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Bis zu sechs der quadratischen Solarpaneele können am Mast aufgehängt und ausgerichtet werden. © Flin Solar
Nachhaltigkeit

Die Sonne am Mast einfangen

Solarmodule sind an Bord seit langem etabliert. Der kleine Anbieter Flin aus Norddeutschland hat sie fliegend um ein Fünftel effizienter gemacht.

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2 Minuten

Wer sich an oder auf dem Wasser aufhält, hat das Phänomen oft schon schmerzhaft am eigenen Leib erfahren: Das Wasser reflektiert das Sonnenlicht und erhöht damit die Wirkung der himmlischen Strahlen. Ergebnis: Die Haut wird viel schneller gebräunt als im Binnenland. Aber auch die Gefahr eines Sonnenbrands steigt erheblich. Jetzt hat das Kieler Startup Flin diesen Effekt erstmals bei einer Solaranlage an Bord genutzt.

Der Flinkite+ ist ein Solarmodul, das wie eine Flagge oder ein Ankerball geheißt wird. Die quadratische Platte, die in der Größe einem Radarreflektor ähnelt, lässt sich an einem der Falle in den Mast hochziehen und fängt dort die Sonne ein.

FlinKite
Einfach hochzuziehen © Flinkate
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... und zu befestigen © Flinkate

Über vier zusätzliche Führungsleinen an jeder seiner Ecken kann man es auch nach dem Sonnenstand ausrichten. Es funktioniert sogar bis kurz vor Sonnenuntergang, versichert der Anbieter. Das ergibt natürlich vor allem Sinn bei wenig Welle oder wenn das Boot im Hafen oder vor Anker liegt.

Solarzellen auch auf der Unterseite

Flin hat aber nun den Bräunungs-Effekt bedacht und auch auf seiner Unterseite Solarzellen angebracht. Sie fangen das Sonnenlicht ein, das die Wellen reflektieren. Damit lässt sich laut Flin der Strom-Ertrag um zehn bis zwanzig Prozent steigern. Wird das System nicht benötigt oder stört es bei einem Manöver, lässt es sich platzsparend in einer eigenen Tasche verpacken.

Flinkite ist ein quadratisches Solarpaneel, das wie ein Wimpel am Fall in den Mast geheißt wird
Ein einzelner Flinkite verkraftet bis zu 28 Knoten Windgeschwindigkeit, also bis Windstärke 6 © Flin

Flin bietet das Produkt mit zwei, drei oder bis zu sechs Solarpaneelen an. Dann sieht es wie eine senkrecht stehende Girlande aus und benötigt eine Masthöhe von mindestens 8,5 Meter. Dieser Riesen-Drachen kostet 2.190 Euro. Die Leistung beginnt bei 90 Watt für den kleinsten Solar-„Drachen“ mit zwei Paneelen für 840 Euro. Der größte leistet 270 Watt und wiegt 6,75 Kilo – inklusive Tasche.

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Der zweiteilige Kite widersteht laut Hersteller einer Windgeschwindigkeit von garantiert bis zu 28 Knoten, das entspricht etwa Windstärke 6. Das sechsteilige Konstrukt ist diffiziler; es darf nur bis maximal 14 Knoten, also Windstärke 4, am Mast die Sonne einfangen.

Konfigurator berechnet Strombedarf

Auf der Website des norddeutschen Herstellers befindet sich übrigens ein Konfigurator, auf dem sich über Filtereinstellungen wie Weltregion, Schiffsgröße und angeschlossene Verbraucher die benötigte Strommenge herausfinden lässt. Die Bedienung macht Spaß und überrascht: Demnach benötigt man einen Flinkite mit fünf Paneelen, um im Mittelmeer mit einer bis zu neun Meter langen Yacht Kühlschrank und Plotter unabhängig vom Landstrom zu betreiben.

Das Flinrail ist ein doppelseitiges Solarpaneel für Segelyachten
Flinrail kann am Seezaun oder Heckkorb befestigt werden. Auch auf der Unterseite hat es Solarzellen © Flin

Das Prinzip der doppelseitigen Solarpaneele hat Flin noch bei einem weiteren Produkt umgesetzt. Das Flinrail sieht äußerlich wie viele Solarpaneel aus, die sich am Seezaun oder Heckkorb befestigen lassen. Aber auch hier ist der Clou die zusätzliche Photovoltaik auf der Seite, die dem Meer zugewandt ist.

„Es liefert bei senkrechter Montage ähnliche Tageserträge wie zwei klassische Solarmodule derselben Größe“, teilt Flin mit. Das Flinrail leistet 100 Watt und kostet ab 850 Euro.

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