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Zunächst als Konzeptstudie vorgestellt: Brunswicks erster Elektro-Außenborder Mercury Avator © Mercury Marine
Bootsmotoren

Achtung, Avator!

Bootsmotoren-Gigant Mercury Marine präsentiert sein erstes Elektro-Konzept. Bis Jahresende ist der Außenborder fertig.

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2 Minuten

Für elektrische Außenborder scheint das Gleiche zu gelten wie für Motorräder. Die großen Hersteller scheuten bisher vor der brennstofflosen Variante zurück. Wer sein Kleinboot emissionsfrei und leise antreiben will, greift zu Marken wie Torqeedo oder ePropulsion, um die bekanntesten zu nennen.

Von den Platzhirschen bei den Motorenproduzenten bietet nur Yamaha eine Elektro-Reihe an. Honda, Suzuki, Tohatsu mauern – bis jetzt. Aber jetzt hat Mercury Marine, der größte Konzern im Freizeit-Boating, auf der Miami Boat Show einen ersten elektrischen Bootsmotor angekündigt. Bis Ende des Jahres soll ihr Konzept Avator auf verkaufsfertigen Füßen stehen.

Sein Engagement im Elektrosektor hatte die Konzernmutter Brunswick bereits letztes Jahr öffentlich gemacht, nachzulesen bei float: Wird Amerika jetzt elektrisch? Vor genau neun Monaten hieß es, der Konzern arbeite an der „zunehmenden Einführung von Lithium-Ionen-Batterietechnologie“ für den Antrieb und die Bordsysteme, so Brett Dibkey bei der Präsentation im Mai 2021. Diverse rein elektrisch betriebene Motorboote sind seitdem angekündigt.

Avator Mercury
Bedienelemente direkt am Motor © Mercury
Avator Mercury
Batterie verschwindet im Chassis © Mercury

Verbrenner-Hersteller entdecken Elektroantrieb

Die letzte große Motoren-Neuigkeit von Mercury Marine ging in die entgegengesetzte Richtung. Präsentiert wurde der V12-Bolide der Verado-Reihe mit 600 PS Leistung. Über den freuen sich alle Bootsbesitzer, die mit einer Harley-Davidson zur Marina fahren.

Dass sich Verbrenner und Electric Boating unter einem Firmendach vertragen, hat Harley-Davidson im Motorradbereich bewiesen. Mit ihrer LiveWire hoben sie spektakulär den Elektroantrieb in die Welt der Großmotorräder.

Ob Mercury das Gleiche für den Bootsbereich gelingt? Noch ist nicht viel Konkretes zu erfahren. Die Konzeptstudie die in Miami als Mockup zu sehen war, sieht gut aus. Dass die Batterie augenscheinlich wie bei einem Elektrogerät in das Akkuschacht eingeführt wird und dort verschwindet, so wie es im Promo-Video zu sehen ist, scheint eine gute Lösung zu sein. Sonst ist noch nicht viel vom Avator zu sehen.

Öffentlich hält man sich im Moment noch bedeckt. „Wir können jetzt noch nicht über spezifische PS-Leistungen und spezifische Reichweiten sprechen“, sagt Jim Hergert, Senior Category Manager bei Mercury Marine, im Interview mit ibinews. Viel ist hier von Easy of Use, Laufruhe und digitaler Verknüpfung die Rede – Features, die die elektrischen Pioniere seit mehr als einem Jahrzehnt bieten.

Kleinboote, nur ein erster Schritt?

Und die Roadmap? Hergert verrät, dass in der Pipeline mehr als der Avator steckt. Nämlich „eine breitere Palette von Produkten, die wir im Laufe dieses Jahres und im Jahr 2023 auf den Markt bringen wollen.“

Der Avator ist – wie die Einstiegsmodelle der Konkurrenz – für Kleinboote konzipiert. Aber sollte Mercury Marine im nächsten Schritt einen Elektro-Außenborder für größere Motorboote hinstellen, wäre das ein revolutionärer Schritt. Entwicklungsbudget und Vertriebs-Know-how sind jedenfalls auf der Seite des Marktriesen.

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