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Mercury-Event am Lago Maggiore in Baveno © Stefan Gerhard Mercury-Event am Lago Maggiore in Baveno © Stefan Gerhard
Mercury Marine

Kennzeichen V

Für Mercury Marine bietet ein guter Außenborder vor allem eins: viel Hubraum. Die modernsten V8-Motoren sind aber auch: unheimlich leise.

Stefan Gerhard
von in
6 Minuten

Bevor der Sommer begann, stellte Mercury Marine seine Vision moderner Bootsmotoren am Lago Maggiore vor. Die beiden Außenborder sind der Auftakt für eine komplett neue Reihe von V6-Motoren und V8-Motoren in unterschiedlichen Leistungsstufen. Zur V8-Premiere in Italien kamen 19 Boote.

„Go boldly“, der Slogan zu den beiden neuen Motoren, ist Programm. Das Wortspiel lässt sich, ins Deutsche übersetzt, vielfältig interpretieren. Es bedeutet „Geh mutig voran“. „Bold“ heißt neben „frech, keck, gewagt“ aber auch „wuchtig“ und „fett“. Das passt: Was den Mercury Marine V8 und den Mercury Marine V6 auszeichnen, ist eine Menge Hubraum, der unter dem kompakten Chassis verborgen ist.

Mercury Baveno

Einige der 19 Testboote vor Baveno © Stefan Gerhard

Wie man Segler mit einem V8-Motor erfreut

Das erste Boot, das wir an diesem schwül-warmen Tag fahren, ist die Axopar 37 Sun Top. Die 2018er Edition des sehr erfolgreichen und großzügig dimensionierten Kajütbootes hat zwei schwarze, 300 PS starke V8-Motoren am Spiegel. Die beiden ziemlich kompakt wirkenden Kraftwerke schicken die mehr als vier Tonnen schwere Axopar mit beispielloser Geschwindigkeit auf Kurs Richtung gegenüberliegendes Seeufer. Unser GPS zeigte eine beeindruckende Höchstgeschwindigkeit von 84 km/h an.

Also alles klar? Wieder so ein lauter Raser? Nein. Die V8-Motoren – geliebt und gehasst für ihren wummernden Sound – kommen in ihrer neuesten Generation ohne großen Motorlärm aus. Fährt man mit einem 600 PS starken Boot aus der Marina, hört man in der Regel sein eigenes Wort kaum. Mit den neuen V8-Motoren von Mercury Marine kann man dagegen Segler und Bordgäste positiv überraschen.

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Axopar 37 Sun-Top © Werft

Ein Knopf auf dem Armaturenbrett schaltet das Grollen des Achtzylinder-Motors auf Wunsch leise. Das Ventil des so genannten „Leerlauf-Entlastungssystems“, das bis etwa 1.500 U/min wirkt, lässt sich per Knopfdruck öffnen oder schließen. So lässt sich wahlweise ein extrem leises Motorsurren oder ein kraftvolles Knurren einstellen. Auch bei V/max bleibt der Geräuschpegel angenehm.

Größter, stärkster, leisester…

In fast 80 Jahren als Pioniere bei Bootsmotoren hat Mercury seine Innen- und Außenbordmotoren kontinuierlich auf den neuesten technischen Stand gebracht. In letzter Zeit wurde es hier etwas langweilig. Die Grenzen beim Leistungsgewicht waren ausgereizt, also das Verhältnis von Kilogramm zu Pferdestärken. Das ist vorbei. Die neuen Motoren mit 175 PS bis 350 PS Leistung, die wir in Baveno fahren durften, waren stark, souverän und aufregend. Vor allem aber sind sie deutlich kompakter als das, was wir in den letzten Jahren gesehen haben.

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Die neuen V8-Motoren sind vergleichsweise kompakt © Werft

Die V8-Motoren von Mercury Marine, also die größten unter den Neuen, haben einen Hubraum von 4,6 Litern. Zwecks guter Wartbarkeit und möglichst großer Langlebigkeit werden keine komplexen mechanischen Komponenten einsetzt – so sonst üblich, um die erforderliche Leistung mit geringerem Hubraum zu erreichen. Die typisch US-amerikanische Lösung ist ebenso einfach wie effektiv: „No replacement for displacement“ – für Hubraum gibt es keinen Ersatz. Und so setzt man auf Sechszylinder und Achtzylinder anstelle von hochgetunten Vierzylinder-Außenbordern.

Mercurys eigene Tests ergaben, dass der neue 300-PS-Motor 20 % schneller ist als der nächste Wettbewerber. Trotzdem werden nach Herstellerangaben bis zu 8 % weniger Kraftstoff verbraucht. Während des Tests in Baveno erreichten wir – so die Messung der Axopar-Crew vor Ort – erstaunliche Werte mit zwei dieser Motoren. 2,6 Liter Kraftstoffverbrauch pro nautischer Meile bei 30 Knoten Tempo sind für 600 PS sehr gute Werte. Selbst bei hoher Reisegeschwindigkeit von bis zu 38 Knoten kam unser Boot auf einen Verbrauch von weniger als drei Litern Benzin pro Seemeile.

Mercury an Axopar

Die 37 Fuß lange Axopar verbraucht weniger als drei Liter Benzin pro Seemeile © Werft

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