float Magazine

Der Frachtsegler Avontuur © Verena Bruening
Frachtsegeln

Die Avontuur kommt nach Hamburg

Der Frachtsegler macht am 6. Juli am Hafenmuseum in Hamburg fest. Dann werden die Waren aus Übersee von Hand gelöscht.

Kerstin Zillmer
von in
3 Minuten

Sie ist wieder zurück, die Avontuur. Nach 15.500 Seemeilen in neun Monaten kommt der einzige deutsche Frachtsegler vollbeladen mit ökofairen Waren aus Übersee am Samstag, den 6. Juli, am Hafenmuseum Hamburg am Bremer Kai an. Wie schon im letzten Jahr, als unser Autor Tommy Loewe den Timbercoast-Gründer Cornelius Bockermann beim Lösch-Event traf.

Frachtsegler Avontuur

Timbercoast-Gründer Cornelius Bockermann © Lia Friderichs

Wenige Monate später legte die Avontuur im Oktober 2018 mit ihrer 16-köpfigen Besatzung im Heimathafen Elsfleth ab. An Bord war auch unsere junge Autorin Lia. Sie begleitete das Projekt beim ersten Schlag bis nach Douarnenez in Frankreich und schrieb darüber für float eine Reportage darüber, als Shipmate auf der Avontuur zu sein.

Frachtsegler Avontuur

Lia an Deck © Christoph Bogner

Mit dem Oldtimer über den Atlantik

Vor dem Schlag über den Atlantik übernahm der Frachtsegler auf Teneriffa eine ganz besondere Fracht. Die sechsköpfige Familie Zapp auf Weltreise, die 18 Jahre lang mit ihrem Oldtimer unterwegs war, segelte auf der Avontuur über den Atlantik. Der alte Graham Page, mit dem sie die Erde umrundet haben, segelte fest vergurtet und verstaut im Laderaum der Avontuur zwischen Rum- und Weinfässern mit.

Nur 24 Tage dauerte die Atlantiküberquerung nach Französisch Guayana. Dort stiegen die Zapps aus, um nach Hause, nach Argentinien, zu fahren.

Avontuur

Familie Zapp mit ihrem Oldtimer, noch an Deck © Christoph Bogner

Segler treffen Bauern

In Mexico organisierte die deutsche Verbrauchergemeinschaft Teikei Coffee mit den Kaffeebauern der Kooperative Ensambles und Timbercoast einen Austausch. Die Crew lud die Kaffeebauern in Veracruz auf die Avontuur ein, um zu zeigen, wie der von ihnen angebaute Kaffee unter Segeln nach Europa verschifft wird.

Auch Timbercoast bietet unter eigenem Label Waren – wie Kaffee, Rum, Korn, Wein, Honig und Salz – in ihrem Online-Shop an. Damit finanziert sich das Umweltprojekt zu einem Teil.

  • Teikei CoffeeIm Austausch mit den Kaffeebauern © Verena Bruening
  • Teikei CoffeeZum ersten Mal auf einem Schiff © Verena Bruening
  • Teikei CoffeeVerladung des Kaffees auf traditionelle Weise © Verena Bruening
  • Teikei CoffeeDie Säcke sind extra leichter beladen © Verena Bruening

Nachhaltiger Warentransport

Rund 90% des Welthandels erfolgt inzwischen über die Meere. Die mit Schweröl betriebenen Containerfrachter belasten die Umwelt sehr. Timbercoast will als Projekt für sauberen Warentransport auf See mit den unter Wind gesegelten Waren darauf aufmerksam machen, welche immense Menge an Schadstoffemissionen durch die weite Trennung von Produktionsstätte und Vertriebsort entstehen.

Unter dem Label „Cargo under Sail“ will das Projekt den Wandel zur sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit in die Schifffahrtsindustrie vorantreiben – zum Schutz der Umwelt und für die kommenden Generationen.

In Hamburg werden die fair gehandelten und größtenteils ökologischen Produkte traditionell per Hand im Rahmen eines Arrival-Events gelöscht. Mehr als 100 Freiwilligen bringen die Waren mit Hilfe von Lastenzügen und Sackkarren von Bord. Mit Lastenfahrrädern geht es umweltfreundlich weiter ins Bio-Zollager.

Wer helfen möchte

Ort
Hafenmuseum Hamburg, Bremer Kai, Am Kopfbau des Schuppens 50 a (Australiastraße) in 20457 Hamburg

Programm
Die Ankunft der Avontuur am Bremer Kai ist für 9 Uhr geplant, ab 10 Uhr sollen die Waren gelöscht werden. Außerdem gibt es hier Infos, Essen und fair gesegelten Kaffee. Im Anschluss wird bei der After-Work-Party ordentlich gefeiert.

Für die tollen Fotos danken wir Verena Bruening.

So sah das Löschen der Avontuur-Fracht in Hamburg im vergangenen Jahr aus.

Lösch-Event Hamburg

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