen zu allen Seafaring-Modellen direkt bei der Werft.
Direkt zur 360-Grad-Bootsansicht.der Seafaring 34 Coupé S.


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Bmarine Singel 12 9001 XP Grou (Niederlande) Tel. +31 566 688816 [email protected]
www.bmarine.nl
Direkt zur Seafaring 34S

Bmarine bietet als Wassersportunternehmen seit 2006 Full Service. Seit 2017 sind wir Händler von Seafaring Yachts für Norddeutschland und die Niederlande.

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