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Charlie Dalin ist glücklicher Erster im Ziel © Jean-Marie Liot / Alea
Vendée Globe 2020

Charlie Dalin geht als Erster durchs Ziel

Sehr verdient kam der Franzose Charlie Dalin nach 80 Tagen als Erster bei der Vendee Globe ins Ziel – trotz Foilschaden.

von
Kerstin Zillmer
in
2 Minuten

Nach einem makellos und strategisch herausragend absolvierten Rennen um die Welt hat der französische Skipper Charlie Dalin die Ziellinie der Vendée Globe vor Les Sables-d’Olonne am 27. Januar nach 80 Tagen, 6 Stunden, 15 Minuten und 47 Minuten als erster Skipper gekreuzt. 222 Mal im Laufe der Einhandregatta führte Charlie Dalin das Rennen um die Welt an, öfter als jeder andere.

Mit der erfolgreichen Solo-Weltumseglung hat sich der 36-jährige aus dem bretonischen Concarneau einen Jugendtraum erfüllt. Dennoch muss der Skipper der „Apivia“, der schon beim Vendée-Globe-Start am 8. November 2020 zu den Favoriten gehörte, am Mittwochabend noch warten. Denn es wird sich erst beim Einlaufen der anderen Favoriten entscheiden, ob seine gesegelte Zeit auch tatsächlich für den Sieg reichen wird.

Kollision 900 Seemeilen südwestlich von Tasmanien

Bis zum 14. Dezember war für Charlie Dalin die Welt mehr als in Ordnung. Unangefochten führte er die Vendée Globe an. Doch dann krachte es auf dem Boot des 36-jährigen Franzosen. 900 Meilen südwestlich von Tasmanien wurde sein Backbord-Foil beschädigt. Die restliche Strecke bis ins Ziel konnte er das Foil nicht voll einsetzen, schaffte es aber doch als Erster ins Ziel. Seitdem galt er als der Foil-Flüsterer.

Charlie Dalin
Charlie Dalin © Charlie Dalin/Apivia

Es ist seine erste Vendée Globe, aber Charlie Dalin gehörte schon im Vorfeld der Regatta zu den Top-Favoriten. Auch Dee Caffari, die für float das Rennen begleitet, hatte ihm früh einen Spitzenplatz vorausgesagt. Er hat zwar keine Rennen in der Figaro-Klasse gewonnen, war aber immer auf dem Podium. 2019 hat er mit Co-Skipper Yann Elies gleich beim Jungfernrennen seiner neuen IMOCA Apivia die Transat Jacques Vabres gewonnen, gefolgt von einem zweiten Platz beim diesjährigen Vendée Arctic Race hinter Jeremie Beyou auf Charal.

Seine Segelyacht „Apivia“ wurde von Verdier entworfen und bei CDK Technologies gebaut. Als gelernter Schiffbauingenieur mischte Charlie entscheidend bei Entwurf und Bau mit, um die Apivia perfekt auf seinen Segelstil abzustimmen. Sein Wissen kam ihm bei seinem Foilschaden sehr zu Gute. Als die Kommentatoren der Vendée Globe das Boot ins Ziel einlaufen sahen, waren sie verblüfft, wie stark der Schaden am Foil war. Dalin hatte das gut verborgen gehalten, um sich nicht zu gefährden.

Wer aufs Podium kommt, entscheidet die Zeitgutschrift

Aber noch ist nichts entschieden. Auch nicht, dass Dalin Sieger der Vendee Globe 2020 wird. Denn Boris Herrmann und Yannick Bestaven segeln der Ziellinie mit Zeitgutschriften entgegen, die sie für ihre Beteiligung an der Rettungsmission für Kevin Escoffier erhalten hatten, dessen Imoca-Yacht „PRB“ am 30. November auseinandergebrochen und gesunken war.

Boris Herrmann hatte dafür eine Wiedergutmachung von sechs Stunden erhalten, der Franzose Yannick Bestaven sogar zehn Stunden und 15 Minuten. Der 39-jährige der etwa zeitglich zu Dalins Zieleinfahrt eine Kollision mit einem Fischerboot hatte, wird noch heute Nacht im Ziel erwartet. Er ist unverletzt, wird aber seinen Podiumsplatz mit großer Sicherheit einbüßen.

Währenddessen feiern Frankreich und die Fans zu recht mit Charlie Dalin. Er hat ein großartiges Rennen gemacht.

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