float Magazine

Nautitech 40 Open © Werft Nautitech 40 Open © Werft
Nautitech Catamarans

Das dritte Leben von Nautitech

Mit dem Markennamen Nautitech setzt man auf die Strahlkraft des alten Namens der französischen Bavaria-Tochter – und will wachsen.

Stefan Gerhard
von in
2 Minuten

Der französische Bootshersteller Bavaria Catamarans wird in Zukunft wieder den bekannten und traditionsreichen Namen Nautitech führen. Der Entscheidung vom Oktober durch die neuen Eigner der Mutterfirma Bavaria Yachtbau folgen jetzt Taten. Am gestrigen Montag (12. November) trafen sich Vertreter des Investors CMP mit örtlichen Vertretern in Rochefort, um über die Zukunft der Tochtergesellschaft zu sprechen, die im September gemeinsam mit Bavaria Yachtbau von CMP übernommen wurde.

Bavarias neuer Geschäftsführer Ralph Kudla bringt es auf den Punkt: „Bavaria steht für Yachten, Nautitech für Katamarane“. Als Chief Restructuring Officer ist Kudla auch für die französische Tochtergesellschaft verantwortlich. Er ergänzte in einem Presse-Statement heute: „Wir halten es für wichtig, dass beiden Unternehmen ihre jeweilige Identität in Zukunft noch deutlicher hervorheben können.“

Die nach dem Zukauf der Multihull-Werft eingeführte Marke „Bavaria Catamarans“ wird nicht weiter genutzt. Ihr traut das neue Management nicht die Strahlkraft des etablierten Namens Nautitech zu. Der Kat-Produzent bleibt Teil der Bavaria-Gruppe. „Mögliche Synergien im Einkauf bleiben erhalten.“ hatte Ralph Kudla bei seinem Amtsantritt im Oktober erklärt. Öffentlich war anschließend die Befürchtung geäußert worden, die Rück-Umbenennung sei der erste Schritt zur Vorbereitung des Verkauf der Multihull-Sparte von Bavaria.

Multihull-Markt boomt

Im Jahr 2018 produzierte die französische Bavaria-Tochter 75 Mehrrumpfboote, darunter die Nautitech 46 Open. Rund 30 Aufträge sind seit der Ankündigung der Übernahme durch den Berliner Finanzinvestor CMP im September dazugekommen. Das Mutterunternehmen hatte in der schwierigen Zeit nach der überraschenden Insolvenz weiterhin Boote ohne Investor gebaut und anschließend eine dreistellige Zahl potenzieller Aufträge für neue Boote hereingeholt, die nun abgearbeitet werden sollen.

Letztes Jahr lieferten die französischen Werften nach Angaben der Vereinigung der Marine-Industrien insgesamt 718 Katamarane aus. Das entspricht einem Gesamtwert von 333 Millionen Euro. Dies ist eine Steigerung von 35 % gegenüber dem Vorjahr. Rund 90 % aller Multihull-Boote weltweit werden im Westen Frankreichs zwischen Lorient und Bordeaux gebaut.

Region Rochefort Landkarte google Maps

Region Rochefort nahe der Atlantikküste © Google

Region Rochefort will helfen

Bavaria Catamarans könnte auf dem derzeit 7.000 qm großen Gelände bis zu 100 Katamarane pro Jahr produzieren. Um der hohen Nachfrage des Marktes gerecht zu werden, sei es notwendig, die industriellen Ressourcen auszubauen und die Betriebsfläche nahezu zu verdoppeln. Diese Strategie erklärte Bavaria Yachtbau in einem gestern am späten Nachmittag veröffentlichten Statement.

Mit der Unterstützung der örtlichen Verwaltung prüft Bavaria die Möglichkeit der Erweiterung des jetzigen Standorts. Die Werft liegt am Handelshafen von Rochefort mit direktem Zugang zum Meer. „Bavaria gibt uns Recht bei der Gründung des neuen nautisch-maritimen Clusters von Neu-Aquitanien gemeinsam mit unseren Partnern.“ Das erklärte Hervé Blanché, Bürgermeister von Rochefort und Vorsitzender der Unterregion Rochefort Océan. Das geplante Infrastrukturprojekt sorge „für wirtschaftliche Dynamik in unserer Region“, so der Bürgermeister des küstennahen Orts.

Mein Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.