Das Projekt für den Film nahm seinen Anfang, als der Regisseur und Autor Chris Jordan und der Aktivist und Fotograf Manuel Maqueda vom Müllstrudel in der Nähe der Midway Islands im Nordpazifik zwischen Japan und Hawaii erfuhren. Sie besuchten die Inseln mit ihrem Team und filmten und fotografierten Tausende von jungen Albatrossen, die verendet am Strand lagen – ihre Mägen waren mit Plastikmüll gefüllt. Die Aufnahmen zeigen sehr eindringlich das Leid der Vögel. „Sie beschreiben die zerstörerische Kraft unserer Kultur des Massenkonsums und das geschädigte Verhältnis der Menschheit zur lebenden Welt“, schreibt Jordan.
Mehr als eine Million Plastikflaschen werden täglich weltweit produziert. Jedes Jahr kaufen, benutzen und entsorgen zwei Milliarden Menschen über sechs Millionen Tonnen Plastik, die meisten davon werden nicht nachhaltig. Sie landen schließlich im Meer. Der Film Albatros zeigt, welche Auswirkungen das auf das Leben der Albatrosse im Pazifik hat.
Bei ihrem nächsten Besuch von Midway dokumentiert das Team lebende Albatrosse, die zu Hunderttausenden auf der ganzen Insel singen und tanzen. Insgesamt acht Mal in vier Jahren kehren sie nach Midway zurück und erleben mit jeder Reise die Schönheit, Anmut und Empfindung der Vögel intensiver.
Chris Jordan arbeitete für den Film mit verschiedenen Redaktions-, Schreib- und Produktionsteams zusammen, um das mehr als 400 Stunden umfassende Material in einen Film zu verwandeln. In seinem Studio in Seattle experimentierte er mit Ton und Musik, schrieb die Erzählung und nahm sie auf. Sein Freund und Mitarbeiter Jim Hurst, der als leitender Kameramann und Tontechniker das Projekts begleitet hatte, half bei der Soundgestaltung und Audiomischung.
Der Schnittstil des Films weicht von traditionellen Dokumentarfilmen ab. Jordan wollte die „intensiv lebendige, sinnliche, emotionale und spirituelle Erfahrung“ vermitteln, die ihm und seinem Team auf der Insel zuteil wurde.
Der Film als öffentliches Kunstwerk
Chris Jordan hat den Film nicht als kommerzielles Produkt veröffentlichen wollen, um dem Thema gerecht zu werden. So schreibt er auf der Website: „Ich glaube, dass es jetzt an der Zeit ist, dass wir alle im Namen des Lebens radikal und kreativ handeln.“ Und so stellt er seine achtjährige Arbeit der Welt als Geschenk zur Verfügung. Das Projekt „Albatross“ ist ein kostenloses öffentliches Kunstwerk.
Im Rahmen des World-Ocean-Day 2018 wurde „Albatross“ bei den Vereinten Nationen gezeigt und ist seitdem dauerhaft und kostenlos im Internet verfügbar. Wer den Film herunterladen möchte, kann das hier tun. Spenden sind herzlich willkommen.
2 Kommentare
2018 wurde es bei den Vereinten Nationen gezeigt? Hurra.
Das Video gibt es seit 2012 (!) bei YouTube.
[…] zu einer erhöhten Sterblichkeit führen. waft hat zum World Oceans Day im Juni über das Schicksal der Albatrosse berichtet und auf den wunderbaren Movie von Chris Jordan über den Riesenvogel […]