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Jean-Luc Van den Heede ist am Ziel © Tim Bishop/GGR/PPL
Golden Globe Race

Der älteste Einhandsegler der Welt

Jean-Luc Van den Heede hat nicht nur das Golden Globe Race gewonnen, er ist nun auch der älteste Einhand-Weltumsegler.

float Redaktion
von in
4 Minuten

Es war ein toller Empfang, als Jean-Luc Van Den Heede gestern mit seiner Yacht Matmut das Golden Globe Race 2018 gewann. So wartete die Presse bis zum Abend auf Fotos um den Beitrag zu illustrieren – die kleine Crew des Golden Globe Race war bis zum Abend voll und ganz mit der Betreuung der Presse vor Ort beschäftigt.

Mehr als 100 Schiffe wagten sich bei dem kalten, nassen Januarwetter aufs Meer hinaus, um Jean-Luc in seinem Heimathafen Les Sables d’Olonne willkommen zu heißen. Freunde, Fans und die halbe Stadt, einschließlich Bürgermeister und Schulklassen, waren gekommen, um ihren Helden Jean-Luc an der Hafenmole zu feiern.

Sir Robin Knox-Johnston, der Van den Heede mit Rennleiter Don McIntyre im Ziel begrüßte, sagte: „Jean-Luc ist zu einer großartigen Leistung zu gratulieren, die durch die Reparaturen, die er an seinem Mast vornehmen musste, um im Rennen zu bleiben, sogar noch größer. Es tut mir leid, meinen Rekord als ältester Einhandsegler der Welt abzugeben, aber er könnte an keinen besseren Segler gehen.“

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Jean Luc Van den Heede und Robin Knox-Johnston © Tim Bishop/GGR/PPL

Jean-Luc Van Den Heede schrieb seinen Namen gleich zweimal in die Rekordbücher: Nicht nur als Gewinner des Golden Globe Race 2018, sondern auch, weil er der älteste Segler in der Geschichte ist, der ein solches Rennen nonstop absolviert hat. Der 73-Jährige übernahm beide Titel vom Briten Sir Robin Knox-Johnston, der als einziger Finisher das Sunday Times Golden Globe Race vor 50 Jahre beendet hatte. Bis zum Zieleinlauf um 09:12 UTC hielt Sir Robin den Titel als ältester Solo-Weltumsegler in einem Rennen, nachdem er das Velux 5 Oceans Race 2007 im Alter von 68 Jahren beendet hatte.

Zwischendurch ein Vorsprung von 2.000 Seemeilen

Alter ist eindeutig kein Hindernis für eine Weltumsegelung, denn Van Den Heede führte das Rennen seit der Umrundung des Kaps der Guten Hoffnung an. Zwischendurch hatte er auf seiner Rustler 36  sogar einen Vorsprung von 2.000 Seemeilen zum Zweitplatzierten, dem Niederländer Mark Slats aufgebaut. Dann geriet er in einen heftigen Sturm im südlichen Ozean etwa 2.000 SM westlich von Kap Hoorn. Als sich die Yacht wieder aufrichtete, war Jean-Luc am Boden zerstört, als er feststellte, dass der Druck auf die Bolzen, die die unteren Wanten halten, ein 10 cm langes Loch im Mastbereich gerissen hatte.

Seine erste Reaktion war, nach Norden zum chilenischen Hafen von Valparaiso zu segeln, um den Mast zu ersetzen. Das hätte ihn aus dem Rennen katapultiert. Aber zwei Tage später fand er einen Weg, den Schaden zu beheben, und er segelte mit reduziertem Segel wieder zurück nach Kap Hoorn.

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Mark Slats war ein würdiger Gegner © GGR/PPL

Langsam, aber sicher verkürzte Mark Slats den Abstand zur Führung und gewann 500 Meilen am Hoorn zurück, und bei den Azoren hatte Van Den Heede nur noch 50 Meilen Vorsprung vor Slats. Aber der französische Veteran gab eine Meisterklasse in Sachen Regatta-Taktik und holte 400 Meilen Vorsprung vor seinem 41-jährigen Rivalen heraus.

Dies war wirklich ein großes Jubiläum des ursprünglichen Sunday Times Golden Globe Race.

Rennleiter Don McIntyre, der sich zur Organisation dieses 50. Jubiläums von der großen Leistung Knox-Johnstons inspirieren ließ, war ebenso begeistert: „Fantastisch. Was für ein Sieg für Jean-Luc. Er hat bewiesen, dass das Alter nur eine Zahl ist. Die Performance von Jean-Luc ist ein klassisches Beispiel für Planung, Vorbereitung und Ausführung. Dies war wirklich ein großes Jubiläum des ursprünglichen Sunday Times Golden Globe Race.“

So schnell wie möglich nach Nordensegeln

Ein froher Jean-Luc Van Den Heede sagte: „Vor dem Knockdown hatte ich 2.000 Meilen Vorsprung, aber die Reparaturen kosteten mich eine Woche, was den Vorsprung um 500 Meilen verringerte. Dann, als Mark Slats wieder im Atlantik war, knabberte er aus der Ferne weiter und wurde zu einer echten Bedrohung. Auf den Azoren war meine einzige Chance, so schnell wie möglich nach Norden zu segeln, und einen Tag nach der Wende folgte mir Slats. Ich konnte den Wettervorhersagen entnehmen, dass er dort direkt auf das Hochdrucksystem zusteuerte und einen Tag später dort hängenblieb. Dort hängt er jetzt noch – und ich bin schon hier!“

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Die 36 Rustler Matmut hat fast 30.000 Seemeilen geschafft © Christophe Favreau/GGR/PPL/PPL

Über seine früheren Solo-Weltumsegelungen sagte Van Den Heede: „Meine beiden vorherigen Vendee Globe Rennen (die auch in Les Sables d’Olonne starten und endeten) waren nur Trainingsläufe für dieses Golden Globe Race.“

Mark Slats, der gestern für den Erhalt von Informationen direkt von seinem Landmanager bestraft wurde, rief die Rennleitung um 15:00 Uhr UTC an, um ein Update über den sich nähernden Sturm zu erhalten, der am Donnerstag die Biskaya erreicht. Dieses Niederdrucksystem hat seine Richtung über Nacht geändert und wird nun voraussichtlich nicht mehr auf seinen Kurs einwirken, so dass Slats jetzt wieder auf Kurs Richtung Les Sables d’Olonne ist. Er wird am Freitagmorgen, den 1. Februars im Ziel erwartet.

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Slats ist noch 225 SM entfernt © GGR/Tracker

Beim Golden Globe Race dürfen nur traditionelle Langkiel-Yachten zwischen 32-36 Fuß antreten. Die Skipper müssen sich auf Sextanten, Chronometer und Papierkarten verlassen, um sich zurechtzufinden und erhalten keine externe Unterstützung.

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