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Fürs schnelle Manöver: Manchmal muss auch der Autopilot Pause machen. © Navico
Simrad Steady Steer

Copilot für den Autopiloten

Steady Steer von Simrad überwacht den Autopiloten. Bei spontanen Manövern mit dem Motorboot ist der Assistent besonders praktisch.

von
Roland Wildberg
in
2 Minuten

Wer kontrolliert die Kontrolleure? Simrad Yachting hat auf diese universelle Frage eine spezielle Antwort gegeben: Der Autopilot an Bord von Yachten wird künftig auf Wunsch vom digitalen Copiloten „Steady Steer“ überwacht. Der Produktname heißt übersetzt sinngemäß „ständige Steuerung“. Das ist genau darauf gemünzt, dass das Steuer nach Eingriff durch den Skipper wieder automatisch in die Obhut des Autopiloten übergeht.

Steady Steer hilft immer dann, wenn ein schneller Dreh am Rad notwendig ist, aber anschließend der gegebene Kurs vertrauensvoll wieder an den Robot-Steuermann delegiert werden soll. „Bisher muss man dafür den Autopiloten in Standby versetzen und anschließend wieder reaktivieren“, sagt Tim Mücke von Navico, Konzernmutter der Marke für Marineelektronik. Das erfordert Zeit und Aufmerksamkeit.

Ist dagegen ein Ad-Hoc-Eingriff notwendig, würde der Autopilot „aussteigen“. Anschließend müsste man ihn wieder in Betrieb nehmen, was ebenfalls Zeit und Aufmerksamkeit erfordert.

Steady Steer von Simrad überwacht den Autopiloten © Hersteller
Steady Steer funktioniert in Kombination mit Autopiloten wie dem NAC-3 © Pob-Net

Nach Präzisionskamera, AIS-Transceiver und und elektronischer Einparkhilfe Docksense ist der Copilot für den Autopiloten einen weiterer Schritt, um mit intelligenter Technik Bootfahren nicht nur sicherer, sondern auch komfortabler zu machen.

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Sensorik registriert den Eingriff

Denn künftig genügt der beherzte Dreh am Steuerrad. Die Simrad-Sensorik registriert den Eingriff und schaltet den Autopiloten ab, ohne den zuvor programmierten Kurs zu löschen. Ist das Manöver beendet, lässt der echte Steuermensch einfach wieder los. „Sobald die Lenkbewegung weniger als zwei Grad innerhalb von zwei Sekunden beträgt, übernimmt der Autopilot wieder das Steuer“, sagt Tim Mücke. Der digitale Hilfsmatrose gibt die Kommandogewalt umgehend zurück an das System, das den ursprünglichen Kurs wieder aufnimmt.

Es sind weder neue Kursberechnungen noch Umprogrammieren notwendig. Auch bei raschen Ausweichmanövern verordnet Steady Steer dem Autopiloten eine Pause und ruft ihn anschließend wieder zurück zum Dienst.

Gut für kleine bis mittelgroße Boote

Der digitale Assistent besteht im wesentlichen aus einem kleinen Metallzylinder. Sein Stammplatz befindet sich beim Autopiloten. Von diesem holt er sich auch die notwendige Betriebsspannung. Die Anlage kann mit wenigen Handgriffen selbst installiert werden.

Sie ist kompatibel mit den Autopiloten-Computern NAC-2 und NAC-3 der Software-Version 1.1.02.00 und höher. Steady Steer eignet sich für Motorboote zwischen 20 und 50 Fuß Länge, also sechs bis 16 Metern.

Kleines Gerät mit großer Wirkung: Simrad Steady Steer
Kleines Gerät mit großer Wirkung: Simrad Steady Steer © Simrad

Die neue Technologie eignet sich für Motorboote mit hydraulischer Lenkung. Die Motorisierung, ob Innen- oder Außenborder, spielt für die Funktion von Steady Steer keine Rolle. Segler gehen hier leider leer aus. In US-Webshops ist es schon gelistet – voraussichtliche Ankunftszeit: 23. Dezember 2020. So passt es dort noch auf den Gabentisch. Hierzulande wird die Copilot für den Autopiloten im Frühjahr erwartet. Den Preis, 400 Euro plus Mehrwertsteuer, hat uns das Christkind heute schon verraten.

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