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Paul Elvstrøm bei den Olympischen Spielen 1960
NACHRUF

Ausnahmesegler Paul Elvstrøm gestorben

Mit Paul Elvstrøm ist einer der frühen Superstars des Segelsports jetzt gestorben – mit 88 Jahren und Weltmeistertiteln in acht Bootsklassen.

Michael Krieg
von in
2 Minuten

Dass er einer der ganz Großen im Segelsport war und bis heute blieb – dessen war sich Paul Elvstrøm sicher bewusst. Er hat es aber in seiner eher bescheidenen, immer fairen Art gegenüber seinen Gegnern auf dem Wasser nie zur Schau getragen. Wer ab 1948 achtmal an Olympischen Spielen teilgenommen und dabei vier Goldmedaillen gewonnen hat, dazu in acht verschiedenen Klassen 13 Mal Weltmeister geworden ist, muss sich nichts mehr beweisen.

Die außergewöhnliche Karriere des Dänen begann drei Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, als er im Alter von gerade 20 Jahren bei den Olympischen Spielen in London die Goldmedaille in der Firefly-Klasse gewann. Als kurz darauf die Einmann-Finn-Klasse eingeführt wurde, erkannte Paul Elvstrøm deren Potenzial und siegte bei den darauffolgenden drei Sommerspielen im Finn: 1952 in Helsinki, 1956 in Melbourne und 1960 in Rom.
Eine Voraussetzung für diese Erfolge war auch seine gute Physis. Er war einer der Ersten, der sich Ausreitgurte in seinen Booten installierte und im Winter nicht nur auf Bänken zuhause das Ausreiten trainierte, sondern auch sein Finn wenn nötig durch die Eisbarrieren am Strand vorm Wohnort schob, um auf dem Wasser zu trainieren.
Bei der Olympiade 1968 vor Acapulco in Mexiko verpasste er als Vierter knapp eine Medaille im Starboot. Ebenso erging es ihm 1984 vor Los Angeles, als er in der olympischen Tornadoklasse mit seiner jüngsten Tochter Trine an den Start ging. Mit 56 Jahren wurde er im gleichen Jahr noch einmal Tornado-Europameister. Und er war sich nicht zu schade, als Steuermann selbst ins Trapez zu steigen, da der Wind stark und er schwerer als seine Tochter war.

Paul Elvstrøm steht auch für technische Entwicklungen im Segelsport, die seine Leistung unterstützten und die nach ihm benannt wurden.

Am bekanntesten sind der „Elvstrømlenzer“ genannte Selbstlenzer und die originale Elvstrøm-Schwimmweste, dazu kommen andere Techniken, die den Trimm auf Segelbooten erleichtern.
Auch als Konstrukteur und Designer von Booten wurde er bekannt, und er beschäftigte sich intensiv mit dem Segelmacher-Handwerk. Folgerichtig gründete er – und das bereits 1954 – seine eigene Firma Elvström Dinghy Sails, die er bis 1976 betrieb. Er selbst entwarf das charakteristische Firmenlogo mit der roten Krone, das heute unter dem Elvstrøm Sails mit einem topmodernen Betrieb im dänischen Aabenraa weltbekannt ist.
Paul Elvstrøm ist, nach Angaben seiner Familie, am 7. Dezember im Alter von 88 Jahren verstorben. Er hinterlässt vier Töchter, neun Enkel und zwei Urenkel – und große Fußstapfen für den heutigen Segelsport.

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