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Die Bundesligisten vom VSAW © Schack

Mit Carlos auf Tuchfühlung

Der neue Marinepool-Blazer für Wassersportler für alle Anlässe. Ein nicht so ganz ernst gemeinter Test – ganz ohne Schwitzen.

float Redaktion
von in
3 Minuten

Was nützt dem Segler das Sakko? Zugegeben, mit salzgegerbtem Ölzeug korrespondiert feines Zwirn ungefähr so viel wie der Sattel mit der Kuh.

Doch auf den zweiten Blick ist ein Bord-Jacket um so sinnvoller: Etwas, das zur Stelle ist, wenn der Anker Grund fasst, die Spring liegt und der Landgang bevorsteht. Angemessenes Outfit für den feierlichen Ausklang eines Segeltages im Restaurant, oder auch zur Siegerehrung mit Pokalempfang vorm Clubhaus. Eine besonders gute Figur macht man natürlich, wenn man wie eine Crew des Vereins Seglerhaus am Wannsee die Segel-Bundesliga gewinnt und vom Berliner Segler-Verband geehrt wird.

Inspiriert von 40 Grad

Das könnte natürlich irgendein Oberbekleidungsstück der Wahl sein. Es spricht aber auch einiges für den neuesten Streich von Marinepool. Das Label war bisher vor allem bekannt für robuste Allwetter-Bekleidung. Zu dem neuen Produkt wurde Robert Stark, Geschäftsführer des Unternehmens, durch ein schweißtreibendes Erlebnis auf dem Cannes Yachting Festival inspiriert.

Dort herrschten 2018 zeitweise bis zu 40 Grad. Ein Spaß für Besucher in Shorts und Shirts, doch für Stark eine Strapaze, denn er war ja im Anzug da. Stark schwitzte tapfer, traf aber bald die Entscheidung, dass das kein Schicksal sein muss.

100 % Polyester, aber überraschend

Ein halbes Jahr später war „Carlos“ da. Das schlichte blaue Stück Oberbekleidung mit dem klangvollen Namen hat es buchstäblich in sich: es ist aus Fieldsensor gefertigt. Der Stoff, der sich anfühlt wie der eines sehr leichten Polohemds, besteht aus 100 Prozent Polyester. Das überrascht erst einmal.

Ein Plastik-Ding wie die vom Grabbeltisch drittklassiger Discounter mit dubioser Fertigungsadresse ist Carlos damit aber nicht. Wer die genaue Zusammensetzung von Fieldsensor wissen möchte, stößt allerdings auf ein gut gehütetes Firmengeheimnis: Toray, der japanische Produzent, verrät nur so viel: Man hat damit den Kapillareffekt auf Strickwaren übertragen.

Das patentierte Textil wird dreilagig übereinander gelegt und soll – erklärt der Hersteller – schnell Feuchtigkeit von der Haut weg an die Oberfläche transportieren; so wie in der freien Natur zum Beispiel Grundwasser einen Baumstamm hinauf bis in die Krone gelangt.

Marinepool

Guter Look trotz technischem Material © Marinepool

Marinepool

Bequemer Sitz © Marinepool

Ein Hauch von Nichts

Fieldsensor ist also atmungsaktiv wie kaum ein anderer Stoff. Damit kommt es nicht zu dem klebrigen Gefühl, dass sich beim Tragen von Kunststoff-Klamotten leider nur zu schnell einstellt. Toray nennt als Anwendungsfall seiner Textilien Leichtathletik und Golf.

Und tatsächlich fühlt sich „Carlos“ gut an, mehr noch: Das Sakko erinnert im Tragekomfort bereits an jenen berüchtigten Hauch von Nichts, mit dem gewöhnlich Negligés oder Dessous beschrieben werden.

Das verdankt der Blazer auch seinem Leichtgewicht: Nur 476 Gramm bringt Marinepools neue Abendgarderobe auf die Waage – also auch ein Fall für Regattasegler, die mit jedem Hauch zusätzlichem Gewicht hadern. Seine Nässeresistenz funktioniert natürlich auch in andere Richtung: Ein Schauer oder überkommende See befeuchten den Blaumann ebenfalls nur für kurze Zeit.

Faltenfreie Unterlage

Und der Marinepool-Blazer kann noch mehr: Das Modeaccessoire von Marinepool, das es vorläufig nur für Männer gibt, lässt sich falten, ohne Falten zu bekommen, und kann dann als handliches Paket eine isolierende Unterlage werden, zum Beispiel fürs Sitzen auf abendlich kaltem Deck. Und: Zusammengerollt gibt „Carlos“ eine bequeme Nackenstütze ab, ebenfalls bügelfrei. Das pflegeleichte Material verträgt sogar die Lagerung einen lieben Segeltag lang in der Backskiste klaglos.

Großer Messe-Auftritt

Seinen großen Auftritt hat das Sacco natürlich im Rampenlicht. Das haben wir auf der Boot & Fun Berlin erlebt. Klassisches Design und unauffällige Farben

Bewähren musste sich der Blazer im float-Test auf zweit Tagen Messebesuch mit Abendveranstaltung. Da herrschten zwar keine 40 Grad im Schatten, doch eine Belastung war’s schon. Viele Kilometer durch die Hallen, ein paar Dauerläufe und anschließende Stehparties musste der Blazer verkraften.

Seine aufgesetzten Außentaschen (eine Innentasche gibt es nicht) ertrugen nicht nur haufenweise Visitenkarten, sondern auch Smartphones und Schlüsseletuis.

„Carlos“ passt sich an

Neben seiner Leichtigkeit fand auch die Elastizität des Materials beim Tester Gegenliebe, passt sich der Blazer doch jeder Bewegung bereitwillig an und hemmte auch nicht Kraxeleien und Verrenkungen beim Besichtigen diverser Boote.

Den Einsatz auf der Berliner Bootsmesse hat „Carlos“ übrigens faltenfrei überstanden. Sogar eine Jogging-Morgenrunde haben wir damit absolviert. Damit zeigte das Material, dass es auch für sportlichen Einsatz taugt.

Marinepool

Statt Messingknöpfen... © Marinepool

Marinepool

zieren modernere Knöpfe den Blazer © Marinepool

Blazer ist ein Prototyp

Der Blazer ist laut Marinepool keine Eintagsfliege, sondern soll als Prototyp für den neuen Stoff in der Praxis zeigen, ob das Material auch für den Einsatz in anderen Produkten geeignet ist. Die Marketing-Managerin Kimberly Streuber zieht schon jetzt eine positive Bilanz aus dem Feedback ihrer Kunden, zu denen auch die Bundesligisten des Verein Seglerhaus am Wannsee (VSaW) gehören.

Material: 100 % Polyester mit Fieldsensor-Technologie
Preis: 269,00 Euro
Mehr bei Marinepool.

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