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Steiner Commander LRF 7x50 Steiner Commander LRF 7x50 © Stephan Boden
Praxistest

Steiner-Fernglas mit Lasermessung

Im Test: das Steiner Commander 7×50 LRF kann Entfernungen messen

von in
2 Minuten

Es gibt Ferngläser, und es gibt die Commander-Reihe von Steiner. Der Hersteller aus Bayreuth ist für seine hochwertigen und hoch auflösenden Optiken bekannt und bei Wassersportlern entsprechend beliebt. Das neueste Glas ist das Steiner Commander LRF 7×50 mit Laser-Entfernungsmessung. Wir hatten ein Fernglas für ein paar Tage zum Test in der Redaktion.

Steiner Commander LRF 7x50
Zwei Bedientasten© Stephan Boden

Verpackung und Ausstattung

Zunächst fällt das für ein Fernglas große Paket auf, in dem das LRF 7×50 geliefert wird. Das hat seinen Grund: Im Lieferumfang enthalten sind zusätzlich eine solide und feste Transporttasche, der Trageriemen, ein Schwimm-Tragegurt, das Putztuch und natürlich Schutzkappen und Handbücher.

Der erste Eindruck

Das Fernglas wirkt sehr robust und ist dabei kompakt. Es liegt auch bei schwierigen Witterungsbedingungen durch die Gummierung und die ergonomisch geformten Griffmulden sicher und rutschfest in der Hand. Die bequemen Augenmuscheln können in drei Stufen angepasst werden, je nach Vorliebe. Die Batterien sind problemlos eingesetzt, so ist das Commander schnell einsatzbereit. Steiners Neuheit ist bis fünf Metern Tiefe wasserdicht. Stoßfest ist es sowieso. Trotz der vielen Features gibt es auf der Oberseite nur zwei Bedientasten.

Viele Features

Das Steiner Commander 7×50 LRF verfügt über eine ziemlich lange Liste an Ausstattungsmerkmalen. Neben der HD-Optik ist das ein schneller Autofokus, der das Nachfokussieren überflüssig macht. Daneben verfügt das Glas auch über ein Memory-Okular. Damit lassen sich verschiedene Dioptrin-Einstellungen speichern. Steiner gibt 30 Jahre Garantie auf das Fernglas und immerhin zwei Jahre auf die darin verbaute Elektronik. Die Gummierung ist witterungs- und säurebeständig.

Steiner Commander LRF 7x50
Entfernungsmessung© Stephan Boden

Zauberwort LRF

Der eigentliche Clou des Commanders wird mit dem Kürzel „LRF“ beschrieben. Das bedeutet Laser Range Finder. Per Knopfdruck misst dabei ein unsichtbarer Laserstrahl Entfernungen bis zu 1.700 Metern. In der Praxis funktioniert das rasend schnell. Drückt man den gut erreichbaren Knopf auf der Oberseite, sieht man einen kleinen roter Ring, den Messpunkt. Nur wenig später erscheint gut erkennbar die Entfernung zum angepeilten Objekt – je nach Einstellung in Metern oder Yard – im Okular.

Hält man den Knopf vier Sekunden gedrückt, geht die Messung in einen 20-sekündigen Scan Modus über. Damit lässt sich beispielsweise feststellen, wie schnell sich ein Objekt bewegt. Auch auf Regatten kann man damit messen, ob der Gegner aufholt oder an Boden verliert. Leider fuhr in unserem Test bei 0° Celsius auf der Jannowitzbrücke in Berlin kein einziges Schiff über die Spree, aber dennoch konnte man durch das Wechseln auf verschiedene Objekte prüfen, wie schnell der Scan geht.

In unserem Video ist gut zu erkennen, wie flink das Gerät misst. Wir haben fokussiert zwischen der Mühlendammschleuse in Berlins Mitte (die in rund 450 Metern Entfernung von unserem Standort liegt), der dahinter liegenden Brücke (mehr als 500 m) und dem Hochhaus im Hintergrund (mehr als 700 Meter entfernt).

Unser Fazit zum Steiner Commander LRF 7×50

Zugegeben: Mit dem Preis von 1.999 Euro ist das Steiner Commander LRF 7×50 kein Schnäppchen. Die hochwertige Kombination aus herausragender Optik, üppiger Ausstattung, bester Ergonomie und toller Entfernungsmessung macht das Fernglas zu einem außergewöhnlich nützlichen und zuverlässigen Partner an Bord.

Außerdem erweitert die Entfernungsmessung den Einsatzbereich erheblich: sei es zur Navigation, zur Sicherheit oder auf Regatten. Das von uns getestete Fernglas gibt es exklusiv im A.W. Niemeyer Shop.

8 Kommentare

Ein „schneller Autofokus“? Soso. Der Autor sollte sich möglichweise noch einmal mit der Funktionsweise eines Fernglases vertraut machen.

Antwort
Stephan Boden /

Der Autor, also ich, habe mich ziemlich eingehend damit beschäftigt. Steiner nennt den Autofocus übrigens „Sports-Autofocus“.

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Ob nun Autofokus, Fixfokus oder welche Marketing-Bezeichnung sich ein Hersteller ausdenkt – Es gibt dort keine beweglichen Teile, die die Fokus-Geschwindigkeit beeinflussen würden. Ich vermute Sie verwechseln den Begriff mit dem Autofokus einer Film/Fotokamera.

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Stephan Boden /

Das ist richtig. Bei Kameras spricht man daher auch von automatischer Fokussierung. Fokus und Fokussierung sind zwei unterschiedliche Dinge. Bei Ferngläsern heisst das in der Regel Autofokus. Dadurch, dass man Dioptrinwerte speichern kann, wird das Ganze dann auch noch schnell benutzbar.

Antwort

Schön dass Sie mir zustimmen. Ich schlage daher vor, dass Sie das Wörtchen „schnell“ im Zusammenhang mit dem Fokus streichen, dann ist der Text korrekt.

Zu Ihrem Kommentar: Fokus und Fokussierung gehören untrennbar zusammen. Fokussierung bedeutet in der Optik die Verschiebung des Brennpunktes (Fokus).

Und noch etwas: Die von Ihnen in obigem Kommentar angesprochene Dioptrienspeicherung hat mit dem Fixfokus des Fernglases nichts zu tun. Sie richtet sich an Weit- oder Kurzsichtige Benutzer, die damit ihre Dioptrieneinstellung schneller wiederherstellen können – Fixfokus oder manuelle Fokussierung spielen dabei keine Rolle.

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nunatakker /

German Unzufriedenheit!

Das Land der TÜVs, der Preußen und der Kehrwoche. Und sensiblen Kommentatoren.

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Stephan Boden /

Der Laser funktioniert auch in absoluter Dunkelheit. Der Laser selbst braucht ja kein zusätzliches Licht um zu funktionieren,
allerdings sollte das gemessene Ziel natürlich beleuchtet sein, denn sonst weiß man ja nicht, auf was man das Fernglas ausrichten soll.

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