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Die Solarplattform von HelioROC nimmt 120 Quadratmeter Fläche ein und kann zur Bootstankstelle erweitert werden. © Hersteller
Ocean Tribute Award

Solar-Inseln bekommen Innovationspreis

Ungenutzte Wasserflächen gibt es in Häfen viele. HelioRec zeigt mit Solar-Inseln, wie sich dort Strom erzeugen lässt.

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Inseln für den Strom, das sind die schwimmenden Kraftwerke von HelioRec. Sie gewinnen elektrische Energie aus Solarzellen und können diese – zum Beispiel als Ladestation für Elektroboote – direkt auf kurzem Weg an Verbraucher weitergeben. Das französische Unternehmen hat für diese Idee jetzt den Umwelt-Innovationspreis Ocean Tribute Award 2022 erhalten.

HelioRec „punktet mit seinen umweltfreundlichen Elektroladestationen für den maritimen Sektor auf der Basis von schwimmenden Solarkraftwerken“, begründen die Juroren diese Entscheidung. Die Fachleute heben gleich mehrere Vorteile der modularen Plattformen hervor. Weil die Kraftwerke auf ungenutzten Wasserflächen liegen können, verbrauchen sie keinen wertvollen Platz im Hafen. Zugleich stehe eine saubere Energiequelle direkt dort zur Verfügung, wo die Energie benötigt wird.

Zum Projekt gehören auch Schnellladestationen für Elektrofahrzeuge und Elektroboote im Hafen. Ein weiteres Ziel von HelioRec sei der Ansatz der Kreislaufwirtschaft. „Für die Herstellung des schwimmenden Systems wird recycelter Kunststoff verwendet“, so die Juroren. „Das reduziert die Systemkosten und den Kohlenstoff-Fußabdruck.“ Es ist auch denkbar, diese Energie für Gewässerreinigung und Belüftung mit Sauerstoff einzusetzen. Eine solche Plattform zur Gewässerbelüftung testete HelioRec nach eigenen Angaben 2020 in Russland.

Ein Pilotprojekt in Ostende

Eine erste Solar-Insel hat HelioRec versuchsweise im Januar 2022 im belgischen Hafen von Ostende verankert. Dort versorgt die 120 Quadratmeter große Plattform über ein Kabel eine Werft mit Energie. Dort wurde bisher ein Dieselgenerator eingesetzt. Nach Angaben von HelioRec hält die Energie-Insel Wind in Sturmstärke aus und kann bis zu zwei Meter hohe See abwettern.

Die Idee stammt von Polina Vasilenko, die unter anderem zwischen 2009 und 2015 für das amerikanische Ölförderunternehmen Schlumberger in Sibirien beim Bau von Beton-Fundamenten tätig war. Später wechselte sie „von der schwarzen Seite“, wie sie es nennt, in die Umweltbranche und studierte unter anderem in Oldenburg erneuerbare Energien. Heute lebt sie in Nantes, wo auch HelioRec seinen Sitz hat.HelioRec-Gründerin Polina VasilenkoHelioRec-Gründerin Polina Vasilenko © HelioRec Sie hält Solarenergie für die „reifste nachhaltige Energiequelle“. Lediglich der Platzbedarf schränke die Nutzung ein, weil viele Länder nicht über ausreichend Fläche verfügen, um ausreichend Solarpaneele zu montieren. Dieses Problem will HelioRec mit den kostengünstigen und rohstoffsparenden Plattformen lösen.

Der Ocean Tribute Award wird seit 2018 gemeinsam von der Fürst Albert II. Stiftung, der Deutschen Meeresstiftung und der Wassersportmesse boot Düsseldorf vergeben. Hier geht es arbeitsteilig zu: Das Preisgeld von 20.000 Euro stiftet der Fürst. Eine Expertenjury hatte aus 27 internationalen Einsendern fünf Nominierte ausgewählt, von denen schließlich HelioRec das Rennen machte. Und da die boot Düsseldorf im Januar 2022 Pause machte, präsentierte boot-Projektchef Petros Michelidakis die Gewinner online.

Bewerbungen für 2023 ab Mai möglich

Unternehmen, Institutionen, Verbände, Initiativen und Forschungseinrichtungen, die sich um den Award 2023 bewerben möchten, können die Unterlagen auf der Webseite der Awards ab Mai 2022 hochladen. Das Public Voting für den Ocean Tribute Award 2023 startet im Herbst, ebenfalls auf der 
Award-Website.

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