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Bavaria SR 41, C42 Zwei Neue in Aussicht: Die C 42 unter Segeln und die neue Motoryacht SR 41 © Bavaria
Bavaria SR41 und C42

Zwei Welten in zwei Booten

Bavaria hält Wort: Zum Jahreswechsel kommen zwei brandneue Modelle, die sportliche Motoryacht SR41 und die innovative Segelyacht C42.

Roland Wildberg
von in
4 Minuten

Michael Müller, Geschäftsführer von Bavaria Yachtbau, verriet es float vor einigen Wochen: Er habe die beiden neuen Boote bereits gesehen und sei „begeistert“. Jetzt ist der Vorhang auf.

Nach erfolgreichem Insolvenz-Neustart und diversen Messeauftritten weltweit geht das fränkische Unternehmen nun also einen mutigen nächsten Schritt und stellt zwei neue Designs für die zwei Welten auf dem Wasser vor: eine Motoryacht und eine Segelyacht.

SR41 kombiniert S- und R-Line

Die SR41 ist eine Fusion aus der komfortablen R-Line und der sportlichen S-Line. Es sollen weitere Modelle in anderen Größen folgen. Gestaltet wurde das Boot vom italienischen Designer Marco Casali, der unter anderem für Silent Yachts arbeitet.

Prägendes Stilelement ist ein dynamisch verlaufender, dunkler Streifen auf dem Freibord, der mehrere Lichtöffnungen für die inneren Kajütbereiche kaschiert.

Bavaria SR41

Bavaria SR 41: serienmäßig mit breiter Liegefläche auf dem Vordeck © Bavaria

Das äußere Erscheinungsbild der SR41 orientiert sich erkennbar an der alten Bavaria S-Line. Auf dem Vordeck ist jetzt serienmäßig eine breite Liegefläche angelegt. Das Ausstiegsluk für die Bugkabine ist nicht mehr vorhanden, dafür gibt es jetzt rechts und links neben der Liegefläche je ein kleineres Oberlicht.

Sun-Lounge-Area im Heckbereich

Im Heck befindet sich eine weitere Liegefläche, die aus drei Polster-Zonen besteht – wird das mittlere – breite – Polster entfernt, lässt sich ein Tisch aus dem Untergrund ziehen. Die Rückenlehne ist ebenso flexibel auf der Heckseite fixierbar, dann wird aus der Liege eine Cockpit-Sitzbank. Bavaria nennt diese wandelbare Sitzgruppe „Sun-Lounge-Area“. Eine große Badeplattform gehört zum Basismodell stets dazu.

Im Cockpit selbst hat Bavaria auch einen Kühlschrank sowie eine Wetbar (Bar mit Spüle) eingerichtet. Vom Steuerstand aus hat man perfekte Rundumsicht und die Kontrolle über – so empfiehlt die Werft – zwei Mercruiser-Benziner mit je 355 PS oder zwei Volvo Penta Dieselmaschinen mit je 380 PS bedient.

Bavaria SR41

Komfortabler Heckbereich mit Sun-Lounge-Area © Bavaria

Mehr als zwei Meter Stehhöhe

Im Innern ist auf 11,65 Meter Rumpflänge ein bemerkenswert weitläufiges Zwei-Kabinen-Layout entstanden: Vom Cockpit führen fünf Stufen in den Salon, der nach beiden Seiten Durchgänge zu den beiden Doppel-Kajüten aufweist. In der großen Eignerkabine achtern beträgt die Stehhöhe 2,07 Meter.

Es gibt für jede Kabine eine eigene Toilette inklusive Duschbereich. Auf der Backbordseite des Salons hat Bavaria eine L-förmige Pantry vorgesehen. Gegenüber auf der Steuerbordseite sitzt die Crew rund um einen mittelgroßen Tisch, der für einen ungehinderten Zugang zum Niedergang leicht angeschrägt ist. Die SR41 kostet ab 273.224 Euro brutto und wird ab Saison 2019 lieferbar sein.

Segelyacht C42 mit neuem V-Bug

Die neue Segelyacht C42 von Bavaria zieht gleich in mehrfacher Hinsicht den Blick auf sich: Die Weiterentwicklung der C-Line, die traditionell insbesondere bei Charterunternehmen erfolgreich eingesetzt wurde, hat auffällige Neuerungen.

Sofort fällt an dem 12,38 Meter langen Rumpf der V-Bug ins Auge: Die Bugspitze, auf Höhe der Wasserlinie konventionell schmal, breitet sich nach den Seiten aus, auf Höhe des Decks ist sie fast einen halben Meter breit.

Bavaria C42

Bavaria C 42: ein V-Bug sorgt für Kursstabilität © Bavaria

Mehr Sicherheit bei Krängung

Diese Form, die den Bug von vorn wie ein „V“ aussehen lässt, hat Cossuti Yacht Design aus Italien entworfen. Sie soll dem Schiff mehr Stabilität verleihen. Das Plus an Volumen im vorderen Rumpf sorgt inbesondere auf Am-Wind-Kurs für höhere Kursstabilität und damit mehr Sicherheit bei Krängung und hohem Seegang.

Ein Nebeneffekt: In der vorderen Kabine entsteht mehr Platz. So gibt es laut Werft ein „echtes Kingsize-Bed“ mit 2,10 mal 1,80 Meter Ausmaßen – größer als die Schlafplätz in den Achterkabinen. Auch für Schränke und Borde ist im Bugbereich darüberhinaus Platz vorhanden.

Chines für mehr Stehhöhe

Auch die so genannten Bavaria Chines sollen in erster Linie für mehr Sicherheit sorgen: Dieser auffällige Knick im Heckbereich befindet sich am Übergang vom Deck zum nahezu senkrechten Heckspiegel. Die Chines verleihen dem Rumpf der C42 mehr Stabilität, eine verbesserte Performance und ein direkteres Gefühl beim Steuern, sagt Bavaria.

Nebenbei bieten sich – wie auch beim V-Bug – handfeste Vorteile unter Deck: In den Achterkabinen entsteht mehr Platz für mehr Stehhöhe und großzügigere Innengestaltung.

Vier Innenraum-Varianten

In den Heckkabinen ist jeweils Platz für ein 2,00 mal 1,60 Meter breites Bett. Vier Innenraum-Varianten bietet Bavaria an, allen gemein ist mittschiffs auf der Backbordseite eine Kombination aus Pantry und Lounge-Bank – die zugleich als Kartentisch dient – und auf der Steuerbordseite eine eine u-förmige Sitzgruppe nebst Tisch. Davor den zentralen Sanitärbereich mit separater Dusche – ebenfalls an Backbord und laut Bavaria ein „echter Wellnessbereich – gibt es ebenfalls in allen Layout-Versionen, ein separates Badezimmer im Bereich der Bug-Kajüte ist optional verfügbar.

Bavaria C42

Bavaria C42: an Deck und unter Deck mit maximalem Platz und Freiraum © Bavaria

Zwei Steuerstände sind Serie

Bavaria hat viel darangesetzt, damit das relativ kleine Schiff maximal Platz und Freiraum auch für eine größere Crew bietet. Dazu gehört eine große Liegefläche auf dem Vorschiff am Übergang vom Bug zum Aufbau.

Zwei Steuerstände sind Serie. Die Heckkörbe sind eigens möglichst weit nach hinten gesetzt, um auch hier viel Bewegungsraum zu bieten. Auf den beiden L-förmigen Sitzbänken in der Plicht findet eine größere Crew bequem Platz, Steuermannsitze können zusätzlich bestellt werden.

Riggdesign für Performance

Auch die Performance kommt nicht zu kurz bei der neuen Bavaria: Das Standard-Rigg der C42 ist mit rund 100 Quadrateter Segelfläche um gut zehn Prozent größer als zum Beispiel bei der etwa gleich großen Vision 42. Zugleich hat Cossutti Yachts bei der Entwicklung auf gutes Handling geachtet.

Auf Halb- und Vorwindkursen stehen ein Code0 mit 85 Quadratmeter Fläche oder ein 140 Quadratmeter großer Gennaker zur Verfügung. Zur segelfertigen Ausrüstung gehören neben der Standard-Besegelung auch eine Selbstwende-Fock.

Die neue Bavaria C42 kostet ab 187.901 Euro brutto.

Technische Daten

Bavaria SR41

Länge 13,29 Meter
Breite 3,99 Meter
Gewicht: 9000 Kilogramm (Leergewicht)
Motorisierung: 710-760 PS

Bavaria C42

Länge 12,38 Meter
Breite 4,29 Meter
Tiefgang 1,70-210 Meter
Gesamtgewicht (Standard-Kiel) 9.678 Kilogramm
Segelfläche 100,6 Quadratmeter

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