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Guyot Environment / Team Europe kommen auf Platz 2 beim Defi Azimut © C. Favreau / Deví Azimut
Défi Azimut

Das war der erste Härtetest

Beim Crew-Rennen Défi Azimut hielten Team Europe und Malizia Seaexplorer mit Bravour den Anschluss. Am Limit sind sie noch lange nicht.

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2 Minuten

Da rennt man über 48 Stunden um die Wette, alle zehn Minuten kippt man für Rasmus einen Schnaps über Bord – und dann muss man sich doch den überlegenen US-Amerikanern vom 11th Hour Racing Team geschlagen geben.

Aber für die beiden internationalen Crews unter deutscher Federführung ist das ein verschmerzbarer Wermutstropfen. Vor allem zählt für die Malizia Seaexplorer von Boris Herrmann und die Guyot Environnement – Team Europe von Robert Stanjek und Benjamin Dutreux, dass beiden Besatzungen der erste Härtetest auf ihren neu zu erprobenden Imocas geglückt ist.

Die fünftägige Regatta-Veranstaltung Défi Azimut Mitte September gilt als erstes Kräftemessen vor der nächsten Offshore-Saison mit Route du Rhum, The Ocean Race bis Vendée Globe. 2022 waren 28 Imocas gestartet, 24 in der Einhand-Sektion, 4 in der Crew-Sektion. In der Einhand-Sektion belegten drei Imocas die ersten Plätze, die man schon von der letzten Vendée Globe kennt: Apivia, Linkedout und Charal.

Zur Crew-Sektion gehörten neben der Malizia Seaexplorer und der Team Europe die US-amerikanische 11th Hour Racing Team und die französische Biotherm. Bei der Hauptregatta „48h Azimut The Ocean Race“ musste Skipper Paul Meilhat das Rennen nach Schaden an seiner Biotherm abbrechen. Sieger wurde 11th Hour Racing Team.

11th hour
Nicht zu schlagen: 11th Hour Racing Team © C. Favreau / Défi Azimut
Das Team Europe um Benjamin Dutreux und Robert Stanjek überholte die Team Malizia bei Tagesanbruch und ging als Zweite durchs Ziel, gerade mal 18 Minuten vor Boris Herrmanns nagelneuer und wagemutig designter Imoca.

Erschwerte Bedingungen

Im Gegensatz zum 11th Hour Racing Team hatten die Crews von Team Europe und Malizia Seaexplorer kaum Zeit, sich mit ihren Schiffen vertraut zu machen und sie zu optimieren. Das Team Europe hat erst dieses Jahr die ehemalige Hugo Boss von Alex Thomson übernommen.

Team Europe
Die ehemalige Hugo Boss verschafft dem Team Europe Gänsehaut © C. Favreau / Défi Azimut
Nach nur einer Woche Training hieß es gleich: Abflug. Das Team hatte noch nie eine Foil-Imoca gesegelt. Adrenalin und Gischt überschwemmten sie auf dem Regatta-Kurs gleichermaßen. „Ein brutales Erlebnis!“, zeigte sich Robert Stanjek fasziniert.

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Boris Herrmann und seine Crew standen genauso vor Ersterlebnissen. Herrmann ist mit den VPLP-Designern beim Entwurf seiner brandneuen Imoca radikale Wege gegangen, aufbauend auf seinen Vendée-Globe-Erfahrungen. Ob er sich dabei verkalkuliert hat, muss sich nach dem Stapellauf Mitte Juli in der Praxis zeigen.

Malizia
Das Team Malizia segelt sich ein © C. Favreau / Défi Azimut
Eine Rennyacht auf der technischen Höhe einer Imoca innovativ zu designen, gleicht immer einem Va-banque-Spiel. Die richtigen Neuerungen bringen Vorteile. Überreizt man es aber, droht der Totalausfall.

Auf der Jungfernfahrt von Frankreich nach Hamburg traten bei der Malizia Seaexplorer Elektrik-Probleme auf. Und auch der Neubau Biotherm musste wegen elektrischer Winschprobleme aufgeben. Aber das Zusammenspiel von Ingenieurs- und Skipper-Kunst auf Messers Schneide macht die Imoca-Klasse gerade so aufregend.

Bis zum Jahresauftakt 2023 haben beide Crews Zeit, sich mit ihren Imocas zur wasserdichten Einheit zusammenzuschweißen. Am 6. Januar startet The Ocean Race. Die härteste Crew-Regatta gibt ihnen nicht nur 48 Stunden, sondern eine ganze Weltumseglung lang Zeit, ihre Nase vorzuschieben.

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