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SUP © Unsplash /Marcia Haggerty
TRENDSPORT

Stehpaddeln vor Gericht

Surfen oder Kanu? Wem steht das SUP näher?

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Stehpaddeln, kurz SUP (Stand Up Paddling) genannt, hat seinen Ursprung bei den polynesischen Fischern. Andere behaupten, Surflehrer auf Hawaii hätten diese Art der Fortbewegung erfunden, weil sie stehend auf einem Surfboard mit Paddel einen guten Überblick haben und wendig sind. Wer das Stehpaddeln letztlich zum Leben erweckt hat, interessiert jedoch niemanden ernsthaft.

SUP ist weltweit zur Tendsportart geworden, für viele Surfbretthersteller ein Segen, da es vor allem der Windsurf-Branche in den letzten Jahren zunehmend schlechter ging. Außerdem gilt das SUP als eine der günstigsten und einfachsten Lösungen, die Menschen aufs Wasser zu bringen. Stehpaddeln ist dazu sehr gesund, kostengünstig zu betreiben und erfordert keinen hohen Aufwand, um kurz mal nach Feierabend aufs Wasser zu kommen.

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Trendsport Stehpaddeln©Pixabay

Heute sieht man die Stehpaddler überall: Auf Seen, Kanälen, Stadtteichen und auf dem Meer. Eine richtige Industrie hat sich um diese Sportart herum entwickelt, Schulen und Verleiher schießen wie Pilze aus dem Boden. Eigentlich müsste die SUP-Welt rosig aussehen. Das täuscht aber. Denn im Gegensatz zur Frage, wer es erfunden hat, streiten sich nun zwei Verbände um die Hoheit über die Trendsportart.

Wem gehört das Stehpaddeln?

Wem steht das SUP näher – dem Surfbrett oder dem Kanu? Mit dieser Frage muss sich nun der Internationale Gerichtshof (CAS) in Lausanne auseinandersetzen. Es geht um viel Geld, denn die Sportart hat gute Chance, olympisch zu werden. Das würde dem Dachverband der Stehpaddler erhebliche Mehreinnahmen bescheren. Und genau darum geht es: Wer ist der zuständige Verband?

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Surfen oder Kanu? Fotos: Pixabay
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Die Internationale Kanu-Föderation ICF, der das Stehpaddeln und der Weltverband der Surfer ISA streiten nun vor Gericht um diese Frage. Die ICF beansprucht die Hoheit, weil nach ihrer Ansicht Stehpaddler durch den Gebrauch des Paddels automatisch zur ICF gehören. Die ISA kontert, dass sich der Sportler auf einem Surfbrett befindet und der Surfverband seit Jahren Wettbewerbe organisiert.

Interessant an der Sache ist ein Punkt: Offenbar hat sich der Kanuverband bisher nicht groß um die SUPs gekümmert. Erst seit der Surfverband sich darum bemüht, Stehpaddeln bei der Jugendolympiade 2018 in Buenos Aires zu etablieren, stellt die ICF Ansprüche, so jedenfalls stellt es die ISA dar.

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