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Greta Thunberg segelt mit Boris Herrmann über den Atlantik Eine ungewöhnliche Crew © Team Malizia
Klima-Aktivistin

Das erwartet Greta Thunberg auf dem Atlantik

Greta Thunberg ist in Plymouth angekommen. Start ihrer Atlantiküberquerung ist am Mittwoch. Skipper Boris Herrmann über die Bedingungen an Bord.

float Redaktion
von in
7 Minuten | 1 Kommentar

Greta Thunberg ist heute in Plymouth auf der Rennyacht Malizia von Boris Herrmann angekommen. Zur Zeit lässt sie sich von ihm die Route und die Wetterbedingungen erklären und die letzten Vorbereitungen laufen. Diesen Mittwochnachmittag soll es losgehen. Greta Thunberg wird von Europa nach Nordamerika segeln, um eine mehrmonatige Klimatour in Amerika zu starten.

Dazu nutzt die 16-jährige Schwedin die Hochseeyacht „Malizia“. In Fahrt ist das Schiff, das über eigene Stromerzeugung an Bord verfügt, komplett emissionsfrei. Skipper ist der Hamburger Boris Herrmann. Sie will nach den zwei bis drei Wochen Segelreise beim Climate Action Summit der Vereinten Nationen am 23. September sprechen. Dazu hat UN-Generalsekretär António Guterres nach New York City eingeladen.

Die Malizia ist eine Open 60 der Imoca-Klasse aus Carbon, ein leichter, extrem schneller Renner. Sie ist mit Foils ausgestattet, die das Boot aus dem Wasser heben und es noch schneller über die Wellen gleiten lassen. Etwa 30 Knoten, also gut 55 km/h schafft die Malizia. Wenn sie in die Wellen eintaucht, stürzen Wassermassen über das Deck und fließen über das breite Heck wieder ab.

Greta Thunberg/Boris Herrmann/Malizia

Maliza ist eine Imoca, Open 60 Yacht © Team Malizia

Wir kennen diese Bilder von der Vendeé Globe oder dem Volvo Ocean Race: Harte Frauen und Männer, dick verpackt in wasserdichte Offshore-Schutzkleidung. Auch Greta Thunberg wird das so erleben, denn die Wetterprognose steht auf Sturm.

Greta Thunberg/Boris Herrmann/Malizia

Alles ist auf Schnellingkeit ausgerichtet © Team Malizia

Wie lebt Greta auf der Rennyacht?

An Bord der 18 Meter langen Rennyacht ist nichts auf Komfort ausgerichtet. Das Schiff ist so gebaut, dass es schnell, leicht, wendig und stabil ist um den Gewalten des Meeres standzuhalten. Dazu gehört auch die Technik, die das Team mit der Welt in Kontakt hält. Im Bug des Schiffes sind Segel, Leinen verstaut, das nackte Gerippe hat keine Betten, nur Rohrkojen, die wie Pritschen wenig Platz bieten. Schlafen ist schwierig, denn unter Deck ist es laut. Das Schlagen der Wellen an den dünnen Carbonrumpf, das Gleiten der Foils, das Surren der Leinen, machen einen Riesenlärm. Je schneller, je lauter.

Essen zubereiten ist einfach auf dem Racer. Man gießt heißes Wasser auf Gefriergetrocknetes aus der Tüte. Das Wasser wird auf dem Gaskocher heiß gemacht. Eine Küche oder Pantry gibt es nicht. Trinkwasser wird mit einem Wasseraufbereiter aus Salzwasser gewonnen. Die täglichen Bedürfnisse erledigt man im Freien an Deck in einen Eimer, dessen Inhalt dann schnell über Bord geht. Die restliche Crew verschwindet dann mal kurz unter Deck oder schaut weg. Für Männer einfacher als für ein Mädchen mit 16 Jahren.

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