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© Susanne Westphal

Der Pinsel und das Meer

Die Kunstausstellung auf der Hamburg Boat Show zeigt Bilder von Booten und Meer – klassisch, abstrakt, in Öl und auf Treibholz.

Michael Krieg
von in
4 Minuten

Bei der Hanseboot Hamburg war die Kunstausstellung „art maritim“ immer fester Bestandteil des Rahmenprogramms. Nachfolgerin der nordischen Bootsausstellung ist seit 2018 die Hamburg Boat Show und die zur Freude der Messebesucher, diese Tradition der maritimen Kunstausstellung übernommen hat. In Halle B6 zeigen auch dieses Jahr Künstler und Kunsthandwerker ihre Malerei, Fotografien und Skulpturen.

Susanne Westphal

Im Atelier von Susanne Westphal © privat

Mit dabei ist Elke Timmermann aus Cuxhaven. Als Seglerin lässt sie sich oft bei Nordseetörns zu neuen Werken inspirieren. Ihre Ölbilder zeigen Dampfer in Öl, Windjammer, moderne Yachten, aber auch Landschaften und Eilande im Revier vor ihrer Haustür – so wie die Buntsandstein-Insel Helgoland, umgeben von rollender See. Neben ihren Ölbildern fertigt Timmermann Taschen aus maritimen Materialien: Segel und Persenningstoff kombiniert sie mit Plane. Jede Tasche ist ein Unikat und wird von Hand gefertigt.

Gemälde, Grafiken und Zeichnungen von Küsten- und Seebildern, von Segelschiffen, Fracht- und Marineschiffen sind das Metier des Marinemalers Olaf Rahardt aus Rudolstadt in Thüringen. Einen Namen hat der Maler sich zunächst als Autor und Illustrator für maritime Magazine gemacht. Zu marinehistorischen und schiffbaulichen Themen hat er vieles veröffentlicht – in Text- und Bildform. Seit 22 Jahren ist er nun hauptberuflich freischaffender Marinemaler der alten Schule.

Olaf Rahardt

© Olaf Rahardt

Klassiker und nordische Kombinierer

Während klassische Marinemaler meist detailgetreu Segelschiffe, Dampfer, Leuchttürme oder Hamburger Hafenszenen wiedergeben, oft mit sturmgepeitschter See und am Himmel jagenden Wolken, kombinieren andere Künstler ihre klassischen Ölbilder zu Collagen – mit Materialien wie Stoff, Stadtplänen oder Seekarten.

Die Hamburgerin Heinke Böhnert nimmt als Grundlage ihrer Bilder Segeltuch, und zwar das von Weltmeistern und Olympiasiegern. Mit ihren oft großformatigen, gut wiedererkennbaren Bildern hat sie sich international einen Namen gemacht. Im Vorgespräch zur Hamburg Boat Show verrät sie uns, dass sie letztes Jahr dem Dongfeng-Siegerteam des Volvo Ocean Race von 2017/2018 ein Segel „abschnacken“ konnte.

Heinke Böhnert

© Heinke Böhnert

Seit diesem Jahr arbeitet sie mit dem Team Malizia zusammen, das ja nun gerade in aller Munde sei, so Böhnert gegenüber float. Skipper Boris Herrmann, der gerade Greta Thunberg emissionsfrei über den Atlantik gebracht hat, ist wie die einstige Kaderseglerin Heinke Böhnert Mitglied im Norddeutschen Regatta-Verein. Boris Herrmann will 2020 an der Einhandregatta Vendee Globe teilnehmen.

Sicher nicht nur Heinke Böhnert begrüßt es sehr, dass der Deutsche Boots- und Schiffbauer-Verband „sich da reingehängt hat“ mit der Neuauflage einer maritimen Messe in Hamburg. Gegenüber float sagt sie: „Bei mir ist immer ein bisschen Lokalpatriotismus dabei. Ich möchte gern, dass Hamburg so etwas hat.“

Realismus und Material-Mix

Susanne Westphal und Heinke Böhnert zeigten ihre moderne Marinemalerei schon einmal gemeinsam. Zu sehen war ihre Sonderausstellung in den Räumen des Robbe & Berking Yachting Heritage Centers in Flensburg, wo die historische 12mR-Segelyacht Jenetta wieder zusammengesetzt und restauriert wurde.

Susanne Westphal

© Susanne Westphal

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